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Medien Dschungelcamp: Schluss mit Kasalla!
Nachrichten Medien Dschungelcamp: Schluss mit Kasalla!
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02:43 31.01.2016
Menderes Bagci ist neuer Dschungelkönig. Und was bleibt sonst vom Dschungelcamp 2016? Quelle: RTL / Screenshot

Das verflixte zehnte Jahr im Dschungelcamp: Das Jubiläumsausgabe von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" war tatsächlich bemerkenswert. Das liegt auch an dem neuen Dschungelkönig, dem ewigen Talentshowkandidaten Menderes Bagci. Er fiel positiv durch ausgesuchte Höflichkeit auf.

Von Anfang an hatten die Camper die Rache von RTL zu spüren bekommen. Der Sender hatte nach der vergangenen Staffel die Nase voll. Schluss mit lustig, Absprachen hatte es gegeben und gezieltes Spielen mit der Kamera. Dem Zuschauer war ein Teil der Freude am Ekel verloren gegangen, RTL ordentlich Einschaltquote. Also sahen sich die Teilnehmer erst kurz vor der Abfahrt in den Dschungel zum ersten Mal. Und mussten gleich alle (!!) zur ersten Ekelprüfung antreten (die Bildergalerie dazu finden Sie hier).

Gewohnt bissig: Sonja Zietlow und Daniel Hartwich

Auch neu: die "Stars" wurden auf zwei Camps verteilt, die gegeneinander kämpften. Nach einer Woche wurden die jeweils verbliebenen Camper zusammengelegt. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als die eine Gruppe der anderen beim Essen zugucken musste. Für Sympathie sorgt so etwas natürlich nicht. Und auch sonst tat RTL sein bestes, Konflikte zu schüren und die dunkle Seite der Probanden herauszukitzeln.

Das Dschungelcamp-Finale: Hier finden Sie den Live-Ticker zum Nachlesen.

Für gewonnene Sterne gab es wenige Lebensmittel, die teilweise auch noch gewöhnungbedürftig waren (Känguruhschwanz), das Produktionsteam ließ die Teilnehmer auf die vertraglich zugesicherte Menge an Zigaretten warten und die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich stichelten wie gewohnt – mit einem illustren Autorenteam im Rücken.

Das Konzept funktionierte bestens

Von der Qualität der Gagschreber sind die Teilnehmer weit entfernt. Auch diesmal hatte man sich bemüht, die üblichen Stereotypen zu versammeln. Das Blondchen (Sophia), das Ex-Model (Nathalie), den gutaussehenden Frauenschwarm (David), den Sportler (Thorsten), den Sonderling und Geheimfavoriten (Menderes), Brigitte Nielsen und abertausende Kakerlaken und anderes Getier.

Auch wenn Sophia die ihr zugedachte Rolle trotz K-Oberweite überraschenderweise nicht ausfüllte, funktionierte das Konzept bestens. Seelenstriptease, Streit und Tränen inklusive. Auch die Finalsendung enthielt noch einmal alles, was den Dschungel sehenswert macht: Genitalien-Essen für Sophia, Ekel-Getier und Melasse für Thorsten und Schlangen und Platzangst  für Menderes. Fremdschämen bis der Arzt kommt. Oder besser: Danach.

Der Wunsch nach Ruhm war zu groß

Den Altersschnitt im Camp in ungeahnte Höhen hoben die beiden Grandseigneurs der Unterhaltungsbranche, Gunter Gabriel und Rolf Zacher. Vermutlich ein Zugeständnis an die älteren Zuschauer. Der Mime und der Sänger waren allerdings gesundheitlich eigentlich nicht in der Verfassung für den Dschungel. Hier war der Wunsch nach weiteren 15 Minuten Ruhm und tausenden Euro wohl größer als die Vernunft.

Sehr zum Gelingen trug auch Helena Fürst bei. Die Dschungelprüfungen vergeigte oder verweigerte sie abwechselnd. Für die anderen Camper bedeutete das Reis und Bohnen. Und Hunger macht böse. Hell-ena brachte Zuschauer und Mitcamper gleichermaßen gegen sich auf. Sie war einst gemeinsam mit anderen Laiendarstellern in einer Vormittags-Reality-TV-Sendung auf RTL zu sehen. Daher kannte sie, nach eigener Aussage, das Fernsehgeschäft schon sehr lange. Sie dürfte also wissen, was jetzt kommt…

Wiedersehen an Helenas Küchentisch?

Irgendwas, das bleibt? Kaum. Der schlaue Z-Promi nutzt die Aufmerksamkeit vor, während und nach dem Dschungel als Reanimationsversuch für die dahinsiechende oder gewünschte Karriere.

Deshalb springt jetzt die unvermeidliche Verwertungsmaschinerie an. Es wird eine Wiedervereinigung der "Stars" geben, weitere Kellerkinder der deutschen Fernsehunterhaltung werden folgen. Helena drohte es bereits an: "Dich würde ich beim Promi-Dinner nicht in meine Wohnung lassen". Würde sie natürlich trotzdem, wenn der Preis stimmt. Und auch ein Thorsten Legat könnte der Versuchung erliegen. Die Programmverantwortlichen müssen diesen Satz jedenfalls als Einladung verstanden haben – der es vermutlich nicht bedurft hätte.

Wer dann noch zuschaut, kann den Glauben an die Unterhaltungsindustrie verlieren, wer nicht zuschaut, hat ihn bereits verloren. Und wenn der letzte Playboy verkauft, die letzte Reunion ausgestrahlt und das letzte Dinner gegessen ist, gilt wieder: Nach dem Camp ist vor dem Camp.

Der Legat des Tages: "Nach Bundesliga das größte Highlight meines Lebens." (über das Dschungelcamp)

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