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Der Norden Drei-Sterne-Restaurant „La Vie“ muss schließen
Nachrichten Der Norden Drei-Sterne-Restaurant „La Vie“ muss schließen
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06:35 17.07.2018
„Hatte keine Wahl“: Küchenchef Thomas Bühner muss sein „La Vie in Osnabrück schließen. Quelle: dpa
Osnabrück

Bittere Neuigkeiten für Feinschmecker: Das Sternerestaurant „La Vie“ in der Osnabrücker Altstadt macht zu. Der Gourmettempel von Thomas Bühner, dessen Kochkunst seit 2011 drei Michelin-Sternen trug, hat seit dem Wochenende geschlossen. Der Betreiber des Lokals, das Stahlunternehmen Georgsmarienhütte-Gruppe, drehte den Geldhahn zu.

Das „La Vie“ war neben dem Wolfsburger „Aqua“ das einzige Drei-Sterne-Restaurant in Niedersachsen und eins von bislang elf deutschen Häusern in dieser Kategorie. Bei der Bewertung der Gastrokritiker des Gault & Millau bekam die „La Vie“-Küche 19 von 20 Punkten. In der aktuellen Ausgabe loben die Tester unter anderem einem Gang aus marinierter Sardine und Ananas oder Oktopusstückchen mit Wildschwein-Emulsion, Kimchi und Rosenkohl.

Die Georgsmarienhütte-Gruppe wollte nicht mehr

Der Grund für das Aus des Restaurants liege in der organisatorischen Neuausrichtung der Georgsmarienhütte-Gruppe, sagte eine Unternehmenssprecherin am Montag. Das Unternehmen habe seinen Schwerpunkt in der Stahlerzeugung und -verarbeitung, die Unternehmens-Organisation sei in den vergangenen anderthalb Jahren verändert worden.

Der langjährige „La Vie“-Chef Thomas Bühner, teilte mit, alle Reservierungen müssten nun storniert werden. Wer einen Gutschein habe, könne sein Geld zurückbekommen. Feiern, zum Beispiel von Firmen, die längst geplant seien, müssten abgesagt werden.

„Ich hätte es gerne nicht so kurzfristig gemacht, hatte aber keine Wahl“, sagte Bühner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er habe es aber nur so ausführen können, wie es die Gesellschafter gefordert hätten. Viele Gourmetrestaurants stehen unter wirtschaftlichem Druck und sind ein Zuschussgeschäft. Bühner versicherte, sich nun um die Zukunft seiner Mitarbeiter kümmern zu wollen. Rund 30 Menschen hatten in dem Restaurant gearbeitet. Seine eigene Zukunft ließ Bühner zunächst offen.

Von Elmar Stephan und Nikolai Huland, dpa