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Der Norden Grüne fordern 365-Euro-Jahresticket für Schüler
Nachrichten Der Norden Grüne fordern 365-Euro-Jahresticket für Schüler
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00:19 25.01.2019
Freie Fahrt für Schüler: Anja Piel, Grünen-Fraktionsvorsitzende, und Verkehrsexperte Detlev Schulz-Hendel. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

Mit einem Schülerjahresticket für 365 Euro, das in ganz Niedersachsen gelten soll, und kostenloser Schülerbeförderung auch ab Klasse 11 wollen die Grünen die Mobilitätswende in Niedersachsen anschieben. Ihr entsprechender Antrag wird am Freitag im Landtag diskutiert. „Wir wollen das umsetzen, was die Große Koaltition versprochen, aber bislang verschlafen hat“, sagte Grünen-Verkehrsexperte Detlev Schulz-Hendel am Dienstag in Hannover. „Das ist ein cooles Angebot, und die jungen Menschen würden dies auch nutzen.“

Vorbild Hessen

Er verwies auf Hessen. Dort war ein Schülerticket im Schuljahr 2017/2018 eingeführt worden. Von den 840.000 anspruchsberechtigten Schülern hätten 400.000 das Angebot genutzt, für einen Euro pro Tag mit Bus und Bahn quer durchs Land zu fahren. Die Verkehrsverbünde in Hessen hätten innerhalb eines Jahres 60 Prozent mehr Schülerjahreskarten verkauft. In Niedersachsen wären 1,1 Millionen Schüler anspruchsberechtigt. Nach Berechnungen der Grünen würde das Land für Schülerjahresticktes rund 20 Millionen Euro zahlen müssen. „Was Hessen kann, kann Niedersachsen auch“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzende Anja Piel.

So einfach sei das nicht, teilte das Verkehrsministerium mit. Die Einführung eines landesweiten, günstigen Schülertickets müsste mehrere Jahre lang vorbereitet, da der Ausgleich für die Fahrgeldaufälle der Verkehrsunternehmen äußerst komplex sei. Die Tarifvielfalt in Niedersachsen sei ungleich höher als in Hessen. Das Land habe zudem in der Vergangenheit bereits zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen, Finanzhilfen und Förderinstrumenten entwickelt, um das Angebot und die Attraktivität des öffentlichen Personenahverkehrs kontinuierlich zu steigern.

„Finanzierung ist klar Landessache“

Die Finanzierung sei klar eine Landessache und nicht Aufgabe der Kommunen, findet Schulz-Hendel. Es müsse eine landesweit einheitliche Lösung geben. Zurzeit herrsche ein Wirrwarr an Schülertickets. So gebe es vergünstigte Angebote in den Kreisen Helmstedt, Gifhorn und Lüneburg. Auch die Region Hannover bietet seit 2018 ein Schülerticket für 15 Euro im Monat für Schüler bis 21 Jahre an.

Schüler streiken für mehr Klimaschutz

Unter dem Motto„Fridays for Future“ demonstrieren derzeit in ganz Europa Jugendliche für mehr Klimaschutz und gegen die aktuelle Klimapolitik. Vorbild ist die 16-jährige Greta Thunberg aus Schweden und ihr Schulstreik.

In der vergangenen Woche waren bundesweit mehr als 30.000 Schüler und Studenten in 56 Städten auf die Straße gegangen, allein in Hannover waren es mehr als 2300. Weil die Aktion während der Schulzeit stattfand, hatte das Kultusministerium Protest eingelegt.

Am Freitag dieser Woche soll es eine zentrale Kundgebung vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin geben. „Wir rechnen mit sehr vielen Teilnehmern“, sagt Organisatorin Luisa Neubauer, Studentin aus Göttingen. Mitte März soll es weitere dezentrale Kundgebungen geben, allesamt während der Schulzeit.

Je häufiger Schülerwährend der Schulzeit demonstrierten, desto stärkerem Druck der Behörden dürften sie ausgesetzt sein, schätzt Neubauer. In einigen Ländern wie Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg seien Schüler in einem Brief des Kultusministeriums ermahnt worden, ihrer Schulpflicht nachzukommen. In der Schweiz seien dagegen Schulen geschlossen zur Demonstration gegangen.

Nach dem Vorschlag der Grünen soll das 365-Euro-Ticket für alle Schüler, Auszubildende und Absolventen eines Freiwilligenjahres unabhängig ihres Alters gelten, auch außerhalb der Schulzeit an Wochenende und in den Ferien. Eine Altersgrenze mache keinen Sinn, sagte Piel. Das Schülerticket solle solange gelten wie die Ausbildung dauere. So würde der öffentliche Nahverkehr in seiner Rolle als einfache und verlässliche Alternative zum Auto gestärkt, Familien müssten deutlich weniger für Mobilität ausgeben. Es gebe keine Verpflichtung zum Kauf des Jahrestickets, sagte Schulz-Hendel. „Alles ist freiwillig.“

Freie Fahrt auch für Oberstufenschüler

Zudem fordern die Grünen, die kostenlose Beförderung von Schülern, die weiter weg vom Schulort wohnen – in der Region Hannover liegt die Grenze bei zwei Kilometern – auch nach dem 10. Schuljahr zu ermöglichen. Von den insgesamt rund 186.000 Jugendlichen in der Sekundarstufe II hätten dann rund 60 Prozent Anspruch auf kostenlose Schülerbeförderung. Dies würde das Land etwa 75 Millionen Euro kosten. Durch die gleichzeitige Einführung eines Schülerjahrestickets für 365 Euro gebe es Synergieeffekte, argumentieren die Grünen. Die Gesamtkosten dürften bei 90 Millionen Euro liegen.

Von Saskia Döhner

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