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Der Norden Vater aus Göttingen schießt auf Verlobten seiner Tochter
Nachrichten Der Norden Vater aus Göttingen schießt auf Verlobten seiner Tochter
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10:54 22.11.2018
Das Landgericht in Kassel. Quelle: Swen Pförtner
Kassel

Der beinahe tödliche Ausgang eines Familienstreits in Nordhessen beschäftigt seit Mittwoch das Landgericht Kassel. Dort muss sich ein 44-jähriger Vater aus Göttingen für Schüsse auf den Freund seiner Tochter verantworten. Der Deutsche mit türkischen Wurzeln soll im Februar den damals 24-jährigen Kurden schwer verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord aus niedrigen Beweggründen und gefährliche Körperverletzung vor. Zum Prozessauftakt schwieg er.

Angeklagter wollte Hochzeit verhindern

Laut Staatsanwaltschaft wollte der Angeklagte die für den vergangenen März geplante Heirat „um jeden Preis verhindern“. Schon im Vorfeld habe der Mann gedroht, die Angelegenheit werde mit Blut bereinigt werden. Im Februar sei er dann nach Sontra (Werra-Meißner-Kreis) gefahren und habe das Opfer aus einem Gebetsraum geholt. Doch statt einer Aussprache zog er laut Ermittlern eine Pistole und eine Luftdruckwaffe.

Das Opfer habe gedacht, die Waffen seien ungeladen und forderte ihn auf zu schießen. Laut Anklage drückte der Mann mehrfach ab und verletzt den 24-Jährigen schwer. Der Freund seiner Tochter habe sich noch gewehrt, indem er mit leeren Glasflaschen warf. Er brach aber nach einer kurzen Flucht schwer verletzt zusammen. Der Angeklagte wurde später in Nordrhein-Westfalen festgenommen.

44-jähriger Vater übte im Schützenverein

Zum Prozessauftakt berichtete ein Kriminalpolizist von den Ermittlungen: Demnach hatte der 44-Jährige sich auf die Tat vorbereitet. Er besuchte einen Schützenverein, wo er den Waffengebrauch übte. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde erst ein halbes Jahr nach dem Vorfall in einer leeren Lagerhalle gefunden. Deshalb lagen zum Prozessauftakt noch nicht alle Untersuchungsergebnisse der Ermittler vor.

Zu der Verhandlung kamen viele Zuschauer aus dem Umfeld der Prozessbeteiligten. Deshalb war die Polizei mit Einsatzkräften vor Ort. „Es gibt aber keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung des Prozesses“, sagte ein Sprecher.

Bis Ende Dezember sind noch sechs Verhandlungstage angesetzt.

Von RND/dpa

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