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Kultur Literatur 2018 – Geschichte und faszinierende Frauen
Nachrichten Kultur Literatur 2018 – Geschichte und faszinierende Frauen
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16:43 02.01.2018
Cees Nooteboom wurde vom Leuchtturm auf Schiermonnikoog inspiriert. Quelle: Nina May
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Berlin

Das Literaturjahr 2018 beginnt gleich mit zwei großen Namen: Bernhard Schlink („Der Vorleser“) beschreibt in „Olga“ (Diogenes) ein Paar, das am Ende des 19. Jahrhunderts gegen alle Widerstände aneinander festhält. Der japanische Dauernobelpreisfavorit Haruki Murakami startet eine neue Reihe um „Die Ermordung des Commendatore“ (Dumont). Darin wird ein namenloser junger Maler damit beauftragt, das Porträt eines steinreichen Mannes anzufertigen. Doch dann geschehen merkwürdige Dinge. US-Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison beschäftigt sich mit ihrem Herzensthema Rassismus und legt im März bei Rowohlt „Die Herkunft der anderen“ vor, ihr südafrikanischer Ehrenkollege J. M. Coetzee sekundiert gleichsam und schreibt in der Fortsetzung von „Die Kindheit Jesu“ (Fischer) über Immigration und das Rätsel vom Ankommen. Um große Fragen geht es auch bei dem israelischen Friedenspreisträger Amos Oz. Er veröffentlicht im Juni drei Plädoyers unter dem Titel „Friede den Fanatikern“ (Suhrkamp Insel).

Altmeister Martin Walser setzt sich literarisch mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf zwischenmenschliche Beziehungen auseinander, der Roman „Gar alles oder Briefe an eine unbekannte Geliebte“ (Rowohlt) handelt von einem Mann, der in einem Web-Blog Nähe sucht.

Sein niederländisches Pendant Cees Nooteboom legt mit „Mönchsauge“ (Suhrkamp Insel) Gedichte vor, die in einer rauen Dezembernacht auf der Insel Schiermonnikoog, der Insel der rauen Mönche, entstanden. „Nicht in jedem Leben spielt ein Leuchtturm eine Rolle,/ aber in meinem“, heißt es dort.

Die Kombo zeigt den Autor James Patterson (l) und den früheren amerikanischen Präsidenten Bill Clinton. Gemeinsam legen sie einen Thriller vor. Quelle: dpa

Bei Kiwi erscheint der letzte Roman des im Juli verstorbenen Peter Härtling, ein Altersbekenntnis: Ein Achtzigjähriger, nach einem Sturz im Rollstuhl sitzend, wird von einem jungem Hausarzt zum Familienurlaub eingeladen.

Unter den Debüts sticht unter anderem Laetitia Colombanis Roman „Der Zopf“ hervor, der in Frankreich die Bestsellerliste anführt. Die Drehbuchautorin („Wahnsinnig Verliebt“) verflicht drei Frauengeschichten anhand einer Perücke. Die in St. Petersburg geborene Autorin Wlada Kolosowa berichtet in „Fliegende Hunde“ von dem bizarren Trend der „Leningrad-Diät“, die sich am Leben in Kriegszeiten orientiert (Ullstein Fünf).

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Die italienische Bestseller-Autorin Elena Ferrante bringt mit „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ bei Suhrkamp ihre vierbändige neapolitanische Saga zum Abschluss. Ebenfalls in Italien spielt der Roman von Roberto Saviano: „Der Clan der Kinder“ (Hanser): Der Autor, der seit seinem Mafiabuch „Gomorrha“ unter Polizeischutz steht, schreibt einen Roman über zehn Jungen, die auf dem Motorroller durch Neapel fahren, um Reviere zu erobern.

Rund um die französischen Präsidentschaftswahlen war Virginie Despentes („Baise Moi“) eine der meistzitierten Autoren des Landes. Im Januar erscheint der zweite Teil ihres Gesellschaftsromans um den Obdachlosen „Vernon Subutex“ (Kiwi).

Das Bauhaus-Jubiläum 2019 wirft seine Schatten voraus: Der Psychotherapeut Tom Saller schreibt in seinem Debütroman „Wenn Martha tanzt“ (List) über einen jungen Mann, der das Tagebuch seiner Urgroßmutter bei Sotheby´s versteigern will. Es enthält bislang unbekannte Skizzen von Feininger, Klee und Kandinsky. Rückblickend entfaltet sich die Geschichte einer Frau, die als Tänzerin von Walter Gropius und Co. bewundert wurde.

Einen spannenden historischen Stoff bearbeitet auch Jakob Hein. In „Die Orient-Mission des Leutnant Stern“ (erscheint im Februar bei Galiani) geht es um die wahre Geschichte des jüdischen Leutnants Edgar Stern, der 1914 eine als Zirkus getarnte Truppe von 14 muslimischen Gefangenen nach Konstantinopel schmuggelte, um den Sultan als Verbündeten zu gewinnen.

David Foenkinos legt in „Lennon“ (DVA im März) den berühmten Beatle auf die Couch und lässt ihn über Größenwahn und Yoko Ono fabulieren. Katharina Adler wiederum widmet sich in „Ida“ (Rowohlt) der legendären widerspenstigen Patientin Sigmund Freuds – die Urgroßmutter der Autorin. Um eine faszinierende Frauenfigur geht es auch in Minette Walters‘ Roman „Die letzte Stunde“ (Heyne). Die Königin der Spannungsliteratur wechselt zum Historischen Roman und erzählt von Lady Anne, die ihr Dorf im Jahr 1348 im Alleingang vor der Pest bewahren will.

Vielversprechend klingen zwei Neuinterpretationen alter Stoffe: Melissa Broder erzählt in „Fische“ (Ullstein) den Melusinenmythos neu, Tracy Chevalier („Das Mädchen mit dem Perlenohrring“) nimmt sich in „Der Neue“ (Knaus) den Othellostoff vor. Und David Mitchell („Wolkenatlas“) legt mit „Slade House“ (Rowohlt) einen Schauerroman über ein Haus vor, in das nur alle neun Jahre ein Gast eingelassen wird.

Zu den schreibenden Schauspielern gesellt sich Tom Hanks mit „Schräge Typen“ (Piper). Der prominenteste Name des Literaturfrühlings kommt freilich aus einem ganz anderen Metier: Bill Clinton ist der erste US-Präsident unter den Romanautoren. Den Thriller „The President is Missing“ (Droemer) schrieb er gemeinsam mit James Patterson, laut Forbes der reichste Schriftsteller der USA.

Von Nina May/RND

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