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Kultur Buchgroßhändler Koch, Neff und Volckmar (KNV) meldet Insolvenz an
Nachrichten Kultur Buchgroßhändler Koch, Neff und Volckmar (KNV) meldet Insolvenz an
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16:17 14.02.2019
Der Buchgroßhändler KNV hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hofft auf einen neuen Investor. Quelle: Jan Woitas/dpa
Stuttgart

Der Buchgroßhandel Koch, Neff und Volckmar (KNV) hat an diesem Donnerstag Insolvenzanträge beim Amtsgericht Stuttgart eingereicht, wie das Unternehmen in einer Presseinformation mitteilte. Mit dem sogenannten Barsortiment sorgt das Unternehmen dafür, dass bei Buchhändlern bestellte Ware am nächsten Werktag um 10 Uhr an über 7.000 Verkaufsstellen geliefert wird – und so der Kunde seine bestellten Bücher erhält. Auch das Onlineportal buecher.de wird von den Zentrallagern von KNV beliefert. Die von der Unternehmensgruppe KNV betriebene Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft (LKG) ist laut einer Mitteilung des Unternehmens nicht betroffen.

Die Verhandlungen mit einem Investor für die ganze Unternehmensgruppe ist am Mittwochabend überraschend gescheitert, teilt KNV mit. Das brachte den Großhändler in schwerwiegende finanzielle Schwierigkeiten.

KNV ist Vielen vor allem durch die ARD-Literatursendung „Druckfrisch“ mit Denis Scheck bekannt. In der früheren Lagerhalle des Unternehmens in Köln stellt Scheck seine Top 10 der aktuellen Bestsellerlisten vor. Höhepunkt sind allerdings meist die negativen Verrisse. Diese lässt er von einem Rollband direkt in einen Abfalleimer rutschen. Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) äußert sich Scheck nun zur Insolvenz: „Die Insolvenz des Buchlogistikers KNV ist ein Tiefschlag für die literarische Kultur in diesem Land“, so Scheck. Er fürchte, dass der größte Schaden den kleinen Verlagen drohe, die keine Warenkreditversicherung haben.

Reaktion im Buchhandel zur Insolvenz von Koch, Neff und Volckmar (KNV)

Was bedeutet die Nachricht nun für den Buchhandel? Für den Einzelhandel scheint es weniger dramatisch zu sein, als angenommen. Dirk Eberitzsch von der hannoverschen Buchhandlung Leuenhagen und Paris sagte: „Da wir mit mehreren Grossisten zusammenarbeiten, hat das keine Auswirkungen auf uns. Trotzdem ist das natürlich eine schreckliche Nachricht.“ In einer großen Buchhandlung in Leipzig heißt es zu den Folgen: „Wir dürfen vorerst nichts remittieren“ – das bedeutet, dass keine nichtverkauften Bücher mehr zurückgeschickt werden dürfen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeigt sich gegenüber dem RND besorgt: „Da KNV ein wichtiger Akteur auf dem Markt ist, hätte es einen spürbaren Effekt auf die Lieferkette, wenn das Geschäft nicht weitergeführt würde. Es ist allerdings noch zu früh, hier eine Prognose abzugeben. Es muss sich zunächst zeigen, wie das Insolvenzverfahren verläuft. Wir gehen davon aus, dass die jetzt handelnden Personen sich der hohen Verantwortung für die Branche bewusst sind“, so Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

KNV hofft weiter auf einen Investor

Die Finanzierer des Unternehmens sollen daraufhin nicht mehr bereit gewesen sein, ihr Engagement fortzuführen. „Das Management und die Mitarbeiter der KNV Gruppe werden alles daran setzen, eine für Geschäftspartner und Belegschaft bestmögliche Lösung für die Zukunft zu finden“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

Nun muss ein vom Amtsgericht Stuttgart gestellter Insolvenzverwalter eingeschaltet werden. Laut Mitteilung geht die KNV Gruppe davon aus, dass der Geschäftsbetrieb unter seiner Aufsicht fortgesetzt werde und ein Verkauf an einen Investor weiterverfolgt werde. Die KNV Gruppe beschäftigt 2000 Mitarbeiter, der Sitz der Firmengruppe ist in Stuttgart. Auf 60.000 Quadratmetern lagert KNV etwa 480.000 Artikel an den Standorten Stuttgart und Erfurt.

Von Geraldine Oetken / RND

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