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Der Norden Neue Freiwillige Feuerwehr in Niedersachsen gegründet
Nachrichten Der Norden Neue Freiwillige Feuerwehr in Niedersachsen gegründet
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08:44 22.10.2017
In Laar wurde eine neue Feuerwehr gegründet. Quelle: dpa
Laar

Sie kennen Laar nicht? Kein Wunder. Der Ort hat etwa 2200 Einwohner und wirkt auf der Landkarte wie herangequetscht an die deutsch-niederländische Grenze. Ganz oben, im Nordwesten der Grafschaft Bentheim, befindet sich das Dorf, das immerhin einen grenzüberschreitenden Gewerbepark besitzt. Und seit einigen Tagen eine frisch gegründete Freiwillige Feuerwehr. Damit ist Laar, das zur Samtgemeinde Emlichheim gehört, unter den Gemeinden Niedersachsensdoch etwas Besonderes. Denn die Gründung von neuen freiwilligen Feuerwehren ist in Niedersachsen eher die Ausnahme. Viel häufiger war in den vergangenen Jahren die Auflösung oder Zusammenlegung von Ortsfeuerwehren.

Dass es überhaupt zu einer Feuerwehr-Neugründung kam, liegt an einer nicht alltäglichen Entscheidung der Kommune. Im Jahr 2011 ließ die Samtgemeinde von einem Gutachter einen Brandschutzbedarfsplan aufstellen - eine Analyse, zu der die Gemeinden bislang nicht verpflichtet sind, wie Bürgermeisterin Daniela Kösters (parteilos) erklärt. Ein Resultat war, dass die geforderten Einsatzfahrzeiten der bereits vorhanden örtlichen Feuerwehren in Emlichheim, Hoogstede und Ringe/Neugnadenfeld nach Laar nicht zu gewährleisten waren. Die Kommune müsse garantieren, dass das erste Feuerwehrfahrzeug in den meisten Fällen innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort ist, sagt Gemeindebrandmeister Daniel Loehrke.

Zwar gibt es Feuerwehrkooperationen mit den benachbarten niederländischen Kommunen in Hardenberg und Coevorden, auch gemeinsame Übungen. „Die Entfernungen sind nah, aber nicht nah genug“, sagt Loehrke. Und auch, wenn die Nachbarschaftshilfe gut sei - die Kommune sei gesetzlich dazu verpflichtet, für den grundlegenden Brandschutz zu sorgen.

Gemeinschaftserlebnis wichtig

In den vergangenen fünf Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Laar nach und nach aufgebaut. Die neu gewonnenen Kameraden seien zunächst in den bestehenden Ortsfeuerwehren ausgebildet worden, erläutert der Gemeindebrandmeister. Es sei aber auch früh darauf geachtet worden, dass die neuen Wehrleute auch ihre eigenen Kameradschaftsabende und Familientreffen abhalten können - „um das Zwischenmenschliche ausleben zu können“, wie Loehrke sagt.

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Das Gemeinschaftserlebnis sei ein ganz wichtiger Faktor für eine funktionierende Ortsfeuerwehr, findet auch Andreas Tangemann, Kreisbrandmeister im Landkreis Oldenburg und Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen. „Die Feuerwehr gehört zum örtlichen Charakterbild“, sagt er. Man fühle sich als große Familie. Daher sei die Zusammenlegung zweier Ortsfeuerwehren oft auch schwierig. „In den meisten Fällen sagen die Kameraden, wenn sie zusammengelegt werden: Dann macht ihr mal euren Kram alleine, wir sind raus“, weiß der Experte. In der Feuerwehr bauen sich Freundschaften auf, die ein ganzes Leben halten.

In den vergangenen Jahren sei wegen des demografischen Wandels vor allem Südniedersachsen von Feuerwehr-Schließungen betroffen gewesen, sagt Tangemann. Inzwischen steigen aber wieder die Mitgliederzahlen der freiwilligen Feuerwehren, die letzen Zahlen mit Stichtag 31.12. 2016 sprechen von 124 808 Mitgliedern, 646 mehr als im Vorjahr. 14 466 von ihnen sind Frauen, weiß das Innenministerium, also etwas mehr als zehn Prozent. Insgesamt gibt es in Niedersachsen 3284 Ortsfeuerwehren, elf Berufsfeuerwehren und 90 Werksfeuerwehren.

Bisher 27 Mitglieder

Der Reiz an der Feuerwehrarbeit sei nicht das große rote Feuerwehrauto, sagt Henk Hesselink, der sich 2012 bei einer Bürgerversammlung zum Mitmachen bei der neuen Feuerwehr meldete. „Der Reiz ist die Kameradschaft, die ist einfach toll“, erzählt der 37-Jährige. In der Gruppe seien Leute aus allen Sparten und Berufen, die zusammenarbeiten und auch mit ihren Familien zusammen feiern.

Bislang hat die neue Feuerwehr in Laar 27 Mitglieder, darunter eine Frau. Um Nachwuchs zu gewinnen, spielen im ganzen Land inzwischen die Kinder- und Jugendfeuerwehren eine große Rolle. „Man muss versuchen, Kinder schon in einem frühen Alter für die Feuerwehr zu begeistern“, sagt Tangemann. Die Kinder seien heute schulisch stark belastet. „Wenn die Kinder und Jugendlichen neben der Feuerwehr noch im Sportverein sind und vielleicht noch nebenbei Klavier spielen sollen - das funktioniert nicht“, sagte Tangemann.

Aber Nachwuchs ist für die freiwilligen Feuerwehren wichtig. Denn sollten die Kommunen, die die Sachkosten der Feuerwehren von der Schutzkleidung über Feuerwehrhaus bis zu den Fahrzeugen tragen, keine Ehrenamtlichen mehr finden, sähe es düster aus. Überall Berufsfeuerwehren einzurichten, das wäre zu teuer. „Das könnte sich keiner leisten“, sagt Tangemann.

Von Elmar Stephan/dpa

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