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Der Norden Warum seit 25 Jahren eine Brücke bei Neu Darchau fehlt
Nachrichten Der Norden Warum seit 25 Jahren eine Brücke bei Neu Darchau fehlt
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19:56 14.05.2018
Wenn der Weg von Amt Neuhaus nach Lüneburg mal wieder lang wird: Abends und bei Niedrigwasser fährt die Elbfähre „Tanja“ bei Neu Darchau nicht. Das bedeutet Umwege. Quelle: Foto: dpa
Lüneburg

Die ersten Versprechen einer Brücke über die Elbe sind schon 25 Jahre alt. Wahr geworden ist davon keines – als Niedersachsen nach der Wende im Jahr 1993 um einen Landstrich östlich des Flusses größer wurde, sollte schon bald eine neue Brücke gebaut werden. Doch die Verbindung steht noch immer nicht. Jetzt macht Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) einen neuen Vorstoß für den Brückenbau.

Weite Umwege 

Die Elbquerung soll das westliche mit dem östlichen Ufer verbinden, ungefähr auf halber Strecke zwischen Lauenburg und Dömitz, wo es bereits feste Überquerungen gibt. Zwischen beiden Brücken tuckern bei Neu Darchau bis heute bloß Fähren hin und her, die eine bis 21 Uhr, die andere bis 23 Uhr. Wer aus Neuhaus östlich der Elbe in der Kreisstadt Lüneburg ins Theater gehen will, fährt abends auf dem Rückweg notgedrungen über Lauenburg. Das sind beinahe 60 Kilometer – und fast 20 Kilometer weiter als der direkte Weg mit der Fährüberfahrt. Die Folge: Die Menschen fahren ins Theater nach Schwerin. Das ist zwar knapp 70 Kilometer weit weg, liegt gefühlt aber dennoch näher.

Höchste Zeit also für einen Brückenschlag, finden nicht nur die Menschen, die jeden Tag über den Fluss zur Arbeit oder in die Schule fahren, sondern auch Wirtschaftsminister Althusmann. 

„Als Symbol für das erfolgreiche deutsch-deutsche Zusammenwachsen und als zentraler Baustein des regionalen Wirtschaftsraums hat die Brücke bei Neu Darchau beiderseits der Elbe eine große Bedeutung“, sagte Althusmann der HAZ. „Als niedersächsischer Wirtschaftsminister liegt mir viel daran, dass dieses Projekt für die Region Nordostniedersachen weiter vorangetrieben wird. Die Brücke wird von den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern und dem Landvolk ausdrücklich gefordert.“

Althusmann, der seinen Wohnsitz im Landkreis Lüneburg hat, bestätigte außerdem, dass das Land dem Kreis Lüneburg Ende März angeboten habe, die Baukosten mit 75 Prozent zu fördern. Die lagen 2015 bei 58 Millionen Euro. Zusätzlich würde das Land weitere 700 000 Euro für die Planung bereitstellen. 

Schwerin sperrt sich

Doch Althusmann streckt seine Fühler auch über die Ländergrenzen hinaus aus, um Mittel für die Brücke zu akquirieren. Er versprach, sich weiter für eine finanzielle Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns und des Bundes einzusetzen. Denn ohne, das scheint auch in Hannover klar, ist das Projekt schon vor der Wiederaufnahme der Planung so gut wie gescheitert. „Nur mit einer gemeinsamen Finanzierung der beiden Länder und gegebenenfalls des Bundes erscheint dieses Vorhaben umsetzbar“, heißt es aus dem Ministerium.

Im Schweriner Wirtschaftsministerium will man davon allerdings nichts wissen. „Haushaltsrechtlich besteht dazu leider kein Spielraum“, erklärt Sprecherin Katharina Henkel. „Die verfügbaren Mittel für den Straßenbau sowie die Fördermittel für kommunale Straßenbauprojekte lassen dies nicht zu, weil diese für Vorhaben in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt werden müssen. Eine finanzielle Unterstützung des Vorhabens durch Straßenbaumittel des Landes Mecklenburg-Vorpommern kann deshalb nicht in Aussicht gestellt werden.“

Und auch der Landkreis muss mitspielen. Damit überhaupt auch nur ein Euro aus Hannover an die Elbe fließen kann, bedarf es eines neuen Beschlusses des Lüneburger Kreistages. Der hatte sich 2015 aufgrund der hohen Kosten von dem Projekt verabschiedet. 

Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) äußert sich skeptisch, ob der neue Minister tatsächlich auf einmal die bitter benötigten Millionen besorgen kann. „Der Landkreis steht zu seinem Eigenanteil von 10 Millionen“, sagte Nahrstedt bei einem von der „Landeszeitung für die Lüneburger Heide“ veranstalteten Bürgerabend im Amt Neuhaus. „Auf den Rest bin ich gespannt.“

Um trotzdem endlich den Menschen entgegenzukommen, die täglich Geld für die Fähre ausgeben müssen, um von einem ans andere Ufer zu gelangen, kündigte der Landrat eine ganz andere Lösung an: Der gesamte Kreistag stehe hinter der Idee, die Überfahrt für die Leute aus dem Amt Neuhaus kostenlos zu machen – spätestens bis zum Ende seiner Amtszeit. Das wäre 2021.

Von Carolin George

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