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Der Norden Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt
Nachrichten Der Norden Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt
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20:52 19.07.2017
Quelle: dpa
Hildesheim

Die beiden 65 und 56 Jahre alten Frauen aus Edemissen und Münstedt starben am vergangenen Freitag an einem Hotelstrand in Hurghada. Ein 28 Jahre alter Mann hatte sie mit mehreren Messerstichen getötet und vier weitere Ausländer verletzt, bevor er am Strand überwältigt werden konnte.

Voraussetzung für die Ermittlungen der deutschen Behörde ist, dass das Geschehene sowohl in Deutschland als auch in dem Land, in dem es passiert es, strafbar ist. Dann kann auch die deutsche Staatsanwaltschaft, die für den Bereich zuständig ist, in dem die Betroffenen wohnen, aktiv werden. In der Praxis nimmt sie allerdings eher eine Beobachterrolle ein – und bereitet sich für eher unwahrscheinliche Situationen vor. „Es geht für uns nun darum, möglichst viele Informationen über die Tat selbst, aber auch über einen eventuellen Prozess, das Urteil und dessen eventuelle Vollstreckung zu bekommen“, erklärt Gottfriedsen.

Terrorhintergrund unklar

Dafür werde allerdings kein Hildesheimer Staatsanwalt nach Ägypten fliegen. „Die Beschaffung von Informationen ist erst einmal Sache der Polizei.“ Zuständig ist die Polizeiinspektion Salzgitter, die sich allerdings der Hilfe des Bundeskriminalamtes bedienen dürfte. Denn das hat weltweit sogenannte Verbindungsbeamte stationiert.

Dabei wird es auch darum gehen, ob der Doppelmord am Strand einen terroristischen Hintergrund hat. In dem Fall wäre es wahrscheinlich, dass die Bundesanwaltschaft das Verfahren übernimmt und den Hildesheimern den Fall entzieht. Medienberichten zufolge soll der Täter der Terrororganisation „Islamischer Staat“ die Treue geschworen haben. Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Kairo warnte allerdings zuletzt in einer Stellungnahme vor „voreiligen Schlüssen“, wie die nationale Tageszeitung „Al-Ahram“ berichtete. Es stehe noch nicht fest, ob es sich um einen Einzeltäter handele oder ob es einen kriminellen oder terroristischen Hintergrund gebe. Der Täter werde noch befragt, die Hintergründe untersucht.

Ermittler wollen gerüstet sein

Für die Hildesheimer Ermittler geht es auch darum, für einen unwahrscheinlichen Fall gerüstet zu sein. Nämlich den, dass der Täter in Ägypten gar nicht oder aber zu einer Strafe verurteilt wird, die aus deutscher Sicht zu gering ist. Dann könnten die deutschen Ermittler ihn vor Gericht stellen, um eine weitere Bestrafung zu erreichen, auf die eine eventuelle Strafe in Ägypten angerechnet würde.

Das würde aber nur funktionieren, wenn der mutmaßliche Täter nach Deutschland reist – wovon nicht auszugehen ist. Schließlich geht Ägypten seit der Machtübernahme des heutigen Präsidenten Abdel-Fattah al-Sisi gerade gegen radikale Islamisten sehr hart vor, die Zahl der Todesurteile gegen diese ist deutlich gestiegen. Ob sie auch vollstreckt werden, ist schwer herauszufinden. Ägypten betrachtet das als Staatsgeheimnis.

Münstedt plant Trauergottesdienst für Opfer

Im Heimatort eines der beiden Opfer soll es eine Gedenkfeier geben. In Münstedt sei angedacht, einen öffentlichen Trauergottesdienst zu organisieren, damit Angehörige, Freunde und Dorfbewohner Abschied nehmen können, teilte der Kirchenkreis Peine mit. Einen genauen Zeitpunkt gebe es derzeit aber noch nicht, weil nicht feststeht, wann die Ermittlungen vor Ort abgeschlossen sind. Unklar sei außerdem, wann die Überführung der beiden Leichen nach Deutschland stattfindet. Zu den Angehörigen des zweiten Opfers aus Edemissen besteht derzeit noch kein Kontakt. Bürgermeister Frank Bertram hat angeregt, während des Schützenfests eine Gedenkminute abzuhalten. Am Sonntag ist zudem eine Fürbitte beim Gottesdienst geplant. 

Von Tarek Abu Ajamieh

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