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Der Norden Göttinger Gymnasium führt Unisex-Toiletten ein
Nachrichten Der Norden Göttinger Gymnasium führt Unisex-Toiletten ein
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17:30 06.09.2018
Am Hainberg-Gymnasium in Göttingen gibt es nun auch Unisex-Toiletten. Quelle: fdo
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Göttingen

Als erste Schule in Niedersachsen hat das Hainberg-Gymnasium Göttingen (HG) am Donnerstag zwei Unisex-Toilettenräume eröffnet. Dafür wurden zwei Toilettenräume im Neubau-Gebäude, ehemals einer für Jungen und einer für Mädchen, umgewandelt.

Toilette für inter- und transsexuelle Schüler

Statt der Piktogramme für Jungen oder Mädchen steht an den Türen nun schlicht und neutral der Schriftzug „Toilette“. Das Prinzip einer Unisex-Toilette oder auch All-Gender-Toilette ist es, dass sie jeder, unabhängig von seiner geschlechtlichen Identität, nutzen kann.

Damit richten sich die Toiletten, die nun für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft zugänglich sind, vor allem an Schüler, die sich in der klassischen Geschlechterordnung nicht wiederfinden, da sie beispielsweise inter- oder transsexuell sind oder sich noch im Findungsprozess ihrer geschlechtlichen Identität befinden.

„Schüler, bei denen das der Fall ist, sollen auch die Gelegenheit haben, auf eine solche Toilette zu gehen“, unterstreicht Schulleiter Georg Bartelt: „Wir sind eine Unesco-Projekt-Schule und stehen deshalb für Vielfalt.“

Initiative kam aus der Schülerschaft

Die Initiative zur Einrichtung der Unisex-Toiletten sei von Seiten der Schülerschaft gekommen, berichtet Bartelt. „Wir haben diesen Vorschlag während der Gesamtkonferenz besprochen und im Anschluss mit der Stadt Göttingen und den Schülerinnen und Schülern abgestimmt, wie die Umsetzung erfolgen soll.“ Widerstand oder Protest gegen den Vorstoß habe es nicht gegeben, so Bartelt.

Linus Steinmetz, Schülervertreter am Hainberg-Gymnasium, war gemeinsam mit der LGBTIQ-Gruppe des Schülerrats treibende Kraft hinter dem Projekt zur Einrichtung der Toiletten: „Ich finde zum einen gut, dass es sich hier um ein Projekt handelt, dass nahezu vollständig von Schülern für Schüler organisiert wurde. Zum anderen finde ich die Idee auch inhaltlich gut, da wir Leute am HG haben, die sich nicht einem Geschlecht zuordnen können und wir ihnen jetzt die Gelegenheit geben, auf Toilette zu gehen, ohne sich dabei unwohl fühlen zu müssen“, sagt Steinmetz.

„Wir wollen zeigen, dass wir bunt sind“

Zudem sei es wichtig, so der Schülervertreter, ein Zeichen zu setzen: „Wir wollen alle Menschen miteinschließen und deutlich machen, dass alle bei uns willkommen sind. Wir wollen zeigen, dass wir bunt sind.“

Die niedersächsische Landesregierung hatte im vergangenen Jahr geäußert, dass die Schaffung entsprechender Toiletten im öffentlichen Raum wünschenswert sei, um Diskriminierung zu vermeiden.

Von Filip Donth/RND

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