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Fernsehen DVB-T2 startet: Das müssen Nutzer wissen
Nachrichten Medien Fernsehen DVB-T2 startet: Das müssen Nutzer wissen
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20:34 21.03.2017
Öffentlich-rechtliche Sender bleiben kostenfrei, für private müssen DVB-T2-Nutzer ab Juli eine jährliche Gebühr bezahlen. Quelle: dpa
Hannover

Zuerst die gute Nachricht: Auch per Zimmer- oder Dachantenne sind künftig viele TV-Sendungen in High-Definition-Qualität (HD) empfangbar. Dafür sorgt der neue Standard DVB-T2, der in den meisten deutschen Ballungsräumen am 29. März mit rund 40 HD-Programmen startet. Kabel- oder Satellitenanschluss werden dafür nicht benötigt. Auch mobil kann man per DVB-T2 mit einem kleinen Zusatzstick am Laptop fernsehen.

Eine schlechte Nachricht gibt es aber auch: Denn ohne neue Geräte bleibt wegen der übergangslosen Umstellung der Bildschirm ab nächster Woche schwarz. Wer also bisher seine Programme über DVB-T1 empfängt, muss spätestens jetzt handeln.

Wer ist betroffen? Rund vier Millionen Haushalte empfangen DVB-T. Meist wird es auf Zweitgeräten im Arbeits-, Schlaf- oder Kinderzimmer genutzt, weil DVB-T aufwendige Installationen erspart. Zusätzlich gibt es oft im gleichen Haushalt einen Satelliten- oder Kabelanschluss. In den meisten Regionen Deutschlands wird ab 29. März DVB-T1 abgeschaltet und nur noch DVB-T2 ausgestrahlt. In einigen Gebieten kommt die Umschaltung später, zum Beispiel wird in Dresden voraussichtlich erst im November 2017 umgestellt. Die Initiative DVB-T2 HD informiert auf ihrer Internetseite genau, wann an welchem Ort die neue Technik in Betrieb genommen wird (www.DVB-T2HD.de/empfangscheck).

Was für Geräte brauche ich jetzt? Für DVB-T2 braucht man den passenden TV-Empfänger mit dem grünen Logo DVB-T2 HD. Deshalb werden einige Millionen bisher genutzter DVB-T-Receiver am 29. März zu nutzlosem Elektroschrott. Die neuen DVB-T-2-Empfänger sind in der einfachsten Ausführung ab 40 Euro zu haben, die bisherige Antenne kann weiter genutzt werden. Wichtig ist, dass die Anschlüsse der neuen Box zum Fernsehgerät passen – bei alten Geräten ist meist noch ein Scart-Kabel nötig, neuere haben einen HDMI-Anschluss. Die brillante HD-Qualität ist allerdings nur auf besseren digitalen Flachbildschirmen zu erkennen.

Kann mein Fernseher direkt DVB-T2 empfangen? Einige moderne Fernseher haben bereits einen Triple-Tuner für Satelliten-, Kabel- und DVB-T-Empfang eingebaut. Aber nur die neuesten Modelle empfangen bereits DVB-T2 mit der nötigen Bildcodierung HEVC. Andernfalls ist ebenfalls die Anschaffung und Verkabelung eines DVB-T2-Empfängers nötig.

Ist der DVB-T-Empfang weiterhin kostenlos? Leider nicht mehr für alle Programme. Die öffentlich-rechtlichen (unter anderem ARD, ZDF, Dritte, 3sat, Arte), deren Ausstrahlung über die monatliche Rundfunkgebühr finanziert wird, gibt es auch per DVB-T2 weiterhin kostenlos. Die privaten Sender kassieren dagegen erstmals auch auf diesem Empfangsweg extra. Nach einer dreimonatigen Testphase müssen Zuschauer ab Juli 2017 eine Abogebühr von 69 Euro pro Jahr entrichten. Zur Entschlüsselung der privaten Sender muss der DVB-T2-Receiver mit dem Logo „Freenet TV“ gekennzeichnet sein. Im Handel können Verbraucher eine Guthabenkarte kaufen, die sie anschließend online (www.freenet.tv/freischaltung) oder telefonisch (Service-Hotline: 02 21 46 70 87 00) aktivieren. Dazu müssen sie sowohl ihre elfstellige „freenet TV ID“ bereithalten, die dem Empfangsgerät beiliegt, als auch den auf der Guthabenkarte abgebildeten zwölfstelligen PIN-Code. Laut Freenet können Zuschauer schon 15 Minuten nach der Aktivierung private Programme empfangen.

Welche Empfangsgeräte sind empfehlenswert? Wer auf die privaten Programme verzichtet, kommt am billigsten weg. Denn es fallen keine Programmkosten an und die Empfänger sind billiger. Die Stiftung Warentest empfiehlt als einfachste Variante den Empfänger SL30T2 von Comag für knapp 40 Euro. Eine günstige Box, die auch private Programme empfängt, ist die Xoro HRT8720 (ab 60 Euro). Testsieger wurde der Technisat Digipal Isio HD (ab 139 Euro). Die letzteren beiden können über eine zusätzliche externe Festplatte auch Sendungen aufzeichnen – und ermöglichen zeitversetztes Fernsehen (Timeshift).

Wo lauern Fallstricke? Mit unseriösen Methoden versuchen einige Firmen seit Monaten, ihre Kabel-, Internet- und Satellitenangebote mit dem unzutreffenden Argument zu verkaufen, ohne Wechsel bleibe der Bildschirm schwarz. Das ist glatte Verbrauchertäuschung, denn bei vorhandenen Kabel-, Satelliten- und DSL/Internetanschlüssen ändert sich überhaupt nichts. Ein Anbieterwechsel ist nicht nötig. Auch beim Gerätekauf muss man aufpassen, besonders bei billigen Online-Angeboten. Das Logo DVB-T2 HD sollte zwingend vorhanden sein, sonst sind Fernseher oder Box in Deutschland unbrauchbar, weil die nötige Spezifikation H.265 für das hiesige Antennenfernsehen fehlt.

Von Thomas Wüpper und Anne Grüneberg/RND

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