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Kultur Teenagers Erwachen: „Es war einmal Indianerland“
Nachrichten Kultur Teenagers Erwachen: „Es war einmal Indianerland“
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11:33 20.10.2017
Schwein gehabt: Mauser (Leonard Scheicher) und Edda (Johanna Polley) zu zweit im Wald. Eigentlich liebt Mauser eine andere. Quelle: Foto: Camino
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Hannover

Der 17-jährige Mauser (Leonard Scheicher) lebt in einer Stadtrandsiedlung und steht kurz vor einem wichtigen Boxkampf. Auf einer nächtlichen Party in einem Freibad, die von der Polizei gesprengt wird, verguckt er sich in Jackie (Emilia Schüle). Viel mehr scheint sich aber Edda (Johanna Polley) für ihn zu interessieren. Sie schreibt ihm merkwürdige Postkarten. Als dann auch noch sein Vater Zöllner (Clemens Schick) Mausers Stiefmutter tötet, fliegt Mauser das eigene Leben um die Ohren. Wer zum Beispiel ist der immer wieder auftauchende Indianer, den nur er zu sehen scheint?

Verliebtsein, Drogen, jugendliche Verwirrung – „Es war einmal Indianerland“ enthält viele Motive einer typischen Coming-of-Age-Story. Der Film basiert auf dem Roman von Nils Mohl, der auch das Drehbuch schrieb. Die Geschichte muss man sich jedoch selbst herausfiltern.

Das Surreale und Rauschhafte dominiert

Regisseur Ilker Çatak legt in seinem Debüt einen ungeheuren Stilwillen an den Tag – er probiert alles Mögliche aus. Schon die Episode mit der Poolparty wirkt wie ein langer Rausch. Die Handlung wird gern mal vor- und zurückgespult, Zeitlupe und Zeitraffer werden eingesetzt. Überhaupt dominiert das leicht Surreale. Einmal steht Mauser sich selbst gegenüber – ohne in einen Spiegel zu blicken. Die Verwirrung des Zuschauers ist Programm. Schließlich soll er sich in die Gefühlslage eines Teenagers hineinversetzen. Mitunter wirkt die Stilverliebtheit des Regisseurs aber übertrieben.

Emilia Schüle im Videointerview zur Tragikomödie „Simpel“.

Weitere Videos von „Spätvorstellung - Das Kinomagazin“.

Von Jörg Brandes / RND

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