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Der Norden Studie: Staat ist zu lasch bei Verfolgung von Einbrechern
Nachrichten Der Norden Studie: Staat ist zu lasch bei Verfolgung von Einbrechern
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00:38 20.04.2018
Einbrecherbanden agieren international: Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen rät deshalb zu länderübergreifender Polizeiarbeit. Quelle: Bodo Marks
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Hannover

In Deutschland werden längst nicht alle Möglichkeiten genutzt, um Einbrecherbanden das Handwerk zu legen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), die sich mit „Täterstrukturen und Strafermittlungen im Bereich des organisierten Wohnungseinbruchs“ befasst.

Während Einbrecher immer professioneller zu Werke gingen und sich auch international organisierten, verheddere die Polizei sich im Föderalismus und scheue eher den internationalen Austausch, monieren die Forscher. Konkret kritisieren sie, dass es noch immer keine einheitliche, die Bundesländer übergreifende Datenbank für die Verbrechenserfassung gebe. Zudem funktioniere die Kommunikation schlecht: Wegen fehlender Ansprechpartner in den jeweiligen ermittelnden Behörden entstünden große zeitliche Verzögerungen und Informationslücken.

„Es ist hanebüchen, dass wir von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Datenerfassungssysteme haben, während sich das Verbrechen internationalisiert“, sagt Gina-Rosa Wollinger vom KFN, die zusammen mit der Wissenschaftlerin Alicia Kön die neue Studie erarbeitet hat. 

Die Bereitschaft zur internationalen Ermittlungstätigkeit sei auch nicht besonders ausgeprägt, schreiben die Autorinnen. Selbst bei den Staatsanwaltschaften nicht, die häufig vermuteten, dass die Polizei im Ausland gar kein Interesse an Taten hätten, die in Deutschland stattfänden. 

Dem sei aber nicht so, betonen die Forscherinnen, die nicht nur Dutzende deutscher Staatsanwälte und Kriminalpolizisten, sondern auch Ermittler in Albanien, Litauen, Kroatien und anderen osteuropäischen Staaten befragt haben. „Die Kooperationsbereitschaft in diesen Staaten ist groß“, sagt Wollinger, da die Täter meist schon in ihren Heimatländern mit Wohnungseinbrüchen aufgefallen seien.

Noch immer wird nur ein Bruchteil der Wohnungseinbrüche in Deutschland aufgeklärt, deren Zahl bis 2016 steil in die Höhe ging und sich jetzt etwas abflacht. Nur selten werden die Täter gefasst. Etwa die Hälfte von ihnen haben keine deutsche Staatsangehörigkeit. Einer Studie des Bundeskriminalamtes zufolge kommen sie zumeist aus Polen (17,3 Prozent) oder Litauen (14,3 Prozent). Doch auch aus Rumänien und Kroatien kämen viele mutmaßliche Täter, sagen die KfN-Forscherinnen. 

Meist handele es sich auch beim Wohnungseinbruch um eine Form organisierter Kriminalität – zumindest nach den Kriterien von Europol, die nicht ganz so streng seien wie die deutschen. „Die Organisationsstrukturen reichen dabei von losen Netzwerken bis hin zu mafiösen Strukturen“, berichtet Wollinger. Meist handele es sich aber um Banden mit flacher Hierarchie oder auch Familienclans, die sogar Minderjährige auf Einbruchstouren schickten. 

Hinderlich bei der Verfolgung der Täter ist in den Augen der deutschen Ermittler, dass sie erst einmal eine Bandenstruktur nachweisen müssen, wenn sie schärfere Ermittlungsmethoden wie etwa Telefonüberwachungen einleiten wollen.

Von Michael B. Berger

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