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Der Norden Jeder Dritte wird Opfer einer Straftat
Nachrichten Der Norden Jeder Dritte wird Opfer einer Straftat
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00:16 28.01.2016
Quelle: dpa (Symbolfoto)
Hannover

Jeder dritte Niedersachse ist im Laufe des Jahres 2014 Opfer einer Straftat geworden – das ist das Ergebnis der zweiten Dunkelfeldstudie des Landeskriminalamtes (LKA). In den meisten Fällen ging es um Diebstahl oder Internetbetrug, aber auch um Körperverletzung, Wohnungseinbrüche und sexuelle Übergriffe.

Die offizielle Kriminalstatistik zählt nur die Delikte, die auch angezeigt wurden. Mit den Dunkelfeldstudien will das Land seit 2013 erfassen, wie viele Straftaten es darüber hinaus gegeben hat. Die Studie „bildet ein unmittelbares Erlebnis der Menschen zur Sicherheitslage ab“, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Besonders groß ist das Dunkelfeld bei sexuellen Übergriffen. Von den Frauen, die 2014 Opfer einer Vergewaltigung, Nötigung oder Belästigung wurden, haben nach eigenen Angaben nur 5,9 Prozent Anzeige erstattet. Nach den Gründen für den Verzicht auf eine Anzeige gefragt, gaben 51 Prozent der betroffenen Frauen an, die Tat als nicht so schwerwiegend gesehen oder die Angelegenheit selber geregelt zu haben (42,8 Prozent). „Das deutet auf eine Bagatellisierung aufseiten der Opfer hin“, sagte Pistorius. Die Frauen würden die sexuellen Übergriffe schlichtweg ertragen und das Verhalten „nicht als kriminelles Umfeld werten“.

Gleichwohl leiden die Betroffenen: Sexueller Missbrauch wird von den Befragten als emotional belastend beschrieben, auch wenn die Tat sehr lange zurückliege. Ähnlich äußerten sich Opfer von Wohnungseinbrüchen und von Körperverletzungen.

Allerdings zeige die Befragung auch einen erfreulichen Trend, sagte Pistorius: Die Zahl der Opfer sei im Vergleich zur letzten Studie im Jahr 2013 gesunken, die Zahl der Anzeigen gestiegen. „Diese Entwicklung kann man nur positiv bewerten“, stellte der Minister fest.

Die am häufigsten von den Teilnehmern genannten Delikte sind Diebstahl (11,7 Prozent) und Internetbetrug (11,6 Prozent), gefolgt von Sachbeschädigung (8,3 Prozent). Auch in diesen Feldern werden ein Drittel bis die Hälfte aller Straftaten nicht angezeigt. Gründe dafür sind laut Studie, dass die Opfer der Polizei nicht zutrauen, die Täter aufzuspüren, oder sie die Tat als nicht schwerwiegend genug bewerteten.

Obwohl ein Drittel der Befragten – Männer (32,5 Prozent) häufiger als Frauen (26,3 Prozent) – 2014 Opfer einer Straftat geworden sind, schätzen die Teilnehmer der Studie die Sicherheit in Niedersachsen als gut ein. Drei Viertel fühlen sich in ihrer Nachbarschaft wohl, 86 Prozent stuften ihre Kriminalitätsfurcht als „gering“ oder „eher gering“ ein. Für Pistorius ist das kein Widerspruch: „Wenn ein Drittel Opfer einer Straftat geworden ist, dann heißt das auch, dass zwei Drittel verschont geblieben sind.“ Auch im internationalen Vergleich seien die Fallzahlen niedrig. Sorgen macht dem Minister, dass die Arbeit von Polizei und Justiz schlechter bewertet wird. Ein Viertel gab an, man könne sich auf den Rechtsstaat nicht verlassen.

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