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Der Norden Philologen fordern Entlastung für Pädagogen an Gymnasien
Nachrichten Der Norden Philologen fordern Entlastung für Pädagogen an Gymnasien
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00:17 25.11.2018
Gymnasiallehrer am Limit: Horst Audritz und Helga Olejnik vom Philologenverband fordern konkrete Entlastung für Pädagogen. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Der Philologenverband hat den Abschlussbericht der vom Land eingesetzten Expertenkommission zur Lehrerarbeitszeit als „methodisch absolut mangelhaft“ und „in seinen Schlussfolgerungen größtenteils hanebüchen“ kritisiert. Verbandsvorsitzender Horst Audritz sagte am Donnerstag vor Journalisten in Hannover, „Tarnen, Tricksen, Täuschen scheint der Dreiklang dieses Berichts, vor allem aber seiner nicht im geringsten an den Fakten orientierten Handlungsvorschläge zu sein“. Besonders verärgert ist der Verband der Gymnasiallehrer darüber, dass die Lehrer erwiesenermaßen am meisten arbeiteten, aber nicht vorrangig entlastet werden sollten.

Gymnasiallehrer arbeiten am längsten

So war in einer Arbeitszeitstudie der Universität Göttingen herausgekommen, dass Pädagogen an Gymnasien im Schnitt drei Stunden und fünf Minuten mehr als die vorgeschriebenen 40 Stunden in der Woche arbeiteten, während Grundschullehrer auf etwa eine Stunde und 20 Minuten Mehrarbeit pro Woche kamen und die Gesamtschullehrer nur auf vier Minuten.

Dennoch hatte das Expertengremium eine pauschale Senkung der Unterrichtsverpflichtung für Grundschullehrer von 28 auf 27 Stunden in der Woche vorgeschlagen. Die Begründung, dass sich diese Lehrergruppe subjektiv stark belastet fühle, sei geradezu haarsträubend, sagte Audritz. Er bemängelte, dass in der Kommission kein Gymnasiallehrer vertreten gewesen sei.

Die von der Kommission vorgeschlagene Verkleinerung der Oberstufenkurse komme beim einzelnen Lehrer nicht als Entlastungsmaßnahme an, sondern diene lediglich für die Berechnung der Lehrersollstunden.

Ermäßigungen für Ältere und Teilzeitkräfte gefordert

Der Philologenverband fordert, unverzüglich eine Stunde Altersermäßigung für Lehrer ab 55 Jahren einzuführen sowie eine weitere Stunde für die 65-Jährigen. Bislang müssen nur die Lehrer über 60 eine Stunde weniger unterrichten. Auch Teilzeitkräfte müssten entlastet werden, es könne nicht sein, dass diese an allen Konferenzen, Elternsprechtagen und anderen Besprechungen im selben Umfang wie Vollzeitkräfte teilnehmen müssten, sagte Philologenverbandssprecherin Helga Olejnik. Wer Abiturkurse habe, müsse weniger unterrichten.

Der Verband fordert zudem seit Langem Korrekturtage für Abiturklausuren wie in anderen Bundesländern. In Niedersachsen müssen die Lehrer normal weiter unterrichten und die aufwendige Korrektur der Abiturprüfungen nebenbei leisten. Auch Schulleiter und andere Funktionsstelleninhaber müssten dringend mehr Anrechnungsstunden erhalten.

Audritz sagte, Lehrer würden seit Jahrzehnten Überstunden machen: „Das Weggucken und Nicht-Handeln halten wir für nicht hinnehmbar, auch der Verweis auf die Unterrichtsversorgung oder die Finanzierung sind keine Ausreden.“ Es gehe schließlich um die Gesundheit der Lehrer, da sei das Land als Dienstherr in der Fürsorgepflicht, und um die Qualität des Unterrichts.

Erster Prozess wegen Lehrerarbeitszeit im Januar

Der Philologenverband hat schon vor Monaten landesweit für fünf A-14-Lehrer, die extra Aufgaben übernommen haben wie die Betreuung einer Biologiesammlung, die Koordination des Ganztages oder Verwaltung der Schulbücherei und dafür keinen Ausgleich erhalten, Klagen eingereicht Die erste Verhandlung soll Ende Januar 2019 vor dem Verwaltungsgericht Hannover stattfinden.

Statt Prozesse zu führen, solle Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) lieber die Lehrer endlich konkret entlasten, forderte Olejnik. Den Verweis auf die bessere Besoldung der Gymnasiallehrer ließ Audritz nicht gelten. „Für alle Beamten des Landes gilt die 40-Stunden-Woche, egal ob sie A 9 oder A 16 verdienen.“ Wer A 9 verdient, bekommt zwischen 2500 und 3200 Euro brutto monatlich, je nach Dienstjahren, wer A 16 bezieht, erhält zwischen 5500 und 7070 Euro. Lehrer an Grundschulen starten mit A 12 (3500 bis 4500 brutto monatlich), an Gymnasien mit A 13 (3900 bis 5000).

Von Saskia Döhner

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