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Der Norden Land macht Jagd auf Biberratten
Nachrichten Der Norden Land macht Jagd auf Biberratten
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19:54 06.12.2018
Gefahr für Deiche: Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Biberratten zerstören Deiche und Dämme. Quelle: Foto: Silas Stein/dpa
Lüneburg

24 320 Nutrias haben Jäger 2018 in Niedersachsen erlegt – so viele wie nie zuvor. Und trotzdem breiten sich die Biberratten, die Deichanlagen und Uferböschungen gefährden, rasant aus. Deshalb sollen künftig drei Berufsjäger bei der Landwirtschaftskammer eingestellt werden, deren einzige Aufgabe der Kampf gegen die aus Südamerika eingewanderten Tiere ist

Die Zahl der erlegten Tiere hat sich seit 2001 in Niedersachsen mehr als verzwanzigfacht. Doch die Hobbyjäger, die den Nutrias bislang aufgelauert haben, kommen einfach nicht mehr hinterher, da die Tiere das ganze Jahr über Junge bekommen können. „Wir haben die Bejagung noch einmal forciert“, sagt Lüneburgs Kreisjägermeister Hans-Christoph Cohrs. „Mittlerweile bejagen wir die Nutrias nicht mehr, sondern wir bekämpfen sie.“

6 Euro pro erlegtem Nutria

Neben der Fangprämie von 6  Euro pro Schwanz an Hobbyjäger und der Aufhebung des Elterntierschutzes und damit der Schonzeit durch die Jagdnovelle im Herbst geht das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz jetzt noch einen Schritt weiter. Geplant ist, Anfang nächsten Jahres die drei Berufsjäger für die Koordinierung und das Monitoring der Nutriabejagung einzustellen, zunächst befristet auf drei Jahre. In der kommenden Woche soll laut einer Sprecherin das erforderliche Geld in den finalen Haushaltsberatungen bereitgestellt werden. „Wir wollen die Nutriabekämpfung professionalisieren“, sagt Heiko Fritz, bei der Landwirtschaftskammer Koordinator für Bisambekämpfung und Nutriabejagung. „Die Jäger machen es freiwillig, für eine echte Schädlingsbekämpfung reicht das nicht aus.“

Die Biberratten sind eine große Gefahr, weil sie Böschungen und Deiche unterhölen: 650 Kilometer Sturmflutdeiche und etwa 1000 Kilometer weitere Deiche gibt es im Land. „Wie hoch die Schäden durch Nutrias in diesem Jahr sind, wissen wir noch nicht“, sagt der Geschäftsführer des Wasserverbandstags, Godehard Hennies. „Wir rechnen mit einer siebenstelligen Summe.“ Habe es vor einigen Jahren nur in Teilbereichen Probleme mit Nutrias gegeben, sei dies jetzt flächendeckend der Fall. „Die Population darf nicht noch weiter ansteigen. Wenn wir die 30 000 erreichen, haben wir ein echtes Problem.“

Nutrias bohren oberhalb der Wasseroberfläche Röhren in die Deiche, die in einem Kessel enden, in dem sie leben. Steigt der Wasserspiegel, graben sie sich neue Zugänge und Luftröhren. „Kommt dann das Hochwasser, ist das wie ein Springbrunnen“, sagt Hennies vom Wasserverbandstag.

Nutrias wurden einst als Zuchttiere für den Pelzhandel nach Europa importiert. Die heutigen Populationen bestehen aus Nachkommen von aus den Zuchtstationen entflohenen oder absichtlich freigelassenen Exemplaren.

Von Carolin George

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