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Der Norden Missstände in Schlachthof waren offenbar seit Jahren bekannt
Nachrichten Der Norden Missstände in Schlachthof waren offenbar seit Jahren bekannt
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18:22 27.11.2018
Geheime Aufnahmen des Tierschutzbüros zeigen offenbar schwere Verstöße in dem Schlachthof in Oldenburg. Quelle: Deutsches Tierschutzbüro
Oldenburg

Missstände in dem Oldenburger Schlachthof, die durch geheime Videoaufnahmen von Tierschützern an die Öffentlichkeit gelangten, sollen bereits seit Jahren bekannt gewesen sein. Die geheimen Aufnahmen hatten die Tierschützer im September und Oktober gemacht. Der Schlachthof, gegen den Tierschützer und das niedersächsische Agrarministerium Strafanzeige gestellt haben, steht offenbar seit Jahren immer wieder im Fokus des Veterinäramtes und des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz (Laves). Vor mehr als zehn Jahren wäre dem Schlachthof fast die Zulassung entzogen worden. „Das Laves hat 2007 Verstöße festgestellt“, erklärt Laves-Sprecherin Hiltrud Schrandt. Diese hätten zu „einem Anhörungsverfahren zum Entzug der Zulassung“ geführt. Das Laves ist in Niedersachsen zuständig für das Erteilen, Aussetzen und Entziehen von Zulassungen von EU-Betrieben. „Durch umfangreiche Nachbesserung und Überprüfung durch die Stadt Oldenburg wurden die Mängel abgestellt“, sagt Schrandt. Das Verfahren wurde eingestellt, der Schlachthof behielt seine Zulassung. 2010 sei ein Hinweis aus dem Ministerium eingegangen, woraufhin Laves erneut kontrollierte. Die dabei festgestellten Mängel seien ebenfalls behoben worden.

44.000 Euro Geldbuße

Die Stadt Oldenburg bestätigt, dass es gemeinsame Kontrollen gegeben hat. „Das Veterinäramt der Stadt hat Verstöße gegen den Tierschutz zu keiner Zeit hingenommen oder über sie hinweg gesehen“, sagt Stadtsprecher Reinhard Schenke. Weitere Tierschutzkontrollen hätten Stadt und Landesamt dann noch einmal im Februar 2011 und im Mai 2013 durchgeführt. Zwischen 2015 und 2018 habe man außerdem mehrere Verstöße festgestellt, die eine Zwangsgeldfestlegung von etwa 44.000 Euro nach sich zogen. Dabei habe es sich allerdings um Vorkommnisse bei der Anlieferung der Tiere gehandelt, „also nicht direkt beim Schlachtbetrieb“, so Schenke. Die Geldbußen wurden gegen die Transportunternehmen ausgesprochen.

„Kann und darf nicht sein“

„Es kann und darf nicht sein, dass die extremen Missstände sogar seit Jahren bekannt waren und trotzdem nicht gehandelt wurde”, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros, dass die endgültige Schließung des Schlachthofes fordert. Die Stadt Oldenburg hält dagegen: „Die damaligen Beanstandungen wurden betriebsseitig abgestellt“, sagt Schenke. Von Seiten der Behörden sei allen Hinweisen nachgegangen worden. Anfang November hatten die Tierschützer das heimlich gefilmte Bildmaterial veröffentlicht und Anzeige gegen den Schlachthof gestellt. Auch das niedersächsische Agrarministerium zeigte den Schlachthof an. Große Supermärkte kündigten die Zusammenarbeit mit dem Schlachthof, mittlerweile hat der Betrieb vorerst geschlossen.

Von Tomma Petersen

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