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Der Norden Ex-RAF-Terroristen bleiben im Untergrund verschwunden
Nachrichten Der Norden Ex-RAF-Terroristen bleiben im Untergrund verschwunden
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19:19 08.07.2018
Die Fahndungsfotos sollen Burkhard Garweg (l) und Ernst-Volker-Staub zeigen. Quelle: Staatsanwaltschaft Verden
Hannover

Der Fahndungsaufruf nach den Ex-RAF-Terroristen springt auf der Seite des Landeskriminalamtes Niedersachsen im Internet gleich als erstes groß ins Auge. Und beim Bundeskriminalamt rangieren die Bilder der drei wegen einer Überfallserie in Norddeutschland Gesuchten in Reihe drei der Fahndungsfotos. Bei der Suche nach dem Trio hat das aber bis heute nicht viel geholfen. Seit dem nach Wissen der Behörden letzten Überfall vor zwei Jahren bei Braunschweig fehlt von den Ex-Terroristen Ernst-Volker Staub (63), Burkhard Garweg (49) und Daniela Klette (59) jede Spur. Der Verdacht, die drei könnten hinter einem Überfall auf einen Geldtransporter in Köln Ende März stecken, bestätigte sich nicht.

Neuigkeiten gab es vor wenigen Tagen nur in Bezug auf die Vergangenheit des Ex-RAF-Trios. Zwei weitere Überfälle in Nordrhein-Westfalen, 2006 in Bochum-Wattenscheid und 2009 im westfälischen Löhne, werden den dreien angelastet, wie das LKA bestätigte. Die Zahl der Überfälle zumeist auf Supermärkte, die die drei nach Überzeugung der Fahnder zum Bestreiten ihres Lebensunterhalts im Untergrund begangen haben, steigt damit auf zwölf. Zu der ersten Tat kam es 1999 in Duisburg-Rheinhausen. Wo sich ihr Leben im Untergrund zwischen den Überfällen abspielt, weiß die Polizei nach wie vor nicht. Trotz zahlreicher Tipps gibt es keine heiße Spur.

Auch nach den jüngsten Berichten über die Überfälle vor Jahren in NRW gingen gut ein Dutzend Hinweise bei den Fahndern in Niedersachsen ein, wie ein Sprecher sagte. Zu einer neuen Spur führten diese zunächst aber nicht. Die Fahnder gehen davon aus, dass die drei schon lange mit echtem Ausweis unter einer falschen Identität leben. Eine bloße Hypothese ist, dass die drei noch von der Staatssicherheit der DDR mit Papieren und anderen Identitäten ausgestattet wurden, einen konkreten Anhaltspunkt gibt es nicht. Immerhin aber lebten zehn RAF-Mitglieder mit neuen Identitäten versehen bis zum Fall der Mauer unbehelligt in der DDR.

Garweg, Klette und Staub gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF. Alle drei sollen unter anderem 1993 an dem Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt in Hessen beteiligt gewesen sein. Klette soll 1991 dabei gewesen sein, als mindestens drei RAF-Mitglieder - der Golfkrieg hatte gerade begonnen - wie wild auf die US-Botschaft in Bonn feuerten, ein Haar in einem Fluchtwagen konnte Klette später zugeordnete werden. Auch an einem missglückten Autobombenanschlag auf die Computerzentrale der Deutschen Bank in Eschborn soll sie beteiligt gewesen sein.

Helfen alte Netzwerke den Ex-Terroristen

Vor allem auf zuvor unveröffentlichte Tatvideos hatte das LKA beim letzten Fahndungsaufruf im Herbst gesetzt. Eine Videosequenz zeigt Staub und Garweg bei einem Überfall in Hildesheim, auf einer zweiten sind die beiden in einem Bus in Osnabrück zu sehen. Eine einigermaßen aktuelle Aufnahme von Klette haben die Fahnder aber nicht. Wie LKA-Chefermittler Matthias Behnke dem „Spiegel“ vor einigen Tagen sagte, dürften die drei ihr Aussehen für die Überfälle verändern. Nach den Taten würden sie vermutlich die Maskerade ablegen und ihre Waffen womöglich in Erddepots aus RAF-Zeiten einlagern.

Wegen der Überfallserie im Norden Deutschlands halten es die Fahnder für nicht unplausibel, dass das Trio dort oder in der größeren Umgebung, etwa auch in den Niederlanden, Unterschlupf gefunden hat. Auch auf Spanien, Frankreich und Italien wurde die Fahndung im Herbst ausgedehnt - möglicherweise könnten die drei dort auf alte Netzwerke an Gleichgesinnten zurückgreifen, war die Vermutung. Keiner der eingegangenen Hinweise aber lieferte bis heute die heiße Spur.

Von Michael Evers

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