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Fernsehen „Das grüne Gold“ – Kampf um Ackerflächen
Nachrichten Medien Fernsehen „Das grüne Gold“ – Kampf um Ackerflächen
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00:00 04.10.2017
Geld regiert auch Äthiopien: Während die Bevölkerung oft Hunger leidet, verkauft die Regierung Ackerland an ausländische Investoren, die Lebensmittel exportieren. Quelle: Foto: Neue Visionen
Hannover

Für den schwedischen Filmemacher Joakim Demmer stand am Anfang seiner Recherche eine absurde Beobachtung: Nachts auf dem Flughafen in Addis Abeba beladen Arbeiter eine Transportmaschine nach Europa mit Lebensmitteln, während wenige Meter weiter ein Flugzeug mit Nahrungsmittelhilfen entladen wird. Warum exportiert ein Land wie Äthiopien, das immer wieder von Hungersnöten heimgesucht wird, Lebensmittel in reiche Industrieländer?

Landwirtschaftliche Flächen gelten als lukrative Investition

Dieser Frage geht Demmer in seiner Dokumentation „Das grüne Gold“ nach und findet bald heraus, dass Äthiopien im Fokus transnationaler Spekulationen um Ackerland steht. International gelten angesichts der steigenden Weltbevölkerung landwirtschaftliche Anbauflächen als lukrative Investition.

Die mit sehr verdächtigen 99,6% gewählte, äthiopische Regierung verpachtet im großen Stil fruchtbaren Boden an internationale Konzerne und geht dabei mit harter Hand vor: Wälder und Nationalparks werden rücksichtslos platt gemacht. Enteignung und Zwangsumsiedlungen, die Kleinbauern ihre Lebensgrundlage entziehen, sind an der Tagesordnung. Kritische Journalisten werden bedroht und verhaftet.

Die Einheimischen haben nichts zu melden

Über sechs Jahre verfolgt Demmer die Entwicklung in der Region Gambella im Südwesten Äthiopiens, wo ein saudischer Investor eine riesige Farm zum Anbau von teurem Basmati-Reis für den Export errichtet. Dafür hat die Regierung das einheimische Volk der Anuak vertrieben. Neue Flüchtlingsströme und bewaffnete Auseinandersetzungen sind die Folgen, von denen die Förderer der Weltbank nichts wissen wollen.

Milliarden Investitionshilfen sind nach Äthiopien geflossen mit dem Ergebnis, dass innerhalb von sechs Jahren die Zahl der Menschen, die von Nahrungsmittelhilfen abhängig sind, von einer auf fast sechs Millionen angestiegen sind. Der Kampf um Ackerflächen ist mittlerweile ein weltweites Phänomen, das Demmer in seinem Film nur exemplarisch ausloten kann. Im Gegensatz zu analytischen Dokumentation wie „We feed the World“ bleibt der Film in seiner Anklägerposition stecken und entwickelt im Kinoformat zu wenig erzählerische Dynamik, um über die empörenden Fakten hinaus eine nachhaltige Wirkung zu entfalten.

Von Martin Schwickert / RND

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