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Kultur „Unwort des Jahres“ 2018: Söders Begriff „Asyltourismus“ gilt als Top-Kandidat
Nachrichten Kultur „Unwort des Jahres“ 2018: Söders Begriff „Asyltourismus“ gilt als Top-Kandidat
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09:39 26.10.2018
Was wird das „Unwort des Jahres“ 2018? Noch läuft der Wettbewerb. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Berlin

Der von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) benutzte Begriff „Asyltourismus“ hat Chancen, zum nächsten „Unwort des Jahres“ gekürt zu werden. Bis jetzt seien knapp 500 Einsendungen mit knapp 300 verschiedenen Vorschlägen eingegangen, teilte die sprachkritische Jury des Instituts für Sprach- und Literaturwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt mit. Spitzenreiter sei mit knapp 100 Einsendungen das Wort „Asyltourismus“. Das „Unwort des Jahres“ wird am 15. Januar kommenden Jahres verkündet.

Die anderen „Unwort des Jahres“-Kandidaten: „Denkmal der Schande“ oder „Vogelschiss“

Zu den weiteren Vorschlägen gehören der von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt genutzte Begriff „Anti-Abschiebe-Industrie“. Auch der Begriff „Blutaustausch“, mit dem eine Verjüngung von Personal gemeint sei, sei unter den Einsendungen, ebenso wie die Bezeichnung „Denkmal der Schande“ im Zusammenhang mit dem Holocaust-Denkmal in Berlin. In einer Rede in Dresden hatte der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke unter anderem mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

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Die Kandidaten für das „Unwort des Jahres“ 2017

Weitere Vorschläge sind „Feminismus-Flausen“, „Grenzöffnung“ und der von AfD-Chef Alexander Gauland Anfang Juni verwendete Begriff „Vogelschiss“: Hitler und die Nazis seien ein „Vogelschiss“ in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte, hatte Gauland Anfang Juni gesagt.

Noch bis zum 31. Dezember können alle Bürger Vorschläge einschicken. Mit dem „Unwort des Jahres“ kritisiert die Jury Schlagworte, die „gegen das Prinzip der Menschenwürde“ und „Prinzipien der Demokratie“ verstoßen, weil sie „einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren“ oder „euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend“ sind. Die Aktion gibt es seit 1991.

Von dpa / RND

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