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Der Norden Krimineller Clan: 600 Beamte durchsuchen Immobilien
Nachrichten Der Norden Krimineller Clan: 600 Beamte durchsuchen Immobilien
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00:19 01.09.2018
Einsatz in Hildesheim: Aus Sicherheitsgründen wurden mehreren Personen Handschellen angelegt, bis ihre Identität geklärt war, Festnahmen gab es bei der Razzia aber nicht. Quelle: Foto: Hildesheimer Allgemeine Zeitung
Hildesheim

Bei Razzien gegen eine polizeibekannte Großfamilie haben Ermittler am Dienstagabend in zehn Wohn- und Geschäftsräumen in Hildesheim, Salzgitter und Hannover unter anderem Schusswaffen sichergestellt. Das niedersächsische Innenministerium spricht im Zusammenhang mit den Verdächtigen von Clankriminalität.

600 Polizisten waren laut Staatsanwaltschaft Braunschweig am Dienstagabend insgesamt im Einsatz, um Beweismittel zu sichern – darunter etliche Spezialeinsatzkräfte. Neben den Schusswaffen waren bei den Durchsuchungen zahlreiche Mobiltelefone sowie „waffenähnliche Gegenstände“, eine geringe Menge Cannabis und vier vermutlich gestohlene Fahrräder sichergestellt worden. Festnahmen gab es keine.

Der enorm hohe Personalaufwand und der Einsatz von Spezialkräften war dem Hintergrund der Verdächtigen geschuldet: Sie gehören zu einer polizeibekannten libanesisch-kurdischstämmigen Großfamilie und deren Umfeld. Sie war auch in Hildesheim wegen diverser Delikte mehrfach ins Visier der Justiz geraten. Zwei Familienmitglieder standen 2016 in einem Prozess um Kokainhandel vor dem Landgericht, sie wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Gefährlicher Körperverletzung und schwerer Raub

Hintergrund der jüngsten Razzia sind offenbar Ermittlungen um zwei Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung sowie schweren Raubes. Als mutmaßliche Täter gelten jeweils drei Männer im Alter von 20 bis 37 Jahren. Im ersten Fall sollen drei Beschuldigte als Teil einer sieben- bis achtköpfigen Gruppe am 7. August in Salzgitter auf zwei andere Personen eingeschlagen haben, wobei sie einen Elektroschocker sowie eine Eisenstange als Waffen eingesetzt haben sollen. Die Opfer erlitten dabei Prellungen.

Die drei weiteren mutmaßlichen Täter sind verdächtig, in Salzgitter als Teil zusammen mit ein bis zwei Komplizen am 24. Juli einem Mann aufgelauert und diesem einen Rucksack mit Geldbörse entrissen und das Opfer im Anschluss zusammengeschlagen zu haben. Auch bei diesem Überfall sollen die Verdächtigen Stahlruten benutzt und dem Opfer damit Prellungen zugefügt haben.

Hartes Vorgehen gegen kriminelle Familienclans

Der Schwerpunkt der Durchsuchungen lag am Dienstag in Salzgitter, wo insgesamt sechs Wohnungen und Gewerbeimmobilien, darunter auch eine Shisha-Bar, gefilzt wurden. Auch in Hildesheim durchsuchten die Beamten, die zum Teil Maschinenpistolen trugen, Geschäfts- und Wohnräume. Auch in Hannover und in Lengede-Broistedt wurde je ein Objekt durchsucht.

Erst vor einer Woche hatte Innenminister Boris Pistorius (SPD) im Landtag ein hartes Vorgehen gegen kriminelle Familienclans angekündigt. „Wir akzeptieren es nicht, wenn Mitglieder von Clans sich nicht integrieren, Parallelgesellschaften schaffen und Selbstjustiz üben“, hatte er erklärt.

Von HAZ

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