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Der Norden Sohn misshandelt seine Mutter - weil er Geld will
Nachrichten Der Norden Sohn misshandelt seine Mutter - weil er Geld will
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00:15 28.10.2017
Therapie sagt ihm nicht so zu: Alexander G. (rechts) mit seinem Verteidiger Matthias Rätzlaff.Foto: George Quelle: Carolin George
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Lüneburg

„Er“ ist Alexander G., 31 Jahre alt. Und „sie“, das ist seine Mutter. Wenn die Frau aus Lüneburg bei ihrer Schwester in München anrief und sie bat, ihr Geld zu leihen, dann bedeutete das: Er ist wieder hier. Er will wieder Geld von mir. Wenn das geschah, sollte die Schwester die Polizei rufen. Am 9. Mai dieses Jahres alarmierte die Schwester dann die Polizei. Zwei Tage später nahmen die Beamten den Mann fest - an der Haustür seiner Mutter. Sie hatte ihn gebeten, sich zu stellen.

Seit diesem Dienstag steht Alexander G. nun vor dem Landgericht Lüneburg, der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet unter anderem auf besonders schwere räuberische Erpressung. Die Mutter ist auch im Raum, allerdings nicht als Zeugin. Sie macht von ihrem Recht Gebrauch, nicht gegen ihren Sohn auszusagen. Als Zuhörerin ist sie ins Gericht gekommen, hat sich auf einen Stuhl in der hintersten Reihe direkt an der Wand gesetzt. Ihren Sohn blickt sie nicht an. Und ihr Sohn blickt sie nicht an.

Mit Fäusten auf den Hinterkopf

Immer wieder sei der Name Alexander G. in den vergangenen Jahren in den internen Berichten der Lüneburger Polizei aufgetaucht, berichtet ein Ermittler als Zeuge vor Gericht. Während eines Streifendienstes war er zu der Wohnung der Frau gerufen worden. „Eine Nachbarin erzählte mir, er verschaffe sich nahezu täglich Zugang zu ihrer Wohnung.“ Immer wieder seien Beamte vor Ort gewesen, hätten den Sohn aber nie angetroffen. „Das war ärgerlich für uns.“ Als die Polizisten von dem bevorstehenden Gerichtsprozess erfuhren, „haben sich mehr oder weniger alle gefreut“.

Alexander G. ist blass, er trägt einen dunklen Kapuzenpullover und neue Turnschuhe. Vier Taten zwischen Juni 2016 und Mai 2017 legt die Staatsanwaltschaft ihm zur Last. Einmal soll er seiner Mutter mit den Fäusten auf den Hinterkopf geschlagen haben, bis sie ihm ihre letzten 40 Euro gab. Einmal konnte sie fliehen. Einmal soll er ihr gedroht haben, sie mit einer Spritze zu stechen, die er selbst mit Hepatitis C verseucht hatte. Er soll sie geschubst und erst von ihr abgelassen haben, als sie ihm 50 Euro gab. Bei seinem letzten „Besuch“ habe er alle Schränke nach Geld durchwühlt - und nichts gefunden.

Die Ankläger gehen davon aus, dass es sich bei den beschriebenen Vorfällen zwischen Mutter und Sohn keinesfalls um vier einzelne Taten handele, „sondern um einen Prozess, der sich über Jahre hinstreckt“, sagte der Oberstaatsanwalt. Alexander G. selbst gibt nicht alles zu, was die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft. Er bestreitet, seine Mutter mit einer Spritze bedroht zu haben. Geschubst und geschlagen habe er sie nur einmal, nicht häufiger. Was er jedoch einräumt, ist seine Drogensucht. So habe er sich auf der Toilette seiner Mutter einen Schuss Heroin gesetzt.

Wie er denn zu einer Therapie stehe, die in einem geschlossenen Rahmen stattfinde, will die Vorsitzende Richterin am Ende von Alexander G. wissen. Das sage ihm nicht so zu, antwortet der Angeklagte. „Das ist wie Gefängnis.“

Der Prozess wird im November fortgesetzt.

Von Carolin George

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