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Der Norden Moorbrand: Wurden die Grenzwerte doch überschritten?
Nachrichten Der Norden Moorbrand: Wurden die Grenzwerte doch überschritten?
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22:55 08.10.2018
Rauch steigt von den verbrannten Flächen auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen auf. Quelle: Bundeswehr
Meppen

Trotz kurzzeitig überschrittener Kohlenmonoxid-Grenzwerte durch den Moorbrand im Kreis Emsland hat Behörden zufolge keine akute Gesundheitsgefahr bestanden. Dies gelte sowohl für die Bewohner als auch für die am Löscheinsatz beteiligten Rettungskräfte, teilten die Bundeswehr, des Landesgesundheitsamt und der Landkreis Emsland am Montag mit.

Die Kreisfeuerwehr Leer hatte nach einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ bei Messungen im Auftrag der Bundeswehr in der Nacht vom 18. auf den 19. September an mehreren Stellen deutlich erhöhte Werte gemessen. Daraufhin habe die Feuerwehr weitere Kontrollen in den nächsten Stunden empfohlen, sagte Feuerwehrsprecher Dominik Janßen am Montag. Wie die Bundeswehr am Montag bekannt gab, seien diese Messungen am 20. September wiederholt worden.

Großbrand auf einem Gelände der Bundeswehr in Meppen. Die Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen. Doch die Löscharbeiten sind äußerst schwierig.

Bundeswehr weiter in der Kritik

Kohlenmonoxid ist ein starkes Atemgift, das das Nervensystem schädigen und in größeren Mengen auch tödlich sein kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, über einen Zeitraum von acht Stunden einen Grenzwert von etwa 9 ppm (Parts per million) nicht zu überschreiten. Nach den Messungen der Kreisfeuerwehr lag dieser an einer Stelle jedoch bei 20 ppm, an anderen zwischen 12 und 14 ppm.

In einer gemeinsamem Stellungnahme des Landesgesundheitsamtes und des Landkreises Emsland hieß es, der Wert von 20 ppm sei auf einem unbewohnten Gebiet gemessen worden. Zudem sei einer isolierte Betrachtung dieser Werte fachlich fehlerhaft. „Eine kurzfristige Überschreitung von solchen Langzeit-Durchschnitts-Richtwerten stellt nicht automatisch eine akute Gesundheitsgefahr dar.“ Der Grenzwerte von 9 ppm gelte laut WHO erst dann als problematisch, wenn er im Innenraum ein Leben lang in einem Zeitraum von acht Stunden täglich überschritten werde.

Die Bundeswehr teilte mit, sie habe zur Einschätzung der möglichen Freisetzung von Schadstoffen die vom Umweltbundesamt herausgegebenen Störfallbeurteilungswerte zugrunde gelegt. Der dort benannte niedrigste Grenzwert von 27 ppm sei bei keiner Messung überschritten worden. „Die gemessenen Werte stellten sich als unkritisch für die Einsatzkräfte dar, da sie sämtlich unter dem niedrigsten Störfallbeurteilungswert lagen.“ Die nachlassende Rauchentwicklung und Intensität des Brandes im Laufe des Abends hätten die Annahme zugelassen, dass keine höheren oder grenzwertüberschreitenden Messergebnisse zu erwarten gewesen seien. „Eine Gefährdung der Einsatzkräfte konnte und kann weiterhin ausgeschlossen werden“, hieß es.

Die Feuerwehr hatte in der Nacht zum 19. September nach eigenen Angaben die Kohlenmonoxidkonzentration an mehr als 20 Stellen gemessen – allerdings nur etwa 20 Minuten lang. Um zu entscheiden, ob eine Evakuierung des Gebiets oder andere Maßnahmen nötig sind, hätten die Messungen jedoch über einen längeren Zeitraum erfolgen müssen.

Von ms/RND

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