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Nachrichten Medien Die Alliierten ließen Japans Kaiser laufen
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18:00 07.08.2017
Loyal zum Tenno: Der ehemalige japanische Ministerpräsident Hideki Tojo (links) bei den Tokioter Prozessen. Quelle: Fotos: Arte
Straßburg

Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg beschränken sich hierzulande meist auf den europäischen Kriegsschauplatz. Dass zur selben Zeit auch am anderen Ende der Welt, in Ostasien, blutige Schlachten geschlagen wurden und viele Millionen Soldaten und Zivilisten ums Leben kamen, gerät dabei oft etwas in Vergessenheit. Lediglich der japanische Überfall auf den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor 1941 und der Abwurf zweier amerikanischer Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki 1945 sind zuweilen Gegenstand von TV-Beiträgen.

Japans Massaker sollten geahndet werden

Insofern ist die Dokumentation „Death by Hanging!“ über den Kriegsverbrecherprozess von Tokio 1946 bis 1948 sogar in zweifacher Hinsicht eine Ausnahme: Es geht sowohl um den Pazifikkrieg als auch um einen sehr speziellen Aspekt dieser militärischen Auseinandersetzung im fernen Osten – das Tribunal gegen die japanischen Kriegsverbrecher nach dem Ende der Kampfhandlungen. Die französisch-kanadisch-japanische Produktion ist am heutigen Dienstag bei Arte zu sehen.

Wie in Deutschland wollten die Alliierten gleich nach dem Zweiten Weltkrieg auch im besiegten Japan die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und damit der Welt demonstrieren, dass künftig niemand mehr ungestraft einen Krieg vom Zaun brechen darf. Der Prozess gegen 28 Personen der höchsten japanischen Führungsriege begann im Mai 1946. Sie wurden beschuldigt, für den Überfall auf China, die USA und zahlreiche andere Länder im Pazifikraum verantwortlich zu sein und auch für die unvorstellbaren Gräueltaten, die dabei von japanische Soldaten begangen wurden – allein bei dem furchtbaren Massaker in der chinesischen Stadt Nanking wurden mindestens 200 000 Männer, Frauen und Kinder brutal ermordet.

Juristisch fragwürdiges Verfahren

Zu Gericht saßen die Alliierten selber, auf der Richterbank fanden sich Delegierte aus den USA, China, Australien und anderen Ländern, die im Pazifikkrieg gegen Japan gekämpft hatten – ein zumindest juristisch fragwürdiges Verfahren, wie der Beitrag zeigt. Zudem musste erstaunlicherweise Kaiser Hirohito, den viele als japanisches Staatsoberhaupt logischerweise für den Hauptschuldigen hielten, nicht auf der Anklagebank Platz nehmen. Indem sie Hirohito nicht anklagten, verfolgten die Amerikaner einen ganz praktischen, politischen Zweck: Sie wollten es sich mit der japanischen Bevölkerung, für die der kleine Mann mit der Nickelbrille und dem Schnurrbärtchen ein Gottkaiser und somit unantastbar war, nicht verscherzen – aus Japan sollte schließlich wie aus Westdeutschland ein demokratischer und treuer Verbündeter der USA werden.

Der Herrscher kommt ungeschoren davon

So wurde der Name des Herrschers sowohl von den Anklägern als auch den Angeklagten um General Tojo so gut es ging aus dem Verfahren rausgehalten. Vor allem dieser Punkt ließ den Prozess stellenweise zu einer regelrechten Farce werden, die im November 1948 mit der Verkündung der Urteile endete: Sieben Angeklagte, darunter Tojo, wurden zum Tode verurteilt, die meisten anderen erhielten lebenslange Haftstrafen. Kaiser Hirohito kam ungeschoren davon und starb 1989 als alter Mann.

Von Martin Weber / RND

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