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Kultur Aus für Berliner Kunstspektakel mit Mauer: Kunst darf wehtun, aber Sicherheit geht vor
Nachrichten Kultur Aus für Berliner Kunstspektakel mit Mauer: Kunst darf wehtun, aber Sicherheit geht vor
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12:52 21.09.2018
Für das Kunstprojekt „Dau“, das in Berlin eine Mauer errichten wollte, haben die Behörde keine Genehmigung erteilt. Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Berlin

Es wurde als das spektakulärste Kunstprojekt seit der Verhüllung des Reichstags durch Christo gehandelt, doch das Dau-Spektakel in Berlin-Mitte wird vorerst nicht genehmigt, weil die Berliner Behörden Bedenken wegen Verkehrssicherheit und Brandschutz hegen.

Im Zentrum sollte eine originalgetreue Rekonstruktion der Berliner Mauer stehen. Geteilt hat das Projekt die Nation schon vorab. Dabei greifen beide Parteien in ihrer Argumentation zu kurz. Stellvertreterin der einen Fraktion ist die Journalistin und Mitinitiatorin des Berliner Mahnmals für die ermordeten Juden Europas, Lea Rosh. In einem Offenen Brief erinnert sie aktuell an den „bitteren Ernst“, den die Mauer einst für die Berliner bedeutete. Doch Kunst darf wehtun, darf an traumatische Erfahrungen rühren.

„Dau“-Projekt: Mehr als nur Mauerbau in Berlin

Ohnehin ist es falsch, das Riesenprojekt auf das Skandalon der Mauer zu reduzieren. Sie sollte nur ein Teil des Riesenprojekts werden, das sich eigentlich um ein legendäres Filmvorhaben des russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky drehte. Der lebte jahrelang zusammen mit bis zu 400 Darstellern in einer Art Filmkommune in der Ukraine. Man kleidete sich wie in der Sowjetunion, die moderne Welt wurde ausgeblendet, alles bei laufender Kamera. Die Selbstauslieferung in eine Kunstwelt war also von Anfang an immanenter Bestandteil von Dau. In Berlin sollte die Erfahrung eines totalitären Systems zu kathartischen Momenten führen.

Mehr zum Thema:
Dau: Stalinistisches Disneyland oder spektakuläres Kunstprojekt?

Zu einfach macht es sich aber auch der ehemalige Volksbühnen-Dramaturg Carl Hegemann, der die Kunst von Verwaltung und Zensur unterworfen sieht, von russischen Zuständen spricht und damit die zweite Fraktion vertritt. Denn der Antrag an die Behörden ist erst zwei Monate vor dem geplanten Start des Megaspektakels am 12. Oktober eingereicht worden: Viel zu wenig Zeit, um für ein solches Riesenprojekt, für das ein Stadtteil knapp einen Monat lang abgeriegelt werden sollte, Vorkehrungen etwa für die Sicherheit zu treffen. Den zuständigen Stellen Kunstfeindlichkeit zu unterstellen, ist deshalb absurd. Nun steht eine Verschiebung auf das nächste Jahr im Raum. Der Termin zum 30. Jahrestag des Mauerfalls passt so gut, dass sich ein Verdacht regt: War das Scheitern des Antrags womöglich von Anfang an Teil des Spiels? Der Streit um die Mauer wäre jedenfalls ein passender Prolog für diese Inszenierung.

Von Nina May / RND

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