Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Kultur Ostergeschenke für Angsthasen, Verliebte und Forscher
Nachrichten Kultur Ostergeschenke für Angsthasen, Verliebte und Forscher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:15 27.03.2018
Für Angsthasen: Für diese Zielgruppe empfehlen wir einen kleinen Band über Zahnheilkunde. Quelle: dpa
Berlin

Für wahre Helden: Er trägt den Beinamen „der Große“, kommt aber aus kleinen Verhältnissen. Sein Herr hat den riesenhaften Jungen kurz vor dem Ableben zum Ritter geschlagen, jetzt muss der sich einen Ruf erkämpfen. George R. R. Martin weiß in den Erzählungen des ersten Bands vom „Heckenritter von Westeros“ (zeitlich angesiedelt rund 100 Jahre vor den Geschehnissen aus „Game of Thrones“) wie schmutzig, blutig, komisch und armselig das Heldenhandwerk sein kann. Die Geschichte des armen, ehrenhaften Ritters Dunk hat etwas verzweifelt „Don Quichottiges“. Und sie passt zur Osterzeit, heißt Dunks pragmatisch angelegter Knappe doch Ei (und ist auch so kahl wie eins). big

Für Frühlingsharmoniker

Hinter dem Begriff Indie-Folkband kann allerhand stecken, das kann am Ende sogar rasselnd punkig klingen. Im Fall des Quartetts Darlingside aus Boston/Massachusetts - Don Mitchell, Auyon Mukharji, Harris Paseltiner und David Senft – verbirgt sich hinter Indie-Folk allerdings ein fein ziselierter, superharmonischer Satzgesang, der selbst Brian Wilson von den Beach Boys zu Tränen rühren dürfte. Hört man Lieder wie „Old Friend“, „Orion“ oder „Lindisfarne“ vom Album „Extralife“ (Thirty Tigers) der jungen Amerikaner, bricht endlich der innerliche Frühling aus. Und macht man dann noch die Terrassentür auf und lässt die Klänge in den Garten strömen, blüht im Handumdrehen der Apfelbaum. big

Für Empörungsfreudige: Die Serie „Der Report der Magd“. Quelle: Verleih

Für Empörungsfreudige

Sie müssen kuschen und Kinder für die Reichen und Mächtigen gebären, die Mägde in der Republik Gilead, einem Gottesstaat, der früher mal die USA war. Doch die Magd Desfred hat in der Serie „The Handmaid’s Tale“ (nach dem Roman von Margaret Atwood) nicht vergessen, wie sich die Freiheit anfühlte. Sieht man sie aus der Vogelperspektive in ihrer Dienerinnenrobe, sieht man auch schon das Blutrot des kommenden Aufstands. Und blickt man in die wissenden Augen der Hauptdarstellerin Elisabeth Moss, möchte man sich mit ihr gegen alles Unrecht verbünden. Die erste Staffel der mit dem Golden Globe gekürten Serie gibt es jetzt auf DVD und BluRay (die zweite ab 25. April auf dem Streamingportal Entertain TV). big

Für Klassikerfreunde

Ein bisschen sind Hörbücher ja aus der Mode gekommen. Doch wer sich William Faulkners modernen Klassiker „Licht im August“ anhört, versteht nicht so recht, warum eigentlich. Gemeinsam mit Schauspielstars wie Sylvester Groth, Angela Winkler und Ulrich Matthes hat Regisseur Walter Adler die Geschichte über Rassismus und religiöse Verblendung in den Südstaaten der USA als Hörspiel bearbeitet (Verlag Hörbuch Hamburg). Gewaltig, herzzerreißend und atmosphärisch dicht. sul

Für Tierfreunde: Kröten sind nicht die schönsten, aber liebenswert, wie ein Naturkunden-Buch nahelegt. Quelle: dpa

Für Tierfreunde

Klar, sie gilt nicht gerade als eine Schönheit, aber manchmal zählen doch noch andere Werte. In der wunderbaren „Naturkunden“-Reihe des Verlags Matthes & Seitz erkundet Beatrix Langner die Welt der Kröten. Auf 170 Seiten mit vielen Abbildungen schafft es die Autorin, dass man diesen Tieren, die gerade wieder auf Wanderschaft sind, nach und nach immer mehr abgewinnt. Und sie irgendwann sogar lieb gewinnt. Nun ja: fast. sul

Für Fotofans

In jedem Jahr präsentieren die Hamburger Deichtorhallen „Gute Aussichten“, aktuelle Beispiele junger deutscher Fotografie. Noch bis zum 21. Mai laufen diese spannungsreiche Ausstellung und eine Schau herausragender junger Fotos vergangener Jahrgänge in dem Haus, ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs. Dazu gibt es jeweils auch einen Katalog – doch einen Ausflug in die Stadt an die Alster sind die „Guten Aussichten“ allemal wert. sul

