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Der Norden Vögel leiden an Folgen des Winterwetters
Nachrichten Der Norden Vögel leiden an Folgen des Winterwetters
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00:57 08.03.2018
Den Mäusebussarden hat der Schnee besonders zu schaffen gemacht. Etliche Vögel kamen zu Tode, weil sie statt auf Feldern auf Straßen nach Futter suchten.
Hannover

 Es ist wärmer geworden, in der Vogelwelt aber hat das Winterwetter noch Folgen. Der durch Frost und Schnee verursachte zeitweilige Nahrungsmangel hat einen Teil der hier gebliebenen Vögel stark geschwächt. Gleichzeitig machte die Kälte vielen früh nach Niedersachsen zurückgekehrten Zugvögeln einen Strich durch die Rechnung. Einige kehrten sogar wieder um.

Besonders schwer macht der Schnee dem Mäusebussard zu schaffen. Autofahrern bietet sich in diesen Tagen am Straßenrand besonders oft ein unschönes Bild: Am Straßenrand liegen tote Greifvögel, etwa entlang der Autobahnstrecke Hannover–Osnabrück. „Bussarde suchen auf der Straße nach überfahrenen Tieren“, erläutert Peter Görke vom Naturschutzbund Nabu. Wenn sich die Mäuse auf den Feldern unter Schnee versteckten, bleibe den Bussarden kaum eine andere Wahl und sie gingen das große Risiko ein, selbst überfahren zu werden. 

Nach Frost fehlt es an Energie 

Die eisigen Temperaturen und der kalte Wind hätten auch andere Vögel geschwächt, berichtet der Vogelbeobachter aus Winsen (Kreis Celle).  Das Federkleid reiche zwar als Frostschutz prinzipiell aus. Spätestens zwei Stunden nach einer harten Frostnacht müssten zum Beispiel Meisen oder Störche aber über Nahrung neue Energie tanken: „Sonst fallen sie tot um.“

Markus Nipkow, Leiter der niedersächsischen Vogelschutzwarte, rechnet damit, dass sich die Kälteperiode auf die Populationen von Überwinterern wie dem Zaunkönig auswirken wird. „Es wird sicher Verluste gegeben haben“, meint er. „Folgt ein milderer Winter, reguliert sich das aber in der Regel relativ schnell.“ 

Mit milden Wintern rechnen offenbar in jüngerer Zeit viele Zugvögel. Aus Südeuropa zurückgekehrte Störche und Kraniche etwa werden hierzulande schon im Winter wieder gesichtet. Zwischen dem 24. und 26. Februar seien in Niedersachsen 15670 Kraniche gezählt worden, berichtet der Direktor der Vogelschutzwarte – rund Zweidrittel davon im Diepholzer Moor. Ein Grund: Die starke Vermehrung der Kraniche hat zu einem Kampf um die Brutgebiete geführt. Wer zuerst zurück ist, kann sich den besten Platz für das Nest aussuchen.

Kraniche kehren um

Ein Teil der früh zurückgekehrten Zugvögel habe sich dennoch zur „Kälteflucht“ entschieden und sei noch mal in wärmere Regionen zurückgekehrt, sagt Michael Exo vom Institut für Vogelschutz in Wilhelmshaven.  „Vor allem Kraniche sind ein Stück zurückgeflogen, zum Beispiel Richtung Elsass“, bestätigt Nabu-Ornithologe Lars Lachmann. Bei anderen Vogelarten, wie dem Star, die seit Februar zurückkommen, drohe ein Zugstau, wenn viele Vögel ihren Flug an einer Kältegrenze unterbrechen. 

Gänse und andere Wasservögel drängten sich in Niedersachsen zuletzt entlang der wenigen eisfreien Gewässer  – an Flussläufen wie der Aller oder am Leinepolder Salzderhelden (Kreis Northeim). Nach dem Wetterwechsel rechnet Biologe Exo nun damit, dass auch die Kälteflüchter bald wieder hier sein werden: „Sobald es wärmer wird, kehren sie sofort wieder um.“

Von Gabriele Schulte

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