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Fernsehen 25 Jahre Rosamunde Pilcher im deutschen Fernsehen
Nachrichten Medien Fernsehen 25 Jahre Rosamunde Pilcher im deutschen Fernsehen
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00:00 30.10.2018
Kollegen seit 25 Jahren: Rosamunde Pilcher und Michael Smeaton im Mai 2013 auf der MS Deutschland. Quelle: Foto: dpa

Herr Smeaton, Sie sind verantwortlich dafür, dass wir seit 25 Jahren sonntags im ZDF blühende Landschaften und höherschlagende Herzen zu sehen bekommen. Wie kamen Sie auf die Idee, die Pilcher-Romane fürs deutsche Fernsehen zu verfilmen?

Rosamunde Pilcher hatte damals mit den „Muschelsuchern“ einen ersten großen Erfolg in Deutschland, dann gab es einen zweiten, der hieß „September“. Das ging natürlich nicht an uns vorbei, und wir beschlossen, dem ZDF vorzuschlagen, die Geschichten fürs Fernsehen aufzubereiten. Der damalige Redaktionsleiter Claus Beling griff die Idee begeistert auf, und wir fuhren zusammen ins schottische Dundee, um Frau Pilcher unsere Idee vorzustellen. Zunächst sollte es nur um einen Film gehen: „Stürmische Begegnung“. Pilcher gefiel die Idee sofort. Ihr Entdecker war übrigens kein Geringerer als der ehemalige Rowohlt-Chef und spätere Kulturstaatsminister Michael Naumann.

Können Sie die Faszination der Geschichten von Rosamunde Pilcher erklären?

Ich glaube, die Menschen wollen nicht die Realität, die sie ohnehin Tag für Tag erleben, auch noch abends vorgeführt bekommen. Pilcher dagegen zeigt eine märchenhafte Traumwelt, die es so übrigens auch in England nicht gibt. Die Filme sind unkompliziert, herzerwärmend, und man weiß, dass es am Ende gut ausgehen wird. Da kann man zwischendurch auch mal rausgehen und die Bluse für den nächsten Tag bügeln. Rosamunde Pilcher heißt Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit. Das ist, wie wenn man Lust auf Coca- Cola hat. Dann will man auch keine Bluna oder Pepsi trinken.

Sie haben sich für die Adaption der Pilcher-Filme dazu entschieden, deutsche Schauspieler in englische Landschaft zu versetzen. Warum haben Sie nicht die Geschichten nach Deutschland verpflanzt?

Den Gedanken hatten wir tatsächlich am Anfang, doch wir haben ihn auch ziemlich schnell wieder verworfen. Rosamunde Pilcher beschreibt Stimmungen so explizit, das können sie nicht in der Lüneburger Heide oder beim Bergdoktor spielen lassen. Hinzu kommt: Die deutschen Zuschauer wollen in ihrer Hauptsendezeit deutsche Schauspieler und deutsches Programm sehen. Also haben wir unsere Schauspieler nach England gebracht und einfach so getan, als seien sie Engländer.

Hat Rosamunde Pilcher unser Bild von England geprägt?

Ich würde es anders formulieren. Ich glaube, dass unsere Filme das Bild der Deutschen von England bestätigt haben.

Die Filme sind auch bekannt für atemberaubende Landschaftsaufnahmen. Ist Rosamunde Pilcher sehr naturverbunden?

Sie wohnt sehr bescheiden in einem Flachdachbungalow, in den sie vor zehn, zwölf Jahren mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann gezogen ist. Der Bungalow ist extrem unscheinbar, wenn man von der Straße aus kommt. Aber hinter dem Haus erstreckt sich ein riesengroßer Garten, und in diesem Garten erleben Sie, was Sie in den Pilcher-Filmen sehen können. Alter Baumbestand, Hunderte von Rhododendren, blühende Hortensien. Und dort werkelt Rosamunde Pilcher auch mit ihren 94 Jahren immer noch herum.

Schreibt sie noch?

Nein, sie hat vor ein paar Jahren beschlossen, mit dem Arbeiten aufzuhören. Aber es sind immer noch Unmengen an Geschichten verfügbar. Ich hatte letztens ein Gespräch mit einem der ZDF-Verantwortlichen, der mir sagte, er sei überzeugt, dass es Rosamunde-Pilcher-Filme auch dann noch geben werde, wenn er schon nicht mehr leben werde.

Wissen die Engländer eigentlich um den Erfolg von Pilcher in Deutschland?

Immerhin wurden wir vor zwei Jahren von Prinz Charles, dem Duke of Cornwall, eingeladen, weil er sich bei Rosamunde Pilcher und uns bedanken wollte. Denn nach 150 Filmen stellen wir mittlerweile einen ökonomischen Faktor in der Region dar. Charles Ehefrau Camilla war auch dabei und hat sich intensiv mit ihr über die „Muschelsucher“ unterhalten – offenbar ein Fan.

Muss man sich Frau Pilcher eigentlich als Romantikerin vorstellen?

„Not at all“ würde sie sagen. Sie ist eine herzliche Frau mit einem trockenen, britischen Humor, aber das Gegenteil von romantisch. Sie ist unglaublich pragmatisch und vielleicht schreibt sie genau deshalb so gut: Weil sie eben nicht davon schreibt, wie sie selbst ist.

Über Rosamunde Pilcher

„Stürmische Begegnungen“ war am 30. Oktober 1993 der erste Pilcher-Film, der im ZDF lief. Seitdem ist die Küste Cornwalls Schauplatz für die am längsten laufenden Reihe im ZDF-Herzkino. Pilcher wurde 1924 in Lelant in Cornwall geboren. Schon als Schülerin begann sie zu schreiben. Doch nach der Schule 1942 ging sie zunächst in den freiwilligen Dienst beim Women’s Royal Navy Service. 1943 wurde Pilcher nach Indien berufen. Während dieser Zeit veröffentlichte sie ihre ersten Kurzgeschichten. Zurück in Cornwall lernte sie ihren späteren Ehemann Graham Pilcher kennen. Das Paar zog ins schottische Dundee. Dort war Pilcher zunächst unter ihrem Pseudonym Jane Fraser tätig.

Von Nora Lysk/RND

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