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Der Norden Soldaten zeigen Gefecht verbundener Waffen
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14:09 11.10.2017
Von Thomas Tschörner
Der neue Schützenpanzer Puma zeigt seine Feuerkraft. Quelle: Thomas Tschörner
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Munster

Bei der sogenannten Operation verbundener Kräfte sind vor allem die Infanteristen gefordert. Bei windigem, regnerischen Wetter ist der an vielen Stellen von Kettenfahrzeugen zerfurchte Boden matschig, das Gras nass und rutschig. Dies erschwert sowohl Jägern als auch Panzergrenadieren das schnelle Vorwärtskommen mit voller Bewaffnung. Während das Panzergranadierlehrbataillon 92 bei dem Verzögerungsgefecht, das Teil der Übung ist, nicht gefordert ist, muss es dann bei der Aufklärung und dem folgenden Angriff sein Können zeigen. Unterstützt werden die Panzergrenadiere von Jägern, Pionieren, Kampfpanzern und Artillerie mit Panzerhaubitzen sowie eine Wurfminensperre verschießenden Raketenwerfern. Auch Holländer sind mit ihren Schützenpanzern vom Typ CV 90 beteiligt. Bei der Übung wird viel geschossen, es knallt und raucht, die Vibration der Granateinschläge ist zu spüren. Gehörschutz ist dabei Pflicht.

Und die Zuschauer, meist Führungskräfte der Bundeswehr, können auch den neuen Schützenpanzer Puma in Aktion sehen - gleichzeitig mit dem nach wie vor vorhandenen Vorgängermodell Marder. Über den Marder sagt niemand etwas Schlechtes: Das Modell hat sich bewährt, auch im Auslandseinsatz wie in Afghanistan. Es ist halt in die Jahre gekommen und soll nach und nach durch den Puma ersetzt werden. "Der Puma ist ein Quantensprung", sagt der Kommandeur des Panzergrenadierlehrbataillons 92, Oberstleutnant Thomas Zimmer. Das Fahrzeug verfüge über die höchste Schutzklasse für die Besatzung, die es derzeit in der Nato gibt. Neben dieser passiven Eigenschaft sei auch die Durchsetzungsfähigkeit deutlich höher: Die 30-Millimeter-Kanone kann bis 3000 Meter präzise treffen, mit einer Waffenstabilisierungsanlage zieht der Puma mit dem Kampfpanzer Leopard gleich. Der rund 40 Jahre alte Marder hat eine Hauptkampfentfernung von 800 Metern, der Puma von 1500 Metern. Zudem sei der Schützenpanzer ein Führungsmittel: Alle Panzergrenadiere bleiben mit der Ausstattung "Infanterist der Zukunft" mit dem Fahrzeug in Kontakt und haben stets den gleichen Informationsstand. Die vierte Komponente ist die Agilität: Mit einer Motorleistung von 1050 PS und einer Höchstgeschwindigkeit kann der Puma auch mit dem hochbeweglichen Kampfpanzer Leopard 2 mithalten, sagt Zimmer.

Scharfschützen präsentieren ihre Ausstattung: Eher unauffällig sind die Scharfschützen des Panzergrenadierlehrbataillons 92. Gut getarnt bekämpfen sie Ziele mit dem Präzisionsgewehr G 22 auf Entfernungen bis zu 1200 Metern. Ein Trupp besteht aus mindestens zwei Soldaten, von denen einer als "Spotter" für Informationen wie Entfernung, Wind und Trefferdokumentation sowie die Nahsicherung des Weitdistanzschützen zuständig ist. "Wir sind ein gut eingespieltes Team, das ist auch Vertrauenssache", sagt ein Soldat. Angesichts der Tatsache, das oft stundenlang in kaum sichtbaren Verstecken ausgeharrt werden müsse, müsse die "Chemie" im Scharfschützentrupp stimmen.

Das Interview: Mit Oberstleutnant Thomas Zimmer (45), Kommandeur des Panzergrenadierlehrbataillons 92, sprach Redakteur Thomas Tschörner über die Vorführung und die besondere Rolle eines Lehrbataillons.

Wie beurteilen Sie die Vorführung Ihres Bataillons beim Gefecht der verbundenen Waffen?

Oberstleutnant Zimmer: Ich bin mit der Übung zufrieden. Das bereit gestellte Material ist nicht nur ausreichend, es hält auch durch. Als Besonderheit haben wir sowohl den neuen Schützenpanzer Puma als auch seinen Vorgänger Marder im Portfolio. Das ist alles mein Gerät, wir mussten uns nichts ausleihen.

Wo steht Ihr Bataillon in der Ausstattung mit dem Puma derzeit?

Oberstleutnant Zimmer: Aktuell haben wir 18 Puma. Mit 14 Puma ist eine Kompanie komplett mit dem Fahrzeug ausgerüstet. Weitere vier Puma sind der Grundstock für die nächste mit dem neuen Schützenpanzer ausgestattete Kompanie. Bei der Übung waren auch Puma dabei, die frisch aus dem Werk gekommen sind und die gleich belastet wurden.

Sie sind ein Lehrbataillon. Was bedeutet das genau?

Oberstleutnant Zimmer: Die Auftragslast im Deutschen Heer ist hoch. Die Panzerlehrbrigade 9, zu der wir gehören, hat dazu diverse Sonderaufgaben wie Lehr- und Versuchsaufträge. So sind wir verantwortlich für die Einführung des Puma in das Deutsche Heer. Und natürlich kommt auch die Informationslehrübung dazu. Das ist das Besondere. Man könnte auch sagen: Wir machen alle unsere Spaghetti mit Wasser, aber bei uns kocht es ein bisschen schneller.

Die Informationslehrübung endet am Freitag, 13. Oktober, mit einem Besuchertag für geladene Gäste, bei dem das gesamte Spektrum wie unter anderem ABC-Abwehr, Logistik und Gefechtsschießen noch einmal präsentiert wird. Insgesamt waren an den "Landoperationen 2017" gut 2000 Soldaten mit rund 500 Fahrzeugen beteiligt.

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