Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Kultur „Hampstead Park“ – Romanze in einer Hütte
Nachrichten Kultur „Hampstead Park“ – Romanze in einer Hütte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 24.08.2017
Individualist und Zivilisationsflüchter: Donald Horner (Brendan Gleeson) ist in den Park gezogen. Eichhörnchen sind ihm als Nachbarn lieber als Menschen. Quelle: Foto: Splendid
Hannover

Eher unwahrscheinlich, dass Sie schon einmal etwas von Harry Hallowes gehört haben. Der Ire lebte von 1987 bis zu seinem Tod 2016 in einer selbstgezimmerten Hütte im weitläufigen Londoner Park Hampstead Heath. Für die nach „Liebe auf den zweiten Blick“ und „Wie in alten Zeiten“ dritte Seniorenromanze des Briten Joel Hopkins diente er als Inspirationsquelle.

Erst Räumungsbescheid, dann Schlägrtypen

In dessen Film heißt der Parkbewohner Donald Horner und wird von Brendan Gleeson verkörpert. Sein Zuhause soll einem Luxusapartment-Komplex Platz machen. Doch Donald will nicht weichen. Den Räumungsbescheid gibt er dem Überbringer mit einer darin eingewickelten selbstgezogenen Karotte zurück. Als er eines Abends von Schlägern attackiert wird, wird Emily Walters (Diane Keaton) von ihrem Fenster aus zufällig Zeugin des Vorfalls und alarmiert die Polizei. Zum Missfallen ihrer reichen Nachbarn schlägt sich die seit dem Tod ihres Mannes, der ihr Schulden hinterließ, etwas ziellos durchs Leben driftende Amerikanerin auf und an die Seite des Bedrängten.

Das noble Londoner Stadtviertel Hampstead bildet eine äußerst pittoreske Kulisse. Das Gentrifizierungsmotiv bleibt dagegen unterentwickelt. Stattdessen greifen hier die allseits bekannten Mechanismen einer romantischen Annäherung zweier grundverschiedener Menschen. Dabei wird die Liebesgeschichte arg betulich erzählt und von Stephen Warbecks einschläfernd wirkender Hintergrundmusik auch noch des Öfteren ausgebremst. Etwas spannend wird es eigentlich erst, wenn Donald nachweisen muss, dass er bereits seit mehr als 17 Jahren in seiner Bude haust und somit Besitzansprüche geltend machen könnte.

Brendon Gleeson lässt der Figur Ecken und Kanten

Immerhin entwickelt sich zwischen den beiden Hauptdarstellern eine stimmige Chemie. Brendan Gleeson, der wie etwa in „The Guard“ und „Brügge sehen...und sterben?“ schon oft zwielichtige Charkatere gespielt hat, lässt seiner Figur auch einige Ecken und Kanten. Die Nebenfiguren sind indes sehr eindimensional gezeichnet. Ein schmieriger Steuerberater, mit dem Emily von ihrer angeblich besten Freundin Fiona (Lesley Manville) verkuppelt werden soll, verkommt gar zur Karikatur. Auch sonst sind hier die Fronten jederzeit klar.

Von Jörg Brandes / RND

Charlize Theron kämpft sich als Agentin 1989 durch die nicht mehr lange geteilte Hauptstadt. David Leitchs „Atomic Blonde“ (Kinostart: 24. August) setzt auf körperliche Action, die sich von den Hochgeschwindigkeitsschnitten aktueller Blockbuster wohltuend abhebt. Eine Comicverfilmung – was sonst?

30.08.2017

Fehlen nur noch die Colts: Valeska Grisebach führt in „Western“ (Kinostart am 24. August) eine überzeugende Laienspielgruppe durch einen Film, der Wildwestgefühle verbreitet, obwohl er über deutsche Bauarbeiter in der bulgarischen Provinz erzählt.

24.08.2017
Kultur „reputation“ kommt im November - Taylor Swift bringt neues Album raus

Popstar Taylor Swift hat ein neues Album angekündigt. Die erste Single aus dem neuen Werk „reputation“ werde am Donnerstag erscheinen, das ganze Album dann am 10. November.

23.08.2017