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Kultur „Sharknado“: Der letzte Teil kommt ins Fernsehen
Nachrichten Kultur „Sharknado“: Der letzte Teil kommt ins Fernsehen
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14:32 22.08.2018
Teil sechs reiht sich ziemlich nahtlos ein in die bisherigen sinnbefreiten Fortsetzungen von „Sharknado“ über Tornados, die aggressive Haie zu einem todbringenden Strudel aufwirbeln. Quelle: Anastasiya Sergienya/Fells Point Productions/SYFY/dpa
Hannover

Habt Angst, Menschen! Denn der Klimawandel könnte ganz fürchterliche Ausmaße annehmen. Beispielsweise, wenn Wirbelstürme über dem Meer entstehen, die ganze Haifischschwärme ihrem natürlichen Lebensraum entnehmen und sie über amerikanischen Großstädten niederregnen lassen.

Wie es in dem Katastrophenfilm „Sharknado“ passierte. Der Hai kam anno 2013 auch zu denen geflogen, die aus Furcht vor ihnen niemals im Meer baden würden. Und der Surfer und Barbesitzer Fin Shepard (Ian Ziering) hatte alle Hände voll zu tun, Frau, Tochter, Schulkinder und wen auch immer vor den Meeresräubern zu retten. Seither flogen sie alle Jahre wieder, und jetzt in „The Last Sharknado“ zum sechsten und letzten Mal.

Fressen oder Gefressen werden

Der Hai ist eines der großen Angsttiere der Menschheit. Wie ja überhaupt schon die Schwärze eines stinknormalen Baggersees ausreicht, das Vorstellungsvermögen der darin Schwimmenden unangenehm zu kitzeln. Was einem da nicht alles urplötzlich mitten in der Kraulbewegung an den Zehen knabbern könnte. Gewässer sind unheimlich, undurchschaubar, Wasser ist zudem ein Medium, in dem wir uns viel ungelenker bewegen als die dort einheimischen Kreaturen.

Von links nach rechts: Cassie Scerbo als Nova Clarke, Vivica A. Fox als Skye, Ian Ziering als Fin Shepard und Tara Reid als April Wexler wollen in „Sharknado –.The Last One“ zum Ursprung der Haitornados reisen. Quelle: Anastasiya Sergienya/Fells Point Productions/SYFY/dpa

Vor allem in den Meeren leben Kraken, Riesenkrebse, Riesenquallen und allerhand unsympathisch bis mürrisch aussehendes Fischzeug. Darunter eben der Hai, dessen aus dem Meeresspiegel ragende Rückenflosse nicht nur Seemänner in langsam absaufenden Wracks daran erinnert, dass es auf Erden im Grunde nur um Fressen und Gefressenwerden geht.

Vom weißen Hai bis zum Saurier-Shark

Das Kino versuchte es zunächst mit Sachlichkeit. Dokumentationen von Meeresfilmern wie Hans Hass („Menschen unter Haien“, 1947) und Jacques Cousteau („Die schweigende Welt“, 1956) zeigten den Zahnfisch als eher uninteressiert am Mensch als Beute, als Aufräumkommandos der Meere. Aber noch im selben Jahr brachte Jerry Hoppers „Haie greifen an“ den Hai als Hollywood-Horror. Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ (1975) hievte den nautischen Thrill ins Blockbusterformat. Der Great White frisst Badegäste und zur Not auch ein Boot.

Fortan war der Hai im Kino ein grausiger Killer, und blieb das bis heute in den Fortsetzungen von „Der Weiße Hai“, anderen Filmserien wie „Shark Attack“ und in gelegentlichen Hai-Highlights wie „47 Meters Down“ und „The Shallows“ (beide 2016). Im Grunde gibt es seit damals nichts Neues von der Fressmaschine mit den kalten, schwarzen Augen: Selbst den Urzeithai „Meg“ alias Megalodon, der derzeit im Kino Jason Statham zusetzt und der Spielbergs Räuber wie eine Sardine mit Zähnen aussehen lässt, ist ein alter Hut. Seit 2002 zog er schon in diversen „Jurassic Shark“-Filmen seine blutigen Bahnen. Freilich noch nicht so prima animiert wie heute.

Alle Jahre wieder beißt der Hai – zur Not ist es eben Kult

Der vom Déjà vu genervte Filmfan blieb Haispektakeln irgendwann fern. So versuchte die Branche es mit Trash, der irrwitzigen, in Bild und gesprochenem Wort bewusst billigen Überzeichnung des Genres. In dem Fernsehfilm „Sharktopus“ ließ der „Sharknado“-Sender SyFy 2010 eine genetische Kreuzung aus Hai und Oktopus auf Strandbesucher los, in „Sharktopus vs. Whalewolf“ (2015) kämpfte der dann gegen einen Schwertwal-Wolf-Mix (!). Der Fantasie sind dank des gentechnischen Simsalabim keine Grenzen gesetzt. Und wer sagt, das sei doch alles hirnloser Schrott, bekommt von Fans ein Grinsen und ein „Eben!“ Qualität ist das letzte, was ein Trashfan will. Brutaler Blödsinn dagegen bekommt als Lorbeer den Ehrennamen Kult.

Einmal will es „Sharknado“ noch wissen

Und so sehen wir noch ein letztes Mal Fin zu (was ja auch das französische Wort für „Ende“ ist), wie er ab 23. August in seiner ultimativen Mission sogar auf Zeitreise geht, wo Haie sich Dinosaurier schnappen, Revolverhelden im Wilden Westen die Schusshand abbeißen und windschnittig über König Artus‘ Schloss hinwegsegeln. Selbstironisch hat SyFy seinen postapokalyptischen Streifen mit „Es wird langsam Zeit“ übertitelt, das Tempo verdoppelt und handlungsentkernt. Ganz am Ende gibt’s die Haifischvariante von „Rotkäppchen“ in der Kettensägenmassakervariante.

Der progressivste Filmhai schwamm in Pixars Animationsfilm „Findet Nemo“ (2003). Der Weiße Hai Bruce gab seiner vegetarischen Selbsthilfegruppe die Losung aus: „Fische sind Freunde. Kein Fressen.“ Was dann ja auch für uns Menschen gilt, oder?

Wers glaubt. Der nächste Haisturm kommt bestimmt.

Ab 23. August auf Syfy, ab 21. September auf DVD

Von Matthias Halbig / RND

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