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Der Norden Grausiger Mord: Mann soll Mutter einbetoniert haben
Nachrichten Der Norden Grausiger Mord: Mann soll Mutter einbetoniert haben
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16:19 29.10.2018
Die JVA Rosdorf: Der Angeklagte war dort bereits früher inhaftiert – jetzt sitzt er in U-Haft. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Göttingen

Sven H. wollte nie wieder ins Gefängnis. Im Jahr 2013 kam er nach mehrjähriger Haft aus der Justizvollzugsanstalt Rosdorf frei – und weil er dort ausgiebig Laufsport trainiert hatte, kürte der Deutsche Leichtathletik-Verband ihn 2013 sogar zum Hobbyläufer des Jahres. Doch nun droht dem 47-Jährigen aus Herzberg (Kreis Göttingen) eine lebenslange Haftstrafe. Ab 27. November muss er sich vor dem Landgericht Göttingen wegen eines grausigen Mordes verantworten. Er soll seine Mutter erschlagen und einbetoniert haben.

Die Tat ereignete sich im September vergangenen Jahres. Der 47-Jährige war bereits früh ins Visier der Ermittler geraten. Zeugen hatten ihn um die mutmaßliche Tatzeit in Herzberg gesehen. Nachdem sich der Tatverdacht gegen ihn erhärtet hatte, ließ die Staatsanwaltschaft Göttingen mit einem Europäischen Haftbefehl nach ihm fahnden. Im Mai nahm ihn die schwedische Polizei in der Provinz Västerbottens Län fest, einige Tage später lieferte ihn die schwedische Justiz nach Deutschland aus. Seitdem sitzt der 47-Jährige in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Habgier vor. Er sei arbeitslos gewesen und habe Schulden in fünfstelliger Höhe gehabt. Weil seine Mutter seinen Lebensunterhalt nicht weiter finanzieren wollte, habe er sie getötet, um weiter von dem Geld seiner Eltern zu leben.

Der Anklage zufolge soll er seiner Mutter mehrfach mit einem Schürhaken gegen den Kopf und gegen die Rippen geschlagen haben. Die 74-Jährige sei durch die Schläge zu Boden gegangen und anschließend verstorben. Einige Tage später soll der Angeklagte den Leichnam seiner Mutter in eine grüne Gewebefolie gewickelt und auf dem Boden der Blumenbank im Wohnzimmer abgelegt haben. Um zu verhindern, dass der Leichnam gefunden wird, habe er die Blumenbank mit Beton und Zierkies gefüllt und darauf wieder die Blumentöpfe gestellt.

Sieben Monate lang blieb das Verbrechen unentdeckt. Erst im April erhielt die Polizei einen Hinweis, dass die 74-jährige Rentnerin nicht anzutreffen und ihr Grundstück verwahrlost sei. Die Ermittler prüften daraufhin zunächst, ob sich die 74-Jährige bei ihrem Sohn in Schweden aufhielt. Da sie dort nicht zu erreichen war, erwirkte die Staatsanwaltschaft Göttingen einen Durchsuchungsbeschluss, um die Hintergründe ihres Verschwindens aufklären zu können. Nachdem eine erste Suchaktion ergebnislos verlief, setzte die Polizei bei einer erneuten Suche zwei Leichenspürhunde ein. Diese fanden dann die einbetonierte Leiche.

Als die Polizei den tatverdächtigen Sohn an seinem Wohnort in Schweden verhaften wollte, war er verschwunden. Erst nach einer umfangreichen Fahndung, bei der auch Hubschrauber und Polizeihunde eingesetzt wurden, nahmen ihn die Beamten schließlich fest.

Der 47-Jährige war schon einmal im Ausland verhaftet worden. Vor einigen Jahren hatte er sich nach Südafrika abgesetzt, um einer von der bayerischen Justiz verhängten mehrjährigen Haftstrafe wegen Betruges zu entgehen. Nachdem er einige Zeit in Südafrika im Gefängnis gesessen hatte, wurde er im Herbst 2011 nach Deutschland ausgeliefert und saß dort in Rosdorf im Gefängnis.

Von Heidi Niemann

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