Für Verliebte: Gedichte ums körperliche Begehren von Thomas Gsella. Quelle: Verleih

Für Verliebte

Der Schriftsteller Thomas Gsella ist ein Meister der Reimform. Gern widmet er sich auch der Tagespolitik. In seinem neuen Buch geht’s ums körperliche Begehren. Seine „Lustgedichte“ (Haffmans Verlag bei Zweitausendeins, 128 Seiten, 12,90 Euro) bieten „Aufklärung für Aufgeklärte“. Ein Beispiel der eher harmlosen Art: „Ein Biber stieß beim Burgenbau / Im Uferschlamm auf eine Sau / Und dacht‘ nach einer Weile: „Nein, / Das soll nicht meine Burgfrau sein.“ / Moral: Es scheint, ein Biber Mag Biberinnen lieber.“ rom

Für Angsthasen

In „Mut zur Lücke“ erzählt Richard Barnett die Geschichte der Zahnheilkunde. Das Buch (DuMont Verlag, 256 Seiten, 34 Euro) ist reich illustriert mit den schönsten zahnmedizinischen Geräten (Zangen, Bohrer und vieles, dessen Funktion sich nur erahnen lässt). Fotos schwer kariöser Zähne legen nahe, den nächsten Zahnarztbesuch nicht zu verschieben. Wer Angst hat: Dieses Buch dient der Abhärtung! rom

Für Fußballfreunde: Das Buch „Der springende Punkt ist der Ball“. Quelle: PICTURE POINT

Für Fußballfreunde

Dr. Konrad Koch, der Mann, der den Fußball nach Deutschland holte, war Gymnasiallehrer in Braunschweig. Er unterrichtete Alte Sprachen und Deutsch. Ein Deutschlehrer also steht am Beginn der Geschichte des deutschen Fußballs. Und das ist auch die Geschichte einer ganz besonderen Sprache. In „Der springende Punkt ist der Ball“ (Duden Verlag, 208 Seiten, 10 Euro) erläutert Christoph Marx, wie aus dem Vorstopper der Verteidiger wurde, was eine Fahrstuhlmannschaft ist und warum es eine Fußballphilosophie gibt. Als Fazit bleibt nur eine Formulierung von Andreas Möller: „Vom Feeling her ein gutes Gefühl“. rom

Für Forscher

Schon mal eine Streichholzrakete gezündet? Erbsen bei der Aktivierung ihrer Superkräfte zugesehen? Oder ein Sperrholzbrett per Handkantenschlag zerdeppert? Für die wunderbaren Experimente, die das Bilderbuch „Puff! Platsch! Peng!“ (Sauerländer) für sämtliche 52 Wochen im Jahr und Forscher von acht bis 80 parat hält, braucht es kein High-Tech-Labor, sondern nur ein paar Alltagsutensilien und ab und an den Baumarkt. In dem von Gregor Hinz kunterbunt illustrierten Buch beschreibt Autorin Saralisa Volm mit anarchischem Forschergeist Material und Vorgehensweise - und erklärt nebenbei auch, was warum funktioniert. ben

Für Vogelfreunde

Jetzt hört man sie wieder zwitschern, sieht sie in den noch blattlosen Bäumen herumflitzen und turteln. Vögel zu beobachten macht glücklich – und wer das noch nichts weiß, der kann sich von „Geo“-Reporterin Johanna Romberg dazu verführen lassen. In dem schön illustrierten Buch „Federnlesen“ (Lübbe) erzählt die Hobby-Ornithologin von Singstunden mit dem Rotkehlchen, dem tanzbegabten Kiebitz und anderen gefiederten Gesellen. Das macht sofort Lust, rauszugehen und selber zu gucken. Und wenn man liest, dass die Welt in den vergangenen 30 Jahren um 421 Millionen Vögel ärmer geworden ist, dann möchte man sowieso alles tun, um den Rest zu erhalten. ben

Für Möchtegern-Abenteurer

Lust auf ferne Länder, aber zu träge, um loszufahren? Auf Expeditionen zu seltenen Tieren, aber nicht genug Mut? Dann ist Douglas Adams‘ – ja genau, der mit „Per Anhalter durch die Galaxis“ – der richtige Guide in unbekannte Welten. Auch wenn diese sich im Hörbuch „Die letzten ihrer Art“ (DAV) an ganz realen Schauplätzen finden. Der Sofa-Abenteurer trifft da den Komodowaran auf Galapagos, blinde Flussdelfine in China und komische Flughunde auf Mauritius. Völlig ungefährlich und angenehm unstrapaziös kann man mit Adams hier auf Kopfreise gehen. Satte sieben Stunden lang, beflügelt von der wandlungsfähigen Stimme des Schauspielers Stefan Kaminski. ben

