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Der Norden Camper stirbt in den Fluten der Nordsee
Nachrichten Der Norden Camper stirbt in den Fluten der Nordsee
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20:23 29.10.2017
Der 63 Jahre alte Mann konnte nur noch tot aus dem Jadebusen geborgen werden. Quelle: dpa
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Sehestedt

Zwei beiden Brüder hatten in Sehestedt (Kreis Wesermarsch) in ihrem VW Bulli auf einem vor dem Deich gelegenen Strandbad übernachten wollen. Als sie sich vor der herannahenden Flut in Sicherheit bringen wollten, wurden sie von den Wassermassen überrascht. Die Rettungskräfte konnten einen 59-Jährigen, der sich an einem Mast festgeklammert hatte, lebend in ein Schlauchboot ziehen. Der 63 Jahre alte Bruder des Mannes wurde Stunden später tot aus der Nordsee geborgen. Beide Männer stammen aus Nordrhein-Westfalen; das Opfer aus Halver im Sauerland, der Überlebende aus Marienheide im Bergischen Land.

Auf dem Campingplatz stehen der Polizei zufolge große Warnschilder mit dem Hinweis „Überflutungsgebiet“. Sie seien gut sichtbar und nicht beschädigt, sagte ein Polizeisprecher. Einer der Männer hatte gegen 4.20 Uhr die Rettungskräfte alarmiert und gesagt, dass er sich auf dem Gelände des Strandbades in einem Bulli befinde und dieser von der stark ansteigenden Flut erfasst werde. Als die Polizei eintraf, war das Gelände bereits überflutet. Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und die DLRG begannen eine Suchaktion, auch ein Hubschrauber wurde angefordert.

Nach seiner Rettung berichtete der 59-Jährige, dass das Wasser mit enormer Wucht auch aus Richtung des Deiches gekommen sei. Sein Bruder sei in der Dunkelheit verschwunden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Polizei von einem tragischen Unglücksfall aus.

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Hamburg am Fischmarkt.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern starb ein Mensch durch den Herbststurm. Auf dem Peenestrom war am Sonntag ein Motorboot mit drei Urlaubern aus Sachsen gekentert. Eine ins Krankenhaus gebrachte Frau starb inzwischen, wie ein Polizeisprecher in Neubrandenburg am Abend mitteilte. Rettungskräfte hatten die Frau und einen Mann in der Nähe von Wolgast zunächst bergen können. Die beiden waren trotz Sturmwarnung auf den Peenestrom, der zur Ostsee führt, hinausgefahren. Die Suche nach einem dritten Passagier blieb nach Angaben der Beamten auch nach rund fünf Stunden erfolglos. 

Seit der Nacht galt eine vom Deutschen Wetterdienst (DWD) herausgegebene Unwetterwarnung. Bis zum Vormittag hatte der DWD in ganz Niedersachsen vor schweren Sturmböen gewarnt, an der Nordseeküste musste demnach mit Orkanböen gerechnet werden. An der Wesermündung bei Bremerhaven zeichnete die Wetterstation zum Zeitpunkt des Unglücks Spitzen um 120 Kilometer pro Stunde auf.

Sturmtief "Herwart" hat in großen Teilen Deutschlands den Bahnverkehr zum Erliegen gebracht. In Nord- und Ostdeutschland stellte die Bahn den Betrieb ein. Erste Strecken im Regionalverkehr sind zwar wieder frei, der Fernverkehr soll aber erst am Montag wieder rollen.

frs/dpa

Wegen des Sturmtiefs „Herwart“ sind im Oberharz zahlreiche Straßen gesperrt worden. Nach Polizeiangaben blockierten am Sonntag umgestürzte Bäume zum Beispiel die Strecke zwischen Bad Harzburg und Torfhaus. Auch im Raum Clausthal-Zellerfeld gab es Sperrungen.

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