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Der Norden Schwere Schäden in Goslar: "Das geht an die Existenz"
Nachrichten Der Norden Schwere Schäden in Goslar: "Das geht an die Existenz"
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00:15 30.07.2017
Ulrich Gropp aus Seesen/Rhüden vor seiner Garage. Das Hochwasser hat sein Haus und seinen Hof stark in Mitleidenschaft gezogen. Quelle: Randermann
Rhüden/Seesen

"Schaun Sie sich das an." Ulrich Gropp will gar nicht viel reden, die Szene spricht für sich: Schlamm bedeckt den Boden des Erdgeschosses, Möbel sind umgestürzt, es riecht nach Öl - die Fluten des Hochwassers, das sich am Mittwoch durch Gropps Haus in Rhüden/Seesen (Kreis Goslar) gewühlt hat, muss irgendwo im Ort einen Öltank zum Platzen gebracht haben. Ein dünner Schlierenfilm liegt auf allem, auch im Garten und auf dem Hof. Das Wasser ist wieder weg, doch der Schaden ist den Einwohnern des Ortes im Harzvorland geblieben.

Auch bei Gropps Nachbarn Stephan Höche und Beatrice Meschede sieht es nicht besser aus. Vor einigen Jahren sind sie erst nach ein den 3000-Einwohner-Ort gezogen. Als die Fluten kamen und die kleinen Sandsackhügel in ihrer Straße längst überspült waren, riefen sie die Feuerwehr. "Aber die konnte gar nichts machen", sagt Höche achselzuckend. Nun sind die Möbel verschoben, die Wand feucht, Schlamm liegt hüfthoch auf allem im Erdgeschoss. Was das für die Wände des Fachwerkhäuser bedeutet, wollen die Besitzer gar nicht ermessen. "Das ist existenzbedrohend", meint Gropp. Dafür müsse der Staat Hilfsfonds auflegen.

Während sich die Lage in vielen Teilen Niedersachsens nach dem Hochwasser langsam entspannt, bangt Hildesheim um die durchweichten Dämme. Zwar fallen die Pegelstände, allerdings nicht so schnell wie erwartet.

Hochwasser ist für die Gegend nichts Neues. Die Nette, ein kleiner Fluss, der hinter den Häusern Richtung Norden fließt, hat schon das eine oder andere Mal sein Bett verlassen. Einige Häuser sind deshalb extra gesichert mit automatischen Pumpen, oder Schienen in den Türrahmen, die zusammen mit einem Brett ein Schott ergeben. Doch das meiste half diesmal nicht. "Ich wohne seit 40 Jahren hier", sagt Ingeborg Brandes. "Aber so happig war es noch nie."

Haus in Bad Harzburg unterspült

In Bad Harzburg steht Marianne Bernd fassungslos vor ihrem Haus in der Breite Straße. In der Nacht hat die Radau - normalerweise ein Bach von 30 Zentimeter Wassertiefe - einen Teil des Fundamentes des Gebäudes weggerissen. Eine Hausecke hängt über den tosenden Wassern, der Fußboden ist weggebrochen. Das Haus ist einsturzgefährdet und muss abgestützt werden.

"Da war noch eine Terasse hinter", sagt Berndt. Eine  Mauer hatte das Ufer befestigt, doch die ist auch weggespült worden. Wie es nun weitergeht, weiß sie noch nicht. Sie selber wohnt nicht in dem Haus, ihre Mieter müssen nun irgendwo untergebracht werden. Sie hat eine Elementarschadenversicherung - und hofft, dass diese nun greift. 

Es ist die eine Frage, die viele Menschen im Harz jetzt spaltet: Hat man eine solche Versicherung oder nicht? "Es gibt viele, die nicht in der Lage sind, die jetzige Situation finanziell zu bewältigen", hat auch Goslars Bürgermeister Oliver Junk erfahren. In seiner Stadt laufen die Aufräumarbeiten, aber insgesamt 300 Keller sind vollgelaufen, viele Gebäude haben Schaden genommen. Die Stadt sei jetzt in der Pflicht, diesen Menschen zu helfen, doch er sieht auch Verantwortung auf anderer Ebene: "Ohne Hilfe von außen, vom Land, wird es schwierig."

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