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Kultur Woody Allen warnt vor Hexenjagd im Fall Weinstein
Nachrichten Kultur Woody Allen warnt vor Hexenjagd im Fall Weinstein
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12:56 16.10.2017
Äußert sich zur Weinstein-Affäre: Star-Regisseur Woody Allen. Quelle: dpa
New York

Was da jetzt ans Licht käme, „die ganze Weinstein-Angelegenheit, sei sehr traurig für alle Beteiligten. Tragisch für die armen Frauen, die davon betroffen waren, traurig für Harvey, dessen ganzes Leben nun im Eimer ist“, sagte Woody Allen der BBC. Gleichzeitig warnte Allen allerdings auch vor einer „Hexenjagd-Atmosphäre“. Der Regisseur hatte mit Harvey Weinstein in den 1990er Jahren bei mehreren Filmprojekten zusammen gearbeitet. Allen bestritt, von den Vorwürfen gegen Weinstein jemals gehört zu haben.

„Niemand hat mir derlei Horrorgeschichten erzählt“

„Niemand ist jemals bei mir damit angekommen oder hat mir derlei Horrorgeschichten erzählt“, sagte Allen der BBC. „Und sie hätten mich auch nicht angesprochen, denn derlei interessiert dich auch nicht bei der Arbeit. Dich interessiert nur dein Film.“ Allen fügte allerdings dazu, bei allem Verständnis für die Opfer, müsse man es vermeiden „dass eine Hexenjagd-Atmosphäre entsteht, in der jeder Typ, der im Büro einer Frau zuzwinkert, plötzlich einen Anwalt zurate ziehen muss, um sich zu verteidigen. Das wäre auch Unrecht.“

Selbst Mittelpunkt von Missbrauchs-Ermittlungen

Woody Allen war in den 1990er Jahren selbst Gegenstand einer Anklage wegen sexuellen Missbrauchs. Hintergrund war ein erbitterter Sorgerechtsstreit zwischen Allen und seiner Ex-Frau Mia Farrow. Deren Adoptivtochter, Dylan Farrow, damals sieben, erhob Vorwürfe gegen ihren Stiefvater, er habe sie sexuell missbraucht. Die Folge war eine erbitterte Schlacht der Gutachter und Juristen. Die Akte wurde 1993 geschlossen, trotz Bedenken des Staatsanwalts, es gebe „glaubwürdige Hinweise“ in Richtung eines Missbrauchs. Das zuständige Jugendamt hingegen schloss im selben Jahr seine Ermittlungen ab. Es habe „keinerlei glaubwürdige Hinweise gegeben, dass das in den Akten genannte Kind misshandelt oder missbraucht worden sei“.

Allens leiblicher Sohn deckte die Weinstein-Affäre auf

Das Allen-Lager warf Mia Farrow vor, Dylan instrumentalisiert und gecoacht zu haben, doch die Tochter erneuerte 2014 in einem offenen Brief die Vorwürfe. Dylans Bruder Moses, Familientherapeut von Beruf, sagte dem „People“-Magazin, seine Mutter habe ihre Kinder zum Hass auf Allen erzogen, um sich durch diese Manipulation an ihrem Ex-Mann zu rächen. Grund des Zerwürfnisses zwischen Farrow und Allen war Allens Affäre mit Mia Farrows Adoptivtocher Soon-Yi Previn, seiner heutigen Frau.

Allens leiblicher Sohn Ronan steht bis heute zu seiner Schwester Dylan und ihren Anwürfen und ist mit seinem Vater verfeindet. Pikanterweise war es der Reporter Ronan Farrow, der die gesamte Tragweite der Affäre Weinstein in einer großen Geschichte für den „New Yorker“ öffentlich machte.

Von RND/Daniel Killy

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