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Kultur „Sicario 2: In schmutzigen Schlachten
Nachrichten Kultur „Sicario 2: In schmutzigen Schlachten
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06:02 18.07.2018
Ein Krieg der Kartelle wird ausgelöst: Alejandro (Benicio Del Toro) und Isabel, die entführte Tochter des Drogenbosses Carlos Reyes (Isabela Moner). Quelle: Foto: Studioanal
Hannover

Mit seinem düsteren Action-Thriller „Sicario“ tauchte Regisseur Denis Villeneuve vor drei Jahren tief ein in den Krieg der amerikanischen Regierung gegen mexikanische Drogenkartelle. Der Film überzeugte gerade durch seine ungefilterte Härte, mit der er die brutalen Methoden der Drogenmafia vorführte, deren vollkommene Immoralität längst auch das Wertesystem der regierungsamtlichen Gegner infiziert hat.

Der Blick verlagert sich vom Kokain- auf den Menschenschmuggel

„Sicario“ war auf einem Territorium angesiedelt, das heute mehr denn je im politischen Fokus steht: im Grenzgebiet zwischen USA und Mexiko. Hier am geopolitischen Grenzverlauf zwischen Arm und Reich lieferten sich Drogenfahnder und hochorganisiertes Verbrechen schmutzige Schlachten.

In der Fortsetzung „Sicario 2“, für den der Italiener Stefano Sollima („Gomorrha“) die Regie übernommen hat, verlagert sich der Blick nun vom Kokain- auf den Menschenschmuggel. Die Handlung setzt ein, als eine Gruppe illegaler Einwanderer von den US-Grenzschützern festgesetzt wird und sich einer von ihnen betend selbst in die Luft sprengt. Wenig später folgt ein Selbstmordanschlag von vier Dschihadisten in einem Supermarkt in Kansas.

Ein CIA-Agent tritt einen Krieg der Kartelle los

Für die Ermittler steht bald fest, dass die Drogenkartelle an der Einschleusung der Attentäter beteiligt sind, weshalb die US-Regierung sie auf die Liste der terroristischen Vereinigungen setzt. Der CIA-Agent Matt (Josh Brolin) wird beauftragt, einen Krieg zwischen den rivalisierenden Kartellen in Mexiko anzufachen. Die Tochter des Drogenbosses Carlos Reyes wird gekidnappt. Die Entführung soll einem verfeindeten Kartell in die Schuhe geschoben werden.

Aber bald schon läuft die Operation aus dem Ruder, der zuständige Minister macht einen Rückzieher und die junge Geisel soll als Zeugin beseitigt werden. Mit Josh Brolin und Benicio del Toro bilden erneut zwei erstklassige Schauspieler das Fundament des Films. Brolin gibt den zutiefst zynischen CIA-Agenten nicht als menschenverachtende Klischeefigur, sondern als moralisch korrumpierten, widersprüchlichen Charakter. Del Toro, in dessen Gesichtszüge sich erfahrenes Leid tief eingebrannt zu haben scheint, spielt wiederum den Söldner und Rächer, der hier an die Grenzen seiner wutgesteuerten Herzenskälte gerät.

Dem zweiten Film fehlt ein moralisches Gegengewicht

Im ersten Film wurde diesen beiden Männerfiguren mit der fabelhaften Emily Blunt in der Rolle der idealistischen FBI-Agentin ein weibliches Gegengewicht zur Seite gestellt. Genau dieser moralische Counterpart fehlt in „Sicario 2“ auf schmerzliche Weise. Hier regiert die zynische Manneskraft auf allen Ebenen, was den Film auch in seiner Gewalttätigkeit zuweilen ein wenig eintöig werden lässt. Erneut erzählt Drehbuchautor Taylor Sheridan vom schmutzigen Krieg gegen die Drogenkartelle in einem zünftigen Westernformat und erweitert nach „Wind River“ und „Hell or High Water“ seine Variationsbreite in diesem Genre.

Allerdings hätte die Angelegenheit deutlich mehr politische Bezugnahme vertragen, gerade weil sich der Film auf einem solch aufgeladenen symbolischen Terrain bewegt. Schließlich spielt ein großer Teil des Filmes in McAllen, Texas – genau jenem Städtchen, in dem vor vier Wochen die Grenzpolizei die Kinder illegaler Immigranten gewaltsam von ihren Eltern trennte.

„Sicario 2“ verankert sich zwar im aktuellen Migrationskontext, weiß jedoch mit dem brisanten Thema erstaunlich wenig anzufangen. Als handwerklich versierter Actionfilm funktioniert das Werk dagegen außerordentlich gut. Sollima findet eine atmosphärisch dichte Balance zwischen hereinbrechenden Gefechtssequenzen und ruhigen Momenten der emotionalen Reflexion. Die Gewaltszenen sind mit realistischer Härte, aber keineswegs mit übertrieben voyeuristischer Schaulust in Szene gesetzt. Die ungewöhnlich strenge Freigabe ab 18 ist dennoch vollkommen gerechtfertigt.

Von Martin Schwickert / RND

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