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Der Norden Das Fahrrad löst das Auto als Statussymbol ab
Nachrichten Der Norden Das Fahrrad löst das Auto als Statussymbol ab
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12:54 23.07.2017
Quelle: dpa
Hannover

Hollandrad, Mountainbike oder Singlespeed - vom 23. bis 29. Juli treffen sich in Hannover Tausende Radfahrer mit ihren Bikes beim Bundes-Radsport-Treffen. Sie feiern gemeinsam auch die Erfindung des Fahrrads vor 200 Jahren. Längst ist Radfahren mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Lena Papasabbas ist Kulturanthropologin beim Zukunftsinstitut in Frankfurt und beschäftigt sich mit globalen Trends. Warum diese die Beliebtheit des Radfahrens ankurbeln, erklärt sie im Interview.

Obwohl das Fahrrad nicht das bequemste Fortbewegungsmittel ist, nutzen es immer mehr Menschen. Wie erklären Sie sich das?

Dass das Fahrrad als Fortbewegungsmittel so beliebt ist, wird von drei Megatrends befördert: Nachhaltigkeit, Gesundheit und Urbanisierung. Besonders das Phänomen, dass immer mehr Menschen in den Städten leben, spielt beim Thema Fahrrad eine wichtige Rolle. Weltweit wohnt schon jetzt etwa die Hälfte der Menschen in Städten. Man geht davon aus, dass 2050 fast 70 Prozent der Weltbevölkerung im urbanen Raum leben. Die Lebensqualität in den Städten ist jetzt und in Zukunft ein entscheidender Faktor für eine Mehrheit der Menschen.

Welche Folgen hat dieser Trend für das Fahrradfahren?

Lena Papasabbas (29) ist Kulturanthropologin beim Zukunftsinstitut in Frankfurt. Ihre Schwerpunkte sind die Themen Individualisierung und Konnektivität. Sie ist Autorin der Studie „Generation Global Reports“, die das Thema Globalisierung in der jüngeren Generation behandelt. Papasabbas fährt nur selten Fahrrad oder Auto. Sie benutzt in der Regel öffentliche Verkehrsmittel.

Die zunehmende Urbanisierung bringt mit sich, dass die bisherige Verkehrsinfrastruktur in vielen Städten an ihre Grenzen stößt. Das Auto, das immer das klassische innerstädtische Fortbewegungsmittel war, wird immer mehr zum Verkehrshindernis. Die Durchschnittsgeschwindigkeit mit dem Auto sinkt in Großstädten. Von London, Brüssel über Warschau - an vielen Orten sind die Menschen schon jetzt schneller mit dem Fahrrad. Das ist ein riesiger Vorteil.

Ist die Mobilität der einzige Faktor, der den Reiz des Fahrradfahrens ausmacht?

Nein, das ist tatsächlich einer von vielen Faktoren. Fahrradfahren ist auch nachhaltiger als andere Verkehrsmittel. Die Nachhaltigkeit ist ein weiterer aktueller Megatrend. Mit diesem Trend identifizieren sich viele Menschen - auch übers Rad fahren. Ihr Credo „Ich mache keinen Lärm. Ich produziere keine Abgase“ möchten viele auch nach außen tragen. Das klassische Gerät Fahrrad wird damit zu einem neuen Statussymbol und löst nach und nach das Auto ab.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Radfahrer-Typen?

Es gibt nicht DEN Fahrradfahrer, vielmehr unterschiedliche Typen und Beweggründe, um das Rad regelmäßig zu benutzen. Das spiegelt sich auch in den verschiedenen Fahrrad-Modellen wider. Es gibt schicke und teure Design-Räder - das ist das typische Statussymbol-Rad, das der Nutzer auch im Flur aufhängt, damit es Gäste gleich sehen, wenn sie die Wohnung betreten. Es gibt aber auch Menschen, die das Rad zum Do-it-yourself-Projekt machen und selbst schrauben und ihr Rad individualisieren. Hinzu kommen Fahrräder, die aus nachhaltigen Materialien gefertigt werden - zum Beispiel mit Bambus-Rahmen und mit pflanzlichem Material hergestellten Reifen.

Sie haben vor allem die individuelle Nutzung des Fahrrads angesprochen. Beim Bundes-Radsport-Treffen kommen Tausende Radfahrer zusammen und begegnen sich. Wie zeitgemäß sind solche Events?

Das ist auf jeden Fall sehr zeitgemäß. Denn nicht nur Individualität ist in unserer Gesellschaft wichtig, sondern auch die Zugehörigkeit zu Gruppen, die man sich aussucht. So eine Zugehörigkeit wird meist darüber definiert, wie Menschen ihre Freizeit verbringen - zum Beispiel mit gemeinschaftlichem Radfahren. Das Fahrrad ist generell ein sehr soziales Gerät: Menschen können in Gruppen fahren oder auch jemanden auf dem Gepäckträger mitnehmen.

Wird das Fahrrad auch in den kommenden 200 Jahren noch ein bewährtes Fortbewegungsmittel sein? Wie ist ihre Einschätzung?

Es ist natürlich schwer, einen so großen Zeitraum einzuschätzen. Aber ich denke: Ja, das Fahrrad wird sich halten. Die großen Entwicklungen, die zur Beliebtheit des Fahrrads beitragen, werden mindestens in den kommenden Jahrzehnten erhalten bleiben. Zudem ist es ein praktisches und günstiges Fortbewegungsmittel: Menschen kommen relativ schnell voran, das Verkehrsmittel ist flexibel und jeder kann damit leicht Gegenstände transportieren. 

Ein Anruf bei Polizei oder Feuerwehr, ein angeblicher Notfall, und die Einsatzkräfte machen sich auf den Weg. Doch nicht immer ist wirklich etwas passiert - die Zahl missbräuchlicher Alarmierungen steigt.

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