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Der Norden Schmeißen wir zu viele Lebensmittel weg?
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02:15 15.01.2016
Pro Kopf werden rund 80 Kilogramm nicht verdorbene Lebensmittel jedes Jahr in den Müll geworfen – in Niedersachsen sind das 1,8 Millionen Tonnen. Quelle: dpa
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Hannover

Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel landen jedes Jahr in der Mülltonne. Um die massenhafte Verschwendung einzudämmen, will Meyer noch in diesem Monat einen Runden Tisch mit Kirchen, Verbänden, Wissenschaft und Umweltorganisationen einberufen. Politischer Streit ist bei dem Thema nicht vorprogrammiert, ein dickes Brett wird es wohl trotzdem: Denn Politiker wie Praktiker sind sich einig: Ohne ein deutliches Umdenken und Neulernen der Verbraucher wird es keine großen Erfolge geben.

Pro Kopf landen jedes Jahr 80 bis 85 Kilogramm Lebensmittel in der Tonne, das entspricht in Niedersachsen jährlich etwa 1,8 Millionen Tonnen. „Das bedeutet, dass der Ertrag von 60.000 Hektar in Niedersachsen nur für den Mülleimer produziert worden ist“, sagt Frank Oesterhelweg, Landwirt und verbraucherschutzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Die Verschwendung müsse man in den Griff bekommen, „dazu ist die Gesellschaft ökonomisch, ökologisch, ethisch und sozial verpflichtet“, sagt auch Meyer.

Die Verschwendung lässt sich dabei auf allen Produktionsebenen finden: Gemüse, das zu klein oder zu krumm ist, wird bei der Ernte auf dem Feld gelassen. Das nächste Mal wird bei der Vermarktung gesiebt: Ist die Paprika schief oder hat der Apfel Schorf, lässt er sich nicht verkaufen – und landet in der Tonne.

Den größten Anteil an der Verschwendung tragen aber die Privathaushalte: 42 Prozent gehen auf ihr Konto, hat eine Studie des Umweltbundesamts herausgefunden. Ein zentraler Faktor hierbei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum. Darüber müsse man reden, sagt Minister Meyer. „Im Deutschen wird das Mindesthaltbarkeitsdatum immer mit Ungenießbarkeit gleichgesetzt, was nicht stimmt.“ Ein Joghurt, dessen Haltbarkeitsdatum schon ein paar Tage zurückliege, könne sehr wohl noch genießbar sein, meint auch Oesterhelweg: „Einfach Deckel aufmachen und nachschauen.“ Bestimmte Lebensmittel wie Salz, Nudeln oder Haferflocken bräuchten dagegen gar kein Mindesthaltbarkeitsdatum, sind sich Oesterhelweg und Meyer einig – denn diese würden ewig halten.

Der Runde Tisch soll in Niedersachsen Initiativen und Projekte entwickeln, um dieses Umdenken zu befördern. Einiges davon gibt es schon – die Initiative Slow Food veranstaltet Schnippeldiskos: Junge Leute sammeln Biogemüse, das sich nicht verkaufen lässt, und bereiten daraus gemeinsam Mahlzeiten zu. Der Landfrauenverband geht in die Schulen, um dort mit Kindern zu kochen und sie so für Lebensmittel und ihren Wert zu sensibilisieren.

Das Ausmaß der Unkenntnis sei dabei teilweise erschreckend, meint Landfrau Elisabeth Brunkhorst: Manche Kinder wüssten nicht einmal mehr, woher die Kartoffeln kommen, geschweige denn, wie man sie zubereitet. „Dieses Wissen ist einfach über die Generationen nicht weitergegeben worden“, so Brunkhorst. Das gelte erst recht für Techniken wie dem Verwerten von Resten, Einfrieren und Wiederauftauen von gegarten Lebensmitteln. Der Landfrauenverband setzt sich daher für die Einrichtung eines Schulfachs ein, in dem Jugendliche das Wirtschaften lernen: Mit Handyverträgen, mit ihrem Geld – und eben auch mit Lebensmitteln.

Minister Meyer will in der Zukunft auch die Landwirte, den Handel und die Gastronomie in Niedersachsen stärker in die Pflicht nehmen. „Zum Beispiel dadurch, Produkte lieber einzeln in Kisten als in großen Verpackungen zu verkaufen“, so Meyer. Die Branche sei gefragt, mehr auf Qualität statt auf Menge zu setzen. Zum Nulltarif sei das allerdings nicht zu haben. „In den Preisen muss sich auch die Wertschätzung für Lebensmittel widerspiegeln“, sagte der Landwirtschaftsminister.

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