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Der Norden Kein Geld: Berufsschulen können keine Lehrer einstellen
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19:14 03.01.2019
2017 hat die Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln, an der unter anderem Bäcker ausgebildet werden, den Deutschen Schulpreis gewonnen. In diesem Jahr haben viele BBSen in Niedersachsen zu wenig Geld für Vertretungslehrer. Quelle: Theodor Barth/RB Stiftung
Hannover

An

Den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Niedersachsen droht in diesem Jahr eine Verschärfung des Lehrermangels. Der Grund: Den Schulen steht weniger Geld für Pädagogen zur Verfügung als bisher. Nach einer neuen Vorgabe der Landesregierung dürfen BBS nur noch einen geringeren Teil von im Vorjahr erzielten Budgetüberschüssen für sich behalten – deshalb können viele Schulen Ende Januar auslaufende Verträge von Vertretungslehrern nicht verlängern.

Statt 26,8 Millionen Euro können die Bildungseinrichtungen im Land nun nur noch etwa 10,7 Millionen Euro unverbrauchte Mittel ins neue Jahr übertragen. Mit dem verringerten Budget für 2019 müssen die Berufsschulen ihre Ausgaben bestreiten. Oftmals fehlt deshalb Geld für den Einsatz befristet beschäftigter Zusatzkräfte. Allein an der Alice-Salomon-Schule in Hannover, an der etwa Sozialpädagogen, Krankenpfleger und Erzieher ausgebildet werden, müssen im Februar acht bis neun Pädagogen gehen. Ein Lehrer soll die BBS 2 verlassen, an der BBS in Springe sind es fünf von insgesamt 140 Lehrkräften. Wie viele Stellen landesweit wegfallen ist unklar. Einen Überblick über die Zahl der befristet angestellten BBS-Lehrer hat das Land nicht. 

„Chronisch unterfinanziert“

„Die Berufsbildenden Schulen müssen ein chronisch unterfinanziertes Stellen- und Budgetsystem ertragen“, sagte der Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes Niedersachsen, Ralph Böse. Die freien Mittel für „Feuerwehrverträge“ hätten den Schulen einen Spielraum gewährt, um die größten Engpässe bei der Unterrichtsversorgung abmildern.

Auch von der Wirtschaft gibt es massive Kritik: Angesichts einer Unterrichtsversorgung von gerade einmal knapp 90 Prozent benötigten die Berufsschulen mehr Lehrer und eine bedarfsorientierte Planung für alle Klassenstufen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), Volker Müller. Wenn man nun nicht ausgeschöpfte Budgetmittel für die Berufsschulen streiche, bewirkt dies das Gegenteil. „Nicht Kürzungen sind das Gebot der Stunde, sondern Mittelaufstockungen“, meinte der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall, Volker Schmidt. Schon seit Jahren herrsche ein Lehrerengpass. Die Berufsschulen seien eine wichtigste Stütze, um Handwerk und industriellen Mittelstand mit Fachkräften zu versorgen. Es sei „verrückt, dass man an den Berufsbildenden Schulen immer weiter kürzt und kürzt“, sagte Julia Willie Hamburg, Bildungsexpertin der Grünen im Landtag.

Das Kultusministerium weist darauf hin, dass das Budget der Schulen nicht gekürzt werde – es würden nur Überschüsse abgeschmolzen. Es gebe nicht weniger Lehrer, sondern nur weniger Stellen für neue Lehrer, sagte ein Sprecher. Mit dem bisher nicht verbrauchten Geld würden unter anderem 120 Planstellen, die eigentlich gestrichen werden sollten, bis 2021 weiterfinanziert sowie bis zum Sommer auch die Sprint­sprachlernklassen für Flüchtlinge.

Von Saskia Döhner und Karl Doeleke

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