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Kultur „Nico, 1988“ – Von Leere und Dunkelheit
Nachrichten Kultur „Nico, 1988“ – Von Leere und Dunkelheit
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13:01 18.07.2018
Momente der Nähe: Nico (Trine Dyrholm) und ihr Sohn Ari (Sandor Funtek). Quelle: Foto: Filmkinotext
Hannover

Diese desillusionierte Frau mit dem Künstlernamen Nico hat sich ausgeklinkt aus dem Spiel um Ruhm und Erfolg: Sie will nicht mehr „Andy Warhol`s real Factory Girl“ sein, nicht mehr „Lou Reed`s Femme Fatale“ und auch nicht die Ikone der 1960er Jahre. „Nennen Sie mich nicht Nico, sondern sprechen Sie mich mit meinem richtigen Namen an, Christa“, faucht sie einen Journalisten an.

Eine Frau voller Zorn

Susanna Nicchiarelli, die mit Nanni Moretti arbeitete, konzentriert sich bis auf einige Flashbacks auf die Jahre 1986 bis 1988 des Ex-Models und der Sängerin Nico (Trine Dyrholm), auf ihre letzte Europa-Tournee. Auf der Bühne in der einen Hand eine Zigarette, in der anderen ein Glas Wein.

Nico konsumiert Heroin, rastet auch schon mal bei einem Konzert oder im Lokal aus und beschimpft die begleitende Band als Amateur-Junkies, versucht ihren lange im Stich gelassenen Sohn aus einer Affäre mit Alain Delon (Sandor Funtek) in die Tour einzubinden und hält ihren gutmütigen Tourmanager (John Gordon Sinclair) auf Trab.

Die 1938 in Köln geborene Christa Päffgen wehrt sich auch gegen die Reduzierung auf ihre wilden Jahre und ihre Zeit bei der Gruppe The Velvet Underground, sie möchte akzeptiert werden, so wie sie ist – energiegeladen und verwundbar, visionär und total selbstzerstörerisch. Ein emotionaler Tsunami, der über alles und jeden hinwegfegt ohne Rücksicht auf die Folgen für sich und diejenigen, die sie vor sich selbst schützen wollen. „Ich war ganz oben und ganz unten, immer herrschte Leere“ resümiert sie deprimiert ihr Leben.

Trine Dyrholms Darstellung geht unter die Haut

Die dänische Schauspielerin Trine Dyrholm („Die Kommune“, „Das Fest“) mit Ringen unter den Augen und Nadeleinstichen am Fuß gibt der Endvierzigerin, die 1988 auf Ibiza starb, ein Gesicht und eine Stimme, ein dunkles Dröhnen und Vibrieren, das unter die Haut geht.

Dyrholms phänomenale Interpretation der Songs spiegelt die Düsternis dieser Anti-Heldin wieder. Keines der üblichen Biopics, sondern das intensive Psychogramm einer tragischen „Priesterin der Finsternis“, die dem Karrierekult trotzte und ihren Mythos bis heute bewahrt.

Von Margret Köhler / RND

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