Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Kultur Tabatabai kämpft für die Quote im Film
Nachrichten Kultur Tabatabai kämpft für die Quote im Film
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:47 31.01.2018
Eine der Gründerinnen von „Pro Quote Film“. Quelle: dpa
Berlin/Rostock

Frauen werden in der deutschen Film- und Fernsehbranche nach Angaben einer neuen Initiative noch immer stark benachteiligt. Nicht nur in der Regie, auch in allen anderen kreativen Schlüsselpositionen seien sie unterrepräsentiert, heißt es im Gründungsaufruf der Initiative „Pro Quote Film“, zu der sich weibliche Medienschaffende in Berlin zusammengeschlossen haben. Zu den Gründerinnen gehören die Drehbuchautorin Dorothee Schön, die Schauspielerin Jasmin Tabatabai und Regisseurin Connie Walther.

Nur die Hälfte der Frauen, die an Filmhochschulen ausgebildet würden, arbeiteten in ihrem Beruf. Erfolgskriterien wie Durchsetzungskraft und Selbstbewusstsein würden eher Männern zugeschrieben, Frauen würden als „Risikofaktor“ gelten, hieß es bei der Präsentation des Bündnisses. Die Ungleichheit spiegele sich auch bei den Subventionen wider. So habe der Deutsche Filmförderfonds 2016 knapp 50 Millionen Euro bewilligt, 82 Prozent davon gingen an von Männern verantwortete Produktionen.Im Bereich Kamera und Ton waren 92 beziehungsweise 96 Prozent der Stellen mit Männern besetzt. Im Bereich Produktion waren Männer zu 48 Prozent vertreten, Frauen zu 32 Prozent und 20 Prozent waren gemischtgeschlechtliche Teams.

Auch Anke Engelke ist für die Quote im Film

Eine von der Stiftung MaLisa in Auftrag gegebene ebenfalls 2017 veröffentlichte Studie zur Repräsentation der Geschlechter im Film zeigte, dass Frauen im Film vor allem als Heldinnen oder Expertinnen stark unterrepräsentiert sind. Initiiert hatte die Studie die Schauspielerin Maria Furtwängler („Tatort“). Wissenschaftler vom Institut für Medienforschung der Universität Rostock nahmen fast 3000 Programme von 17 Sendern, das Angebot von vier Kindersendern sowie knapp 1000 Kinofilme unter die Lupe.

Forderung: Fördergelder und Aufträge zur Hälfte an Frauen vergeben

Die neue Initiative „Pro Quote Film“ fordert, Aufträge von ARD und ZDF sowie öffentliche Fördergelder künftig nach einer 50-Prozent-Quote zu vergeben. In der Gesamtschau aller Produktionen sollte die Zahl weiblicher und männlicher Rollen ausgewogen verteilt sein, Frauen über 35 Jahren stärker in den Drehbüchern vorkommen. Insgesamt stellt „Pro Film Quote“ zehn Forderungen auf, um den weiblichen Anteil zu heben.

In den USA gibt es im Zuge der #Me-Too-Debatte bereits Richtlinien gegen sexuelle Belästigung beim Dreh. Eine Regelung, wie sie „Pro Film Quote“ fordert, würde noch viel tiefer in die patriarchalen Strukturen vordringen.

Von dpa/RND/may

Der „Merz Barn“ von Kurt Schwitters, dem vor den Nazis nach England geflohenen Künstler aus Hannover, soll zu Geld gemacht werden – und geht vielleicht in chinesische Hände über.

31.01.2018
Kultur Nora Gomringer zur Debatte um ihren Vater - „Ich würde den Text restlos entfernen lassen“

Die Lyrikerin Nora Gomringer ist Feministin und entgeistert über die Diskussion um ein Gedicht ihres Vaters, das einige sexistisch finden. Die Bachmannpreisträgerin hat jetzt eine Guerilla-Poesie-Aktion bei Instagram gestartet.

31.01.2018

In ihrem Essay „Die Freiheit, frei zu sein“ schreibt Hannah Arendt über Revolutionen und Befreiung. Nun liegt der in den 60ern entstandene Text erstmals auf deutsch vor – und erklärt auch die Gegenwart.

31.01.2018