Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Der Norden Zahl der Unfälle beim Trampolinspringen steigt
Nachrichten Der Norden Zahl der Unfälle beim Trampolinspringen steigt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 12.07.2017
Macht Kindern Spaß, aber die Gefahr ist nicht zu unterschätzen: Trampolinspringen. Quelle: dpa
Göttingen

Nach einer exemplarischen Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hat sich die Zahl der Trampolinunfälle in Deutschland innerhalb von 15 Jahren mehr als verdreifacht. Grund sei einerseits die immer weiter steigende Zahl von Trampolinen, sagt Spering, der bei der DGOU für Prävention zuständig ist. Kindern und deren Eltern sei aber auch vielfach leider nicht bewusst, dass ein Trampolin kein Spiel-, sondern ein Sportgerät ist. Absolute Unfallzahlen für ganz Deutschland hat die DGOU nicht.

In der Universitätsmedizin Göttingen, die einen Einzugsbereich von rund 100 Kilometern hat, müssten in den Frühjahrs- und Sommermonaten Dutzende junger Patienten mit Knochenbrüchen, Gehirnerschütterungen, Platzwunden oder Verstauchungen behandelt werden, sagt Spering. „Wir haben im Schnitt jeden Tag ein Kind, das beim Trampolinspringen verunglückt ist und deshalb in die Notaufnahme kommt“, sagt er über die Unfälle im Frühjahr und Sommer.

Der Boom bei Gartentrampolinen habe vor etwa 15 Jahren eingesetzt, berichtet Sven Esslinger, der die zumeist in China gefertigten Geräte mit seiner Firma seit 2002 vertreibt. Die Verkaufszahlen seien innerhalb weniger Jahre um das 25-fache nach oben geschnellt und hätten sich mittlerweile auf hohem Niveau eingependelt. Käufer seien vor allem Familien mit Kindern und eigenem Grundstück.

Kleinkinder sind besonders verletzungsanfällig

Die Verletzungen, die sich Kinder und Jugendliche auf den Gartentrampolinen zuziehen, sind auch beim Deutschen Turnerbund (DTB) ein Thema. „Die Gefahr kommt aber nicht von den Geräten selbst“, sagt der Bundestrainer für das Trampolin-Turnen beim DTB, David Pittaway. „Das Problem ist die falsche Nutzung.“ Nach seiner Erfahrung gebe es Unfälle vor allem, wenn mehrere Kinder gleichzeitig springen, sagt Pittaway. „Wenn man ein Gartentrampolin vernünftig benutzt, ist es auf gar keinen Fall gefährlich.“

„Besonders verletzungsgefährdet sind Kleinkinder“, berichtet Prof. Peter Schmittenbecher, der Leiter der Sektion Kindertraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Dies liege an den noch unzureichend ausgebildeten koordinativen und motorischen Fähigkeiten der Kleinen. Zudem seien deren Gelenke noch äußerst instabil.

Am gefährlichsten seien dabei Stürze auf den Boden, gefolgt von Stürzen auf den Trampolinrand und die Stahlfedern, haben die Fachleute der DGOU festgestellt. Trampolinspringen sei bei den Ein- bis Sechsjährigen inzwischen eine der häufigsten Ursachen bei Unfällen mit Sport- oder Freizeitgeräten.

Mehrere Kinder gleichzeitg bedeutet Gefahr

Die DGOU rät deshalb, Kinder vor dem sechsten Lebensjahr nicht auf ein Gartentrampolin zu lassen, sondern erst später nach und nach an das Sportgerät heranzuführen. „Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass ein Trampolin keine Kinderbetreuungsstätte ist“, sagt Präventions-Experte Spering.

Problematisch werde es, wenn mehrere Kinder gleichzeitig auf dem Trampolin springen. Es komme dann oft zu Zusammenstößen, sagt Spering. Wenn ein kleines und ein großes Kind gemeinsam springen, könne es wegen des Gewichtsunterschieds zu einem Katapult-Effekt kommen, der für die Kleinen gefährlich enden könne. „Erwachsene sollten in jedem Fall aufpassen, dass Kinder und Jugendliche auf den Trampolinen keinen Blödsinn machen“, rät Bundestrainer Pittaway.

Um die Unfallgefahr zu bannen, empfiehlt die DGOU, Kinder grundsätzlich erst ab dem sechsten Lebensjahr, am besten alleine und dann nur unter Aufsicht springen zu lassen. „Wir warnen nicht vor den Trampolinen, sondern vor einem falschen Gebrauch“, sagt Spering. Grundsätzlich, so erläutert der stellvertretende DGOU-Generalsekretär Prof. Bernd Kladny, sei das Trampolinspringen nämlich gut für die Stärkung der kindlichen Muskulatur. Zudem könne es ein Ausgleich sein zum häufig bewegungsarmen Alltag von Kindern und Jugendlichen.

lni

Das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter will erforschen lassen, welche gesundheitlichen Risiken von Stromleitungen ausgehen. Hintergrund ist zum einen der anstehende Ausbau der sogenannten Stromautobahnen durch Deutschland wie Südlink im Zuge der Energiewende.

12.07.2017

Stundenlang hat die Feuerwehr in Bad Harzburg in der Nacht zum Mittwoch einen Brand auf einem Recyclinghof in Bad Harzburg bekämpft. Erst gegen 5 Uhr konnte das Feuer gelöscht werden.

12.07.2017

Zur Mitte der Sommerferien an diesem Wochenende drohen auf Niedersachsens Autobahnen lange Staus. Grund sind viele Baustellen. Keine der Hauptrouten ist derzeit baustellenfrei. Urlauber brauchen viel Geduld. Der ADAC empfiehlt dienstags oder mittwochs zu reisen.

15.07.2017