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Der Norden Neue Traditionserlass: Bundeswehr soll moderner werden
Nachrichten Der Norden Neue Traditionserlass: Bundeswehr soll moderner werden
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00:27 30.03.2018
Noch ist der neue Name der Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne in Hannover-Vahrenwald verhüllt. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Die Bundeswehr steht vor einem Umbruch: Erstmals seit 36 Jahren hat die Truppe ihren sogenannten Traditionserlass überarbeitet und will damit einen moderneren, zeitgemäßen Ansatz finden. Zudem soll sich die Armee deutlich von der Wehrmacht distanzieren. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird die „Richtlinien zum Traditionsverständnis und zur Traditionspflege in der Bundeswehr“ am Mittwoch in Hannover unterzeichnen.

Auslöser war unter anderem der Skandal um den rechtsextremen Soldaten Franco A.  Außerdem tragen manche Kasernen noch heute Namen von Wehrmachtssoldaten wie den des Weltkriegsfliegers Helmut Lent oder von Panzerjäger Diedrich Lilienthal. „Modernisieren heißt auch, sich unseres Selbstverständnisses immer wieder aufs Neue zu vergewissern“, sagt von der Leyen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Wehrmacht könne „nicht traditionsstiftend sein“, gleiches gelte für die Nationale Volksarmee der DDR.

Die letzte Fassung stammt von 1982, als noch der Kalte Krieg herrschte.„Der alte Traditionserlass hat mit der Erfahrung heutiger junger Soldaten kaum mehr was zu tun“, sagt die Ministerin. Die Richtlinien bilden den Rahmen für weitere Maßnahmen der Truppe im Umgang mit ihrer Historie. „Zentraler Bezugspunkt der Tradition der Bundeswehr sind ihre eigene, lange Geschichte und die Leistungen ihrer Soldatinnen und Soldaten“, heißt es im neuen Traditionserlass. Und weiter: „Die Bundeswehr pflegt keine Tradition von Personen, Truppenverbänden und militärischen Institutionen der deutschen (Militär-)Geschichte, die nach heutigem Verständnis verbrecherisch, rassistisch oder menschenverachtend gehandelt haben.“

Erstes Zeichen für den Traditionswechsel ist die Umbenennung der Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover. Sie wird am Mittwoch direkt nach der Unterzeichnung den Namen Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne verliehen bekommen. Feldjäger Tobias Lagenstein kam 2011 in Afghanistan bei einem Sprengstoffanschlag ums Leben.

Der Traditionserlass wurde unter Beteiligung aller Dienstgrade sowie der Politik, Medien, Stiftungen und Verbände in einem „transparenten und inklusiven Prozess“ vollzogen, sagt ein Ministeriumssprecher. Nach der Unterzeichnung sei es Aufgabe der Vorgesetzten, „sich mit der Tradition vor Ort zu beschäftigen“. Möglicherweise könnten so neben Kasernennamen auch einzelne Marschlieder oder ähnliche Bundeswehrtraditionen auf den Prüfstand kommen.

Der Deutsche Bundeswehrverband würdigt die endgültige Fassung als ein „handwerklich sauberes, umfassendes und klar formuliertes Dokument mit sinnvollen Ergänzungen“. Jetzt komme es darauf an, dass die Richtlinien in der Truppe ankommen und mit Leben gefüllt werden. Es müsse laut Bundeswehrverband vermieden werden, „dass der neue Traditionserlass rückblickend ausschließlich als Reaktion auf den Fall Franco A. verstanden wird“.

Von Peer Hellering

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