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Der Norden Shisha-Bars sind im Visier der Behörden
Nachrichten Der Norden Shisha-Bars sind im Visier der Behörden
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18:16 21.06.2018
„Landesweit Handlungsbedarf“: Lüftung über Fenster reicht in Shisha-Bars meist nicht aus. Quelle: Foto: dpa
Lüneburg

Mehr als 80 Beamte von Zoll, Polizei und anderen Stellen haben vier Shisha-Bars in Lüneburg kontrolliert – und dabei zum Teil erheblich überhöhte Kohlenmonoxidwerte festgestellt. Wie die Polizei am Donnerstag weiter mitteilte, musste in einem Fall die Feuerwehr anrücken, um ein Kellerlokal zu belüften.

Neun Verfahren eingeleitet

„Es besteht offensichtlich landesweit Handlungsbedarf“, sagte Roland Suchenwirth vom Landesgesundheitsamt. Es sei nicht zu verstehen, dass Notärzte und Feuerwehr immer wieder ausrücken müssten, um Gäste von Shisha-Bars vor Schaden zu bewahren. „Kohlenmonoxidvergiftungen können lebensgefährlich sein“, warnte der Mediziner.

Nach der Überprüfung in Lüneburg wurden auch neun Verfahren wegen Schwarzarbeit eingeleitet. Außerdem waren laut Polizei zwei Asylbewerber illegal beschäftigt. Die Betreiber von zwei der Shisha-Bars erwartet zudem ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung, nachdem insgesamt gut 30 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak sichergestellt wurden. Zuvor hatte die Lüneburger „Landeszeitung“ darüber berichtet.

Shisha-Bars sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden, doch gab es zuletzt häufiger Schlagzeilen. Pro Stunde und Wasserpfeife müssen mindestens 130 Kubikmeter Luft aus den Räumen geschafft und durch Frischluft ersetzt werden, hat die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) ermittelt. Die Lüftung über offene Fenster und Türen reicht danach in der Regel nicht aus, warnt die BGN. Ohne ausreichend dimensionierte Lüftungsanlage könne in Shisha-Bars Lebensgefahr bestehen.

Von Peer Körner