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Der Norden Die erste Sturmflut des Jahres
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18:46 08.01.2019
Ein Arbeiter auf dem überschwemmten Gelände des Fährhafens der Nordseeinsel Borkum (großes Bild). In Bremerhaven peitscht der Wind das Wasser über die Kaimauer. Quelle: Fotos: Mohssen Assanimoghaddam/dpa, Carmen Jaspersen/dpa
Emden

Der Name Benjamin bedeutet so viel wie „Sohn des Südens“. Das Sturmtief Benjamin, das sich am Dienstag über Niedersachsen ausgetobt hat, wirkte aber ziemlich norddeutsch: kühl, nass, windig. Sogar sehr windig. Es führte zu der ersten Sturmflut des Jahres an der Nordseeküste.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach von schweren Sturmböen aus Nordwest und Nord mit Windstärken bis zu 10 Beaufort, dazu vereinzelte orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 105  Kilometern pro Stunde – das entspricht Windstärke 11.

Schwere Sturmflut in Emden

Gegen Abend vermeldete der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), am Pegel Emden habe man einen Wasserstand von 2,49 Metern über dem Mittleren Tidehochwasser gemessen. Damit wurde die Grenze zur schweren Sturmflut kurzzeitig überschritten. Sie liegt bei 2,42 Metern. Die übrigen Pegelmessstellen lieferten hohe Werte, blieben aber unterhalb der Emder Dimensionen: Auf Norderney stieg das Wasser auf 1,80 Meter, in Cuxhaven auf 1,96  Meter.

Fährverkehr gestoppt

Tief Benjamin brachte auch die Fahrpläne der Inselfähren durcheinander. Der Fährverkehr zu den Inseln Wangerooge und Helgoland wurde komplett eingestellt, andere ost- und nordfriesischen Inseln waren tagsüber zumindest teilweise nicht zu erreichen.

Auf der Elbe fuhren die Fähren zwischen Glückstadt und Wischhafen zunächst fahrplanmäßig. Die Emsfähre zwischen Ditzum und Petkum stellte ihren Betrieb wegen des Hochwassers ein.

Dort, wo der Sturm an Land traf, etwa in Bremerhaven, riet die Polizei dringend vom Parken in hochwassergefährdeten Bereichen ab – und hatte auch sonst alle Hände voll zu tun. Die Beamten verzeichneten ein Dutzend Sturmeinsätze und mussten Bürger bitten, Tannenbäume und Mülleimer von den Straßen zu entfernen.

Die Sperrwerke an den Weser-Zuflüssen Hunte, Lesum und Ochtum bei Bremen sowie an den Nebenflüssen der Elbe wurden vom NLWKN geschlossen. Auch das Emssperrwerk bei Gandersum in Ostfriesland machte zu. Deichanlagen wurden gesperrt, für Strände oder Hafenflächen gab es Überflutungswarnungen.

Das Ausmaß der Sturmschäden wird voraussichtlich erst am Mittwoch feststehen. Die Wasserstände sollen dann sinken. Der DWD rechnet aber noch mit schweren Sturmböen der Stärke 10 aus Nordwest bis Nord.

Auch im Binnenland blieb das Wetter den ganzen Tag über ungemütlich. Ein von Sturmböen umgewehter Baum blockierte die Bahnstrecke zwischen Bielefeld und Hannover, Fernzüge mussten über Osnabrück umgeleitet werden. Am Nachmittag war die Strecke wieder frei. Auf der Trasse Hannover-Bremen mussten die Gleise bei Verden wegen eines umgestürzten Baums gesperrt werden. Die Autobahn 31 wurde zwischen Dörpen und Lathen in Richtung Meppen geschlossen, weil dort immer wieder Warnbaken auf die Fahrbahn geweht wurden.

Im Harz machten die Behörden die Bundesstraße 4 zwischen Nordhausen und Bad Harzburg wegen starken Schneefalls und Eisglätte dicht. Liegengebliebene Lkw blockierten die Fahrbahn bei Torfhaus.

Schnee in tiefen Lagen

Für die Nacht zu Mittwoch erwartete der DWD noch Sturmböen mit Geschwindigkeiten von rund 80 Kilometern pro Stunde.

Im Harz sinkt die Schneefallgrenze bis in tiefe Lagen. Für Südniedersachsen warnen die Meteorologen vor streckenweiser Glätte durch Schnee.

Von Hans-Christian Wöste und Bert Strebe

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