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Der Norden Mordanklage gegen Motorradraser "Alpi" wankt
Nachrichten Der Norden Mordanklage gegen Motorradraser "Alpi" wankt
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09:39 30.01.2017
Blumen und ein Holzkreuz erinnern in Bremen an den Tod des 75-Jährigen, der von dem Motorradfahrer überfahren wurde.  Quelle: dpa
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Bremen

Tödliche Verkehrsunfälle sind keine Seltenheit. Dass sie zu einer Mordanklage führen, ist es allerdings schon. Seit Dezember muss sich beim Landgericht Bremen ein 24-jähriger Motorradfahrer verantworten, weil er im vorigen Sommer einen 75-jährigen Fußgänger erfasst und getötet haben soll. Im September 2016 hatte die Staatsanwaltschaft Berlin einen ähnlich gelagerten Fall um ein tödliches Autorennen ebenfalls als Mord bewertet - bis dahin ein Novum in Deutschland im Zusammenhang mit Rasern. An diesem Dienstag werden im Bremer Prozess nun die Plädoyers erwartet. Möglicherweise wird im Anschluss bereits das Urteil gesprochen. Prozessbeobachter bezweifeln, dass die Mordanklage aufrechterhalten werden kann. 

Der Angeklagte, der in der Szene als "Alpi" bekannt ist, betrieb einen Youtube-Kanal, auf dem er Filme von seinen Fahrten veröffentlichte. Zu sehen war, dass er seine 200-PS-Maschine gerne innerorts auf bis zu 170 Stundenkilometer beschleunigte. Auch kurz vor dem tödlichen Unfall fuhr er offenbar viel zu schnell. Bei erlaubter Geschwindigkeit hätte der junge Mann den Unfall vermeiden können, hatte ein Gutachter vor Gericht ausgesagt. „Er nahm den Tod billigend in Kauf“, hatte der Staatsanwalt zu Beginn des Prozesses gesagt. Vor dem tödlichen Unfall soll es zu einer Kollision zwischen dem Motorrad und einem Auto gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklageschrift von Unfallflucht aus.

Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung?

Der Angeklagte bestreitet eine Tötungsabsicht. „Er war zutiefst erschüttert und verzweifelt, als er erfuhr, dass er jemanden getötet hat“, sagte Anwalt Armin von Döllen. Er hielt den Mordvorwurf von Anfang an für unberechtigt. Inzwischen sieht er sich durch zwei Gutachten bestätigt: Der Verkehrssachverständige hatte vor Gericht ausgesagt, es gebe keine Beweise für die Kollision mit einem Auto. Zudem hat der psychiatrische Gutachter dargelegt, der Angeklagte habe keinen Kick gesucht. Im Gegenteil sei sein Bedürfnis nach Stimulationen eher gering ausgeprägt. Denkbar sei eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung, sagte von Döllen. Dies kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht dazu äußern.

Von Janet Binder

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