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Kultur „Sweet Home Alabama“ – Gitarrist Ed King ist tot
Nachrichten Kultur „Sweet Home Alabama“ – Gitarrist Ed King ist tot
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10:01 24.08.2018
Er war einer der drei Komponisten von „Sweet Home Alabama“: der Gitarrist Ed King, hier im Jahr 2006 beim CMA Music Festival in Nashville. Quelle: imago/ZUMA Press
Nashville

Das Lied war eine Lanze für den Süden. Ein Heimatlied auf „Sweet Home Alabama“, den US-Staat, der als besonders rückständig und rassistisch galt. Lynyrd Skynyrd aus Jacksonville, Florida, wollten die Schelte nicht auf dem Rebellenstaat sitzen lassen. Im süßen Alabama seien die Himmel „blue“ (blau), sei der Gouverneur „true“ (aufrichtig) und sei die Musik gut. Der Song, der 1974 auf ihrem zweiten Album „Second Helping“ erschien, war zugleich ein Mittelfinger in Richtung des kanadischen Songwriters Neil Young, der zuvor in seinen Liedern „Southern Man“ und „Alabama“ auf die überkommene Rassentrennung im Süden hingewiesen hatte. Die liedimmanente Botschaft an den Kanadier lautete: „Die Südstaatler brauchen dich nicht, Neil Young!“

Legendärer Drei-Gitarren-Sturm

Einer der drei Komponisten des Songs ist am Mittwoch im Alter von 68 Jahren gestorben – Gitarrist Ed King, auf dessen Konto vor allem der markante Riff geht. King war als einziger in der Band kein waschechter Southern Gent, er stammte aus Glendale im südlichen Los Angeles County. In den 1960er Jahren war er Mitglied der in den USA erfolgreichen Psychedelic-Rockband Strawberry Alarm Clock gewesen. Wiederholte gemeinsame Auftritte führten schließlich nach der Auflösung von SAC zu Kings Wechsel zu Lynyrd Skynyrd, wo er zunächst Leon Wilkeson am Bass ersetzte, nach Wilkesons Rückkehr aber dritter Gitarrist wurde. Das war Ursprung des legendären Drei-Gitarrensturms, der die Band in den Siebzigerjahren zur Livesensation machte. King schrieb bei weiteren Songs wie „Saturday Night Special“ und „Whisky Rock-A-Roller“ mit, aber „Sweet Home Alabama” überragte alle, wurde quasi zum Label der Band.

Ausstieg zwei Jahre vor dem Flugzeugabsturz

1975 stieg King aus. Ein Streit mit Bandgründer Ronnie van Zant über gerissene Gitarrensaiten führte zum Bruch: „Ich packte mein Zeug und ging“ erinnerte sich King in der Doku „If I Leave Here Tomorrow“. Zwei Jahre später stürzte ein Flugzeug mit Lynyrd Skynyrd an Bord ab, wobei die Bandmitglieder Ronny van Zant und Steve Gaines starben. Die Geschichte der Band schien zu Ende. Bei der Neugründung 1987 war King dann wieder dabei und blieb Mitglied bis zu einer schweren Herzerkrankung, die ihn 1996 zum Aussteigen zwang. 2006 wurde er in die Rock’n’Roll-Hall Of Fame aufgenommen. 2011, nach einer erfolgreichen Herzverpflanzung wollte er erneut zu Lynyrd Skynyrd zurückkehren. An eine entsprechende Vereinbarung konnten sich seine Kollgen Gry Rosington und Johnny van Zant jedoch nicht erinnern. Am 22. August erlag er, wie der Nachrichtensender WTVF mitteilte, in Nashville, Tennessee, einer Krebserkrankung. Lynyrd-Skynyrd-Mitgründer Gary Rossington veröffentlichte umgehend ein Statement: „Ed war unser Bruder und ein großer Songwriter und Gitarrist. Ich weiß, er wird sich mit dem Rest der Jungs im Rock’n’Roll-Himmel wiedervereinigen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie.“

Ein Welthit, der weitere Hits zeugte

Kings größter Hit wird noch heute täglich weltweit von Radiosendern gespielt und zeugte weitere His. Der US-Songwriter Warren Zevon klonte ihn 1978 erfolgreich unter dem Titel „Werewolves of London“. Und 2007 verneigte sich Kid Rock, ein Sänger aus dem Nordstaat Michigan, der Südstaatenrock mit Hip-Hop-verbandelt, mit seinem Song „All Summer Long“ vor dem Klassiker, was einen neuerlichen Welthit abwarf. Ja sogar der gescholtene Neil Young mochte das Lied. Er spielt es zuweilen sogar auf seinen Konzerten. Wenn er ein schwarzes Shirt mit der Aufschrift „Tonight’s The Night“ trägt, wissen seine Fans: Heute nacht ist wieder Mal Zeit für „Sweet Home Alabama“.

Von Matthias Halbig/RND

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