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17:55 11.08.2017
Nico Kaiser hat einen beliebten Namen auf Instagram. Er nutzt seinen Vornamen. Nun erreichen ihn immer wieder skurrile Nachrichten, seinen Namen abzugeben. Quelle: imago/imagebroker
Hannover

Mit dem Instagram-Namen ist das so eine Sache: Es kann ihn eben nur einmal geben. Schnelligkeit bei der Auswahl ist gefragt. Und Nico Kaiser war eben schnell, wenngleich auch nicht besonders kreativ. Denn neben Instagram-Namen, die vor merkwürdigen Metaphern und peppigen Pseudonymen nur so strotzen, wählte er 2012 ganz schlicht und einfach seinen Vornamen.

Unschön für die anderen Nicos, die auch gern ihren Vornamen verwenden würden. Problem: Sie sind nicht wie Nico vor fünf Jahren auf den Instagram-Zug aufgesprungen, als das soziale Netzwerk noch unbekannt war, sondern erst in letzter Zeit. Aber sie finden sich mit ihrem Schicksal nicht ab. Warum auch? In einer Generation, in der es nicht mehr als unhöflich gilt, das letzte Wort zu haben, sondern das vielmehr als ein Zeichen für Standhaftigkeit und Ausdauer verstanden wird, ist man um keine Diskussion verlegen.

So erreichen Nico immer wieder Nachrichten, in denen er um seinen Nutzernamen gebeten wird. Einige versuchen, ihn zu kaufen, fragen nach der Paypal-Adresse oder nach dem Preis, den sie für den begehrten Instagram-Namen zahlen müssten – andere setzen auf die kleinen Dinge im Leben, bieten ein Chicken-Nugget.

Beim Kampf um den begehrten Instagram-Namen wird es bisweilen sogar richtig emotional – einige User drücken auf die Tränendrüse, andere werden beleidigend. Denn die Namensinteressenten verstecken sich hinter der vermeintlichen Anonymität des Internets und versuchen es getreu dem Motto „Argumentation ist alles“ mit schnörkellosen Anreden wie „Hallo sie Pfotze“. Wenn nichts hilft, dann doch zumindest das! Über den Adressaten machte man sich im Vorfeld offenbar keine Gedanken, sonst wäre die Wahl womöglich auf eine geschlechtergerechtere Beleidigung gefallen. Keine Zeit für Überlegungen oder Rechtschreibung – es geht um einiges: Zum Beispiel eine potenzielle Karriere als „Influencer“. Das eigene Image versteckt hinter Selfies soll schließlich etwas wert sein. Da passt es in den Augen der Nutzer gar nicht, dass Nico Kaiser nur unregelmäßig aktiv ist – bloß alle paar Tage postet er ein Foto.

Nico bleibt dennoch hart, den Namen will er nicht hergeben. Aus den Anfragen macht er sich allerdings einen Spaß: Auf seinem Internet-Blog „Can I have your Instagram name?“ (Kann ich deinen Instagram-Namen haben?) veröffentlicht der 36-Jährige die besten Nachrichten.

Von Mandy Sarti

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