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Der Norden Lebenshilfe zieht in beschlagnahmte Extremisten-Moschee
Nachrichten Der Norden Lebenshilfe zieht in beschlagnahmte Extremisten-Moschee
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21:02 12.07.2018
Das Gebäude der ehemaligen Moschee in Hildesheims Nordstadt soll nun der Lebenshilfe übertragen werden. Quelle: Clemens Heidrich
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Hildesheim

Wo einst Hunderte den Predigten radikaler Islamisten lauschten und zumindest mutmaßlich Kämpfer für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geworben wurden, soll es künftig Schulungen, betreute Arbeitsplätze und Theaterkurse geben. Das Land Niedersachsen überträgt der Lebenshilfe Hildesheim per Schenkung die ehemalige Moschee des verbotenen Deutschsprachigen Islamkreises (DIK) in der Martin-Luther-Straße. Der Verein, der sich vor allem für die Integration von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt einsetzt, hat zusammen mit dem Theaterpädogischen Zentrum (TPZ) Hildesheim ein Konzept für die künftige Immobilie vorgelegt und sich damit gegen vier weitere Bewerber durchgesetzt, wie die Polizeidirektion Göttingen am Donnerstag erklärte. „Wir wollen eine Institution unterstützen, deren Arbeit dem gesamten Stadtteil zu Gute kommt und im besten Fall zur Kriminalprävention beiträgt.

“Die Polizei hatte die Immobilie – die Räume im Erdgeschoss und Keller des Gebäudes umfassen insgesamt rund 500 Quadratmeter – im März 2017 beschlagnahmt, nachdem das Land den DIK verboten hatte. Die Moschee hatte regelmäßig Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet angelockt, die vor allem ihren inzwischen vor Gericht stehenden früheren Hauptprediger Abu Walaa hören wollten. Auch Pläne für Anschläge in Deutschland – Berlin-Attentäter Anis Amri besuchte die Einrichtung mindestens einmal – sollen dort geschmiedet worden sein.

„Wir nähern uns dem Gebäude mit Respekt“, drückt es der stellvertretende Lebenshilfe-Vorstand Hans Grupe-Hübner aus. „Es war, bei allem anderen, auch ein Gebetsraum, viele frühere Besucher wohnen noch im Umfeld.“Bevor allerdings Lebenshilfe-Mitarbeiter und Theaterleute die ehemalige Moschee bevölkern, rücken erst einmal die Bauarbeiter an.

Nach Informationen der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung hat vor allem die letzte große Razzia der Polizei ihre Spuren hinterlassen. Teilweise zertrümmerte Küchen, aufgeschnittene Boxsäcke und Kabelschächte im Keller sind wohl nur einige Beispiele für die dort angerichteten Zerstörungen. Dazu passt auch, dass die Lebenshilfe zwar bald mit den Sanierungsarbeiten beginnen will, mit einer Eröffnung aber erst im Frühjahr nächsten Jahres rechnet.Unter anderem sollen bis dahin Arbeitsplätze für „Beschäftigte mit Unterstützungsbedarf“, wie sie bei der Lebenshilfe heißen, entstehen. Sie sollen dort anwenden können, was sie zuvor in anderen Lebenshilfe-Einrichtungen in Hildesheim gelernt haben. Dabei geht es um Handwerkliches ebenso wie um Veranstaltungstechnik und leichte Verwaltungsarbeiten, auch den Empfang sollen Lebenshilfler besetzen.

Von RND/dpa

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