Für nichtreisende Weltenbummler

Ägypten? Viel zu gefährlich! Anatolien? Geht gar nicht! Argentinien? So weit weg? Andalusien? Ist das nicht zu heiß? Okay, dann Quadro Nuevo: Die Weltmusiker klauben aus all diesen und anderen Regionen magische Melodien, gewinnen Echo-Jazz-Preise, sind dauernd unterwegs und einschließlich der Moderationen großartig! hmk

Für Nicht-mehr-Festivalgänger: Die Band Tocotronic beim „A Summer’s Tale“ in gelöster Atmosphäre. Quelle: dpa

Für Nicht-mehr-Festivalgänger

Kein Matsch, keine Bierduschen, gute Musik, leckeres Essen und vieles mehr. Bei „A Summer’s Tale“ - 1. bis 4. August in Luhmühlen bei Hamburg - kann man kollektiv Swing tanzen, Weintastings machen, Poetry-Slammern lauschen, Vorträgen über Nachhaltigkeit zuhören und vieles mehr. Mando Diao, Madness, Passenger, Kettcar, Tocotronic und viele andere kommen auch. Sogar Kinder fühlen sich hier pudelwohl. hmk

Für nicht tanzende Tanzfreunde

Das denkbar schönste Festival für Tanz, Jazz, Klassik, Literatur und mehr findet in der Autostadt Wolfsburg statt: Zu „Movimentos“ vom 4. April bis 6. Mai kommen internationale Tanztruppen an einen Spielort, der mehr Magie besitzt als die Elbphilharmonie: Das VW-Kraftwerk am Hafenbecken spielt seine eigene Rolle bei den Tanztheaterabenden. Aber Beeilung! Karten werden schon knapp, auch für Konzerte & Co. hmk

Für Geheimniskrämer

Ein riesiger Baobab-Baum in Südafrika, der in seinem Innern einen Pub beherbergt, ein tödlicher englischer Garten voller Giftpflanzen oder eine Elfenschule in Island: Der „Atlas Obscura“ aus dem Mosaikverlag führt laut Untertitel zu den „verborgenen Wundern der Welt“. Dafür muss man nicht immer gleich ans Ende der Welt reisen: Auch der tausendjährige Rosenstock aus Hildesheim oder die sagenumwobene Einhornhöhle im Harz haben es ins Buch geschafft. Selbst der Fantasyautor Neil Geiman outete sich als Fan des Bandes. may

Für Detektive: Ein Sherlock-Holmes-Spiel. Quelle: BBC

Für Detektive

Ein Anschlag aufs Londoner Parlament wurde verübt, und Sherlock Holmes fahndet nach dem Täter. Doch auch sein Widersacher Moriarty sammelt Hinweise wie Zigarettenstummel oder Dokumentfragmente auf, um Spuren zu verwischen. In diesem Kosmos-Spiel für zwei treten die beiden Meisterdenker gegeneinander an und treffen dabei auf viele alte Bekannte aus der Romanreihe von Arthur Conan Doyle. Bei Mrs Hudson gibt es zum Fünf-Uhr-Tee zum Beispiel immer wichtige Einflussmarker. Und mithilfe von Irene Adler, Sherlocks Nemesis, kann man dem Gegner die Lieblingskarte stehlen… may

Für Briefschreiber

„Für mich bist du Wüste und Meer und alles, was Geheimnis ist“, schreibt Ingeborg Bachmann 1949 an Paul Celan. Heinrich von Kleist nennt Henriette Herz „meine Eingeweide“, Jean-Paul Sartre seine Simone de Beauvoir scherzhaft Castor (Biber). Diese Sammlung von Liebesbriefen berühmter Persönlichkeiten ist so voller Poesie und Herzblut, wie es eine SMS kaum sein kann. „Schreiben Sie mir oder ich sterbe“ ist im Piperverlag erschienen. Dazu passen als Geschenk ein paar Seiten eines besonderen Briefpapiers. may

Von Matthias Halbig/RND, Martina Sulner, Ruth Bender, Hans-Martin Koch, Ronald Meyer-Arlt, Nina May/RND

Der Schriftsteller Ingo Schulze möchte sich gerne mit den Unterzeichnern der umstrittenen „Erklärung 2018“ und Flüchtlingen zusammen an einen Tisch setzen. Im Interview erzählt er auch, weshalb die Empörung in seiner Heimatstadt Dresden so groß ist.

22.03.2018

Alicia Vikander sucht als neue Lara Croft in „Tomb Raider“ (Kinostart: 15. März) die Mumie einer Todesgöttin und ihren verschollenen Vater. In der Rolle der Videospiel-Ikone macht die Schauspielerin eine gute Figur. Der Rest ist das übliche Mumienfilm-Fest.

21.03.2018

Hartmut Dorgerloh wird neuer Chef des Berliner Humboldt Forums. Kulturstaatsministerin Monika Grütters überraschte mit der Entscheidung, ihm wohl schon ab 1. Juni die Intendanz zu übertragen. 2002 wurde er mit nur 40 Jahren Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

24.03.2018