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Der Norden Wegen Trockenheit: Schäden im Milliardenbereich?
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12:09 31.07.2018
Ein Landwirt pflügt mit einem Traktor im Hitzeflimmern der Mittagssonne über abgeerntetes Getreidefeld. Quelle: dpa
Hannover

Niedersachsens Landwirtschaft befürchtet durch die große Dürre in diesem Sommer Verluste von weit über einer Milliarde Euro. Die anhaltende Hitze dürfte den Verlust beim Produktionswert noch weiter steigern, sagte Landvolk-Sprecherin Gabi von der Brelie.

Die Dürre in diesem Sommer in Niedersachsen bringt viele Bauernhöfe nach Ansicht des Landvolks an den Rand ihrer Existenz. Die Lage sei besorgniserregend, sagte Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke am Dienstag in Hannover. Bei Kartoffeln und Zuckerrüben sei mit Ernteinbussen zwischen 25 und 50 Prozent, bei Getreide bis zu 35 Prozent zu rechnen. Es mangle zudem akut an Grünfutter für Tierhalter.

Landvolk: Solidarisch trotz höherer Preise Regional-Produkte kaufen

Das Landvolk forderte unter anderem die Ausrufung des Notstands durch die Politik, finanzielle Erleichterungen und die Freigabe von 200.000 Hektar Ackerland. Eigentlich müssen diese Flächen im Herbst durch die Landwirtschaft geschont werden. Auch Verbraucher sollten sich solidarisch zeigen und trotz höherer Preise Regional-Produkte kaufen, hieß es vom Landvolk.

Der Berufsverband hatte an seiner Basis nachgefragt, wie die Erwartungen bei Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben aussehen. Heute treffen sich auch Vertreter von Bund und Ländern in Berlin, um über die Folgen der Dürre für die Bauern zu beraten.

Bundesregierung will ab Ende August über zusätzliche Hilfen entscheiden

Nach Angaben einer Behördensprecherin ist dieses Treffen auf Arbeitsebene jedoch nur eine „erste Bestandsaufnahme“. Erst ab Ende August will die Bundesregierung über zusätzliche Hilfen für die Bauern wegen der großen Hitze und Trockenheit in Teilen Deutschlands entscheiden. Dann liege der vollständige Erntebericht vor. Die Lage gelte als besorgniserregend. Zunächst liegt die Zuständigkeit für die Unterstützung aber bei den Bundesländern, wie die Sprecherin sagte.

Der Bauernverband warnt seit Wochen, dass die Dürre in Teilen Deutschlands die Existenz von Bauern bedroht, zumal auch die Ernte von Gras als Tierfutter schlecht ausfällt. Die ökologisch orientierte Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) will die gesamte Ernährungsbranche in die Pflicht nehmen, damit die Landwirte mehr Geld für ihre Produkte bekommen. In einem Offenen Brief hatte sie Molkereien, Schlachthofunternehmen, Lebensmittelketten und den Getreidehandel am Montag zur Solidarität aufgefordert. Sie sollten „ein sehr deutliches Zeichen für faire Erzeugerpreise“ setzen. Nötig sei nach dem Berliner Treffen ein Agrargipfel aller Marktbeteiligten, um wirksame Handlungsoptionen zu beraten und zu beschließen.

Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sieht Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) in der aktuellen Wettersituation die Bestätigung der Prognosen zum Klimawandel. Gerade deshalb sei jetzt ein grundlegender Wandel auf den Äckern gefragt, sagt Schulze.

Von RND/dpa